Durchgeschlüpft

Oberflächlich. Einen anderen Einstieg für diesen Tag finde ich nicht, er beschreibt ihn einfach am besten. Dabei meine ich nicht die Oberflächlichkeit diverser Menschen, obwohl man dieser meiner Erfahrung nach auch alltäglich begegnet. Insbesondere in den USA sollen sie in großer Zahl anzutreffen sein, was ich mangels persönlicher Erfahrung weder bestätigen, noch dementieren kann. Macht aber nichts, da man auch hier problemlos auf diesen Menschenschlag trifft. Nein, der Tag an sich fühlte sich einfach so schwammig, so „nur dabei“ an. Helge Timmerberg, Reisejournalist und mein Lieblingsautor, würde sagen, es ist als stünde man vor einem Aquarium … man sieht zwar zu, ist irgendwie dabei, aber eben doch nicht mittendrin. Wie äußert sich sowas? Nun ja, ich persönlich werde dann unzufrieden und verliere Teile meiner Fröhlichkeit. Ich bin mit den Gedanken nicht bei der Sache, schweife ab und suche den roten Faden. Es ist nicht so, dass alles schiefgeht, aber es stellt mich einfach nicht zufrieden. Klar, die Arbeit wird sorgsam erledigt, ist auch sachlich korrekt. Würde mich wundern, sollte jemand den Zustand bemerken. Aber innendrin, im Gefühlskraftwerk des Körpers, da fehlt diese Befriedigung, dieser Anstoß zu wahren Energieleistungen und überdurchschnittlichem Engagement. Passiert mir echt selten, aber heute hatte man mir wohl einen gebrauchten Tag angedreht.

Das zog sich im weiteren Tagesverlauf insgesamt auch durch. Nachdem ich alle Aufgaben im Job erfolgreich beendet hatte, zog es mich in die City, um nach einigen modischen Herbstaccessoires Ausschau zu halten. Hier aber dasselbe Bild, ein oberflächlicher, vermutlich kaum interessierter Blick über die Kleiderständer, die Erkenntnis, dass mein Wunschanzug ausverkauft ist und schon siegte der Schlendrian über mich und riet mir, einen anderen Tag zum Shoppen anzupeilen. Mit dieser Oberflächlichkeit wuchs eher das Risiko, irgendwas zu kaufen, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Bei Kult riskierte ich auch nur fünf Minuten zum Stöbern, bevor ich bei Butlers ein cooles Schnäppchen entdeckt und direkt mitgenommen habe: Das Buch zu 50 Jahren „BRAVO“, statt 56 für 10 EUR. Coolio, wo ich doch früher ein eifriger Leser dieser besten aller Jugendlektüren war – ich und geschätzte zwei Generationen vor mir…dies stellte wohl das heutige Tageshighlight dar, denn dieses Monstrum ist echt stark und umfangreich. Schade nur, dass meine Wade noch immer wahnsinnig schmerzte und der Weg in die Tiefgarage so weit war … dafür gab es unterwegs noch ein Megapack Klorollen von Roßmann – so sind die nächsten wichtigen Sitzungen gerettet 😉

Dann ging es endlich auf den Heimweg, inklusive der Überlegung, ob regenerativer Sport wohl den stechenden Schmerz in meiner Wade lindern könnte. Natürlich mit dem Ergebnis, inaktiv am Sportstudio vorbeizufahren. Zuhause setzte sich dann die Oberflächlichkeit fort, indem ich Raymond und Dough an mir vorbeirieseln ließ, während ich einen Katalog las und Süßkram verdrückt habe. Nun kann ich zumindest eine Bestellung fertigmachen und erhalte dann hoffentlich schnell ein paar coole Accessoires für mein iPad. Leider hat mich auch diese Aussicht nicht recht beglückt, obwohl ich bereits seit Wochen nach vergleichbaren Artikeln mit einem angemessenen Preis-/ Leistungsverhältnis gesucht habe. Ich schätze aber, dass solche Tage wichtig sind, um den Wert anderer Tage wieder besser wahrnehmen zu können. Bestimmt wird morgen alles wieder ganz großartig sein. Deshalb respektiert auch diese oberflächlichen Null-Bock-Tage als dass, was sie sind: Ein bedeutsamer Teil eures Lebens. Dennoch hoffe ich, euch heute weder enttäuscht (ob der Artikelkürze), noch gelangweilt zu haben. Beim nächsten Mal wird alles besser. Gehabt euch wohl. Keep on rockin‘ !!

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