Rausch … Gift ???

Berauschend. Google findet dazu 248.000 Einträge, mit den verschiedensten Bedeutungsvariationen, dazu jeder Menge Synonyme. In der Hauptsache steht zum einen berauschend im Sinne eines Glücksgefühl im Zusammenhang mit Erfolg, also etwas durch Leistung erbrachtem. Zum anderen wird der Begriff natürlich auch für den Rausch nach dem Konsum legaler und illegaler Drogen gebraucht, also etwas von extern zugeführtem. Anknüpfend an den gestrigen Blog-Leitabsatz ist es wohl in erster Linie auch dieses berauschende Gefühl, dass Actionjunkies dazu verleitet, Risiken einzugehen und Grenzen zu überschreiten. Der Rausch des Erfolgs nach getaner Arbeit, dieses Glücksgefühl, etwas erfolgreich abgeschlossen zu haben, kann genauso süchtig machen, wie eine Droge. Nun wird gemeinhin behauptet, dass der selbst erarbeitete Rausch beständiger als der Drogenrausch ist, aber ist dies wirklich so? Natürlich, die Droge erwartet stets eine Erhöhung der Dosis oder eine Verkürzung der Abstände zwischen dem Einzelkonsum. Die Wirkung wird schwächer, der Rausch geringer. Aber ist das im anderen Fall nicht so? Ein erstmalig errungener beruflicher Erfolg schmeckt doch ebenfalls süßer als dessen Wiederholung. Wird es dann sogar die Regel, dann ist man schnell bei einem Routinejob, der nach gewisser Zeit sogar langweilen kann – weit weg von jeglichem Hauch eines Rauschgefühls. Die erste Meisterschaft im Sport ist gigantisch. Die zweite? Eine Bestätigung. Nummer drei? Dann schon Normalität. Sehe ich das falsch? Möglich, aber mir erschließt es sich nicht anders. Für stetigen Rausch ist regelmäßige Abwechslung unerlässlich. Diese ist aber nicht der Regelfall, wird nicht täglich begegnen, ist auch nicht zu erzwingen. Ein letztes, schmerzhaftes Beispiel … all you need is love … Aber was ist Liebe? Bzw. wann ist es Liebe? Wissenschaftlich gesehen ist die Verliebtheit zu Beginn ein Rauschzustand, eine biochemische Reaktion, die es uns ermöglicht, alles durch die vielbesungene rosarote Brille zu sehen. Sukzessive baut sich das ab, wir sehen auch Fehler und dieser ewige Rauschzustand lässt nach. Dafür steigt die Vertrautheit, Verlässlichkeit, die Bindung. Ich sage: Das ist Liebe. Und wer ewig im Rausch der Verliebtheit leben möchte, muss alle zwei Jahre seinen Partner wechseln. Liebe ist ein seelischer Prozess, nicht zu erzwingen, ein tiefes, gewachsenes Gefühl. Etwas anderes fiele mir schwer zu akzeptieren. Ich denke aber weiter darüber nach…

Derweil geht aber natürlich auch das „einfache“ Leben weiter, im ersten Teil des Arbeitstages sogar noch stressiger, als gestern bereits vermutet. Eine Vielzahl an Anpassungen, wichtige Abstimmungen und lange Diskussionen mussten bis 12 Uhr abgeschlossen sein, um gesetzte Fristen wahren und Projekte vorantreiben zu können. Anschließend ging es etwas entspannter zum Mittagessen und obwohl der restliche Tag im Job weitere umfangreiche Aufgaben bereithielt, ließ die Anspannung deutlich nach. Es blieb sogar noch Zeit, mit einer liebsten Freundin einen Kakao zu trinken und einige berufsfremde Themen zu bequatschen. Ein sehr schöner Abschluss des Arbeitstages.

Daheim war dann Entspannung angesagt, der Kopf musste durch Beschallung mit dem King of Queens ein wenig leergepustet werden, bevor ich für den Abend etwas aufnahmefähiger wurde. Das Abendessen war echt lecker und die guten und schlechten Zeiten haben den Abend kurzweilig gestaltet. Über die Fußball-Bundesliga decke ich lieber den Mantel des Schweigens und erzähle, dass ich gerade noch sehr schöne, aber extrem traurige Gedichte lesen durfte. Da ich aber keine Rechte an ihnen habe, muss ich den Verfasser mal um Erlaubnis bitten, das ein oder andere hier veröffentlichen zu dürfen.

Falls mir dies gestattet wird, gebe ich im obersten Absatz eine Warnung ab – seid ihr bereits traurig zum Blog gekommen, werden euch die Worte zwar tröstlich vorkommen, aber auch weiter zum Nachdenken anregen.

Bis dahin lasst euch aber nicht zu schwermütig werden … auf Regen folgt Sonnenschein, auf Ernüchterung ein neuer Rausch. Keep on rockin‘ !!

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