Wochenweisendes

Schulglocken. Bleibt man wohl jünger, wenn man ständig von ihnen beglückt wird? Ich bin streckenweise eher genervt davon, aber es war ja meine eigene (umnachtete) Entscheidung, unmittelbar neben ein katholisches Mädchengymnasium zu ziehen…und Mädels haben ein Organ, wenn sie kreischen … schon irre!

Nun gut, zumindest stellt sich der Biorhythmus darauf ein und man weiß nach zweitägiger Ruhe, dass wieder Montag ist. Also raus aus den Federn und rein in das von den Tauben liebevoll über Nacht verzierte Auto – explodiert den Viechern beim Scheißen eigentlich der Arsch?? Und warum nutzt die Industrie diese Ausscheidung nicht als Superkleber oder Rost-Entferner? Irgendwann starte ich mal nen Feldversuch oder recherchiere das im Web.

Das Wetter hält sich scheinbar auch ein wenig im sommerlichen Bereich … Petrus´ Entschädigung für einen miserablen August. Ich sollte mir angewöhnen, in dieser Zeit Urlaub zu machen und wegzufahren, um der Regendepression (oder sollte es „regen Depression“ heißen?) zu entfliehen. Obwohl: Irgendwie ist das Gefühl, im Herbst oder Winter in die Sonne zu reisen, noch viel befriedigender – zumal dann nicht die Gefahr besteht, doch noch spektakuläre Sonnentage in der Heimat zu verpassen.

Schon seit Tagen denke ich darüber nach, mein Motorrad mal wieder auf die Straße zu lassen – seltsamerweise sind die schönen Tage aber immer verplant, sogar im Vorfeld – also ohne eine Wettervorhersage berücksichtigt zu haben. Will mich eine höhere Macht nicht auf die Straße lassen? Was auch immer eine höhere Macht sein soll…

Im Büro musste ich feststellen, dass Sonne nicht durchweg für Stimmungsverbesserung sorgt. Es herrschte allgemein eine leicht angespannte, teilweise sogar agressive Grundhaltung. Vielleicht verkehrt sich die Mär von der Sonne als Seelenstreichler an einem arbeitsreichen Montag ins Gegenteilige und nährt die Frustration dadurch, dieser eben nur durch einen Blick aus dem Fenster sehnsüchtig entgegenschauen, sie aber nicht körperlich genießen zu können. Das muss ich dringend mal mit einem Psychologen diskutieren – vielleicht lerne ich ja beizeiten einen kennen, ihr werdet es erfahren.

In der Innenstadt, quasi „the city of bonn“, herrschte heute das übliche geschäftige Treiben. Ich wollte nur kurz zu Gravis, um ein paar Kleinigkeiten als Ergänzung für meine Obstsammlung zu erwerben, doch zieht es mich dann auch meist auf den Marktplatz, wo es „2 Kilo Bananen  für 1 Euro“ gibt, wenn man spät genug kommt … da ich nahezu kein Obst esse, ist es für mich uninteressant, doch bin ich stets fasziniert von einer Marktkultur, wie ich sie aus meinen eingeborenen Ruhrgebietszeiten nicht kenne – in Bonn ist von Montag bis Samstag Markt und es fühlt sich ein wenig an, wie ich mir das Mittelalter vorstelle.

Übrigens ist das zu diesem Marktambiente perfekt passende historische Rathaus noch immer aufgrund der Renovierungsarbeiten verhüllt. Diesmal hat sich der Sponsor, ein ortsansässiger magenta Telekommunikationsriese, ein schickes Gebäudepuzzle als Motiv ausgedacht, was hervorragend passt und qualitativ echt hochwertig ist. Ein einfacher, kurzer Blick reicht da kaum aus, um die Details zu erfassen. Nicht mehr lange und das Rathaus erstrahlt in neuem Glanze.

Und wenn der Tag so langsam dem frühen Abend weicht, die Hektik aus den Köpfen verschwindet, aber die Gedanken noch nicht bei den Aufgaben von morgen angekommen sind, dann, ja dann entfaltet die Stadt ein fast maritimes Flair. Die Cafés werden voller, die Gespräche fröhlicher und die Menschen attraktiver. Der Wein lockert die Stimmung und wärmt die Herzen, während die letzten Rastlosen in die bald schließenden Geschäfte jagen. Hier sitzt Businessman mit Studentin mit Verkäufer und schwatzt über Gott und die Welt, aber selten über den Job. Der steht erst morgen wieder an und hat hier nicht viel zu suchen.

Und wenn es später am Abend dann heimgeht, in die eigene, kleine und sichere Festung, wenn der Tag wie ein Kurzfilm noch einmal durch die nun entspannte Gedankenwelt läuft, kann man einen zufriedenen Abschluss finden und in aller Ruhe dem Morgen entgegenblicken – ist doch alles eigentlich ganz schön, in diesem Leben, auf dieser Welt … bis zur nächsten Schulglocke … oder etwa nicht?

Träumt süß … keep on … dreamin´ !! 🙂

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