Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Wenn einer eine Reise tut…

Troubleday. Zumindest für mich, jedesmal wieder, am ersten Urlaubs-, nein, besser, am Abreisetag. Immer (innerlich) ein wenig hektisch, ein wenig ungewiss und extrem gehetzt. Liegt an mir und meinem inneren Drang, dass alles perfekt zu laufen hat. Mir gehen dann im Sekundentakt stets hunderte Dinge durch den Kopf. Reicht die kalkulierte Zeit, um den Airport pünktlich zu erreichen, klappt das Einchecken, finden wir uns am Zielflughafen zurecht, ist der Mietwagen da und ok, finden wir den Weg zum Hotel, ist das Hotel in Ordnung…mit so einem Krempel beschäftige ich mich, obwohl es tatsächlich noch niemals schiefgegangen ist. Ich kann das auch garnicht beeinflussen, es steckt einfach in meinem vermaledeiten Schädel.

Nun gut, es ging also um kurz vor sechs aus den Federn, rasch unter die Dusche und ab ins Auto. Ein kurzer Zwischenstopp bei Bank und Tankstelle, dann weiter über die schon relativ volle Autobahn Richtung Maastricht. Natürlich lief alles glatt, wie stets, der Flughafen ist hervorragend erreichbar und das Einchecken, sowie die Sicherheitskontrolle verliefen unglaublich entspannt, ja, sogar sehr lustig, da mein Girly vergessen hatte, ihre Schere aus dem Rucksack zu nehmen und wir erstmal alle Terrorismusverdächtigungen entkräften mussten. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Aufgabe hieß es dann warten, lesen, Leute beobachten. Entgegen meiner Vermutung waren so gut wie keine Türken auf den Flug gebucht, die Passagiere bestanden überwiegend aus Niederländern und Landsleuten. Nie verstehen werde ich drängelndes und pöbelndes Verhalten beim Boarding, zumal wenn es sich um einen Flug mit festgelegten Sitzplätzen handelt. Egal, wir waren rasch an Bord, mussten allerdings, während die Maschine bereits Richtung Startbahn rollte, nochmals die Plätze wechseln. Wir wurden gebeten, in der ersten Reihe Platz zu nehmen, da dort keine Behinderten sitzen dürfen, was aber der Fall war. Für uns hieß das, in einem höchst engen und unkomfortablen Flugzeug nicht zur Ruhe zu kommen – die Enttäuschung war vollkommen, als wir feststellen mussten, dass bei Sky Airlines keine Bordverpflegung im Preis inbegriffen ist – bezogen auf Service und Preis-/ Leistung könnte die Airline quasi eine Schwester des gleichnamigen, maroden Fernsehsenders sein…

Zum Glück hat auch jeder Schrecken meist ein Ende und so setzten wir nach einer harten Landung gegen 15 Uhr türkischer Zeit in Antalya auf. Es nieselte trotz Sonne ein wenig, war aber schwüle 27 Grad warm. Was dann folgte ließ die Unannehmlichkeiten des Fluges allerdings rasch vergessen – wir wurden in eine von Wodkanebel umhüllte Vorstufe der Hölle geführt, die uns völlig überraschend in der Schlange vor der Einreisekontrolle zu verschlingen drohte. Eine russische Familie, ihres Zeichens stolz wie Oskar, weil aus Moskau, versuchte in leicht betrunkenem Zustand mit uns zu kommunizieren, was mangels deutsch-, englisch- oder sonstiger Fremdsprachenkenntnisse zu unserem auf Reisen bislang peinlichsten Erlebnis wurde. Lautstark wurden uns Geschichten erzählt und als der nette Typ begriff, dass wir aus Deutschland stammen, war es ganz vorbei. Er griff sich sein Handy, wählte den Musikplayer aus und spielte uns in voller Lautstärke, in einer schallenden und brechend vollen Abfertigungshalle, „Sonne“ von Rammstein vor – zum Beweis, wie gut er uns kennt und wie toll er Deutschland findet. Wir wären am liebsten vor Scham im Boden versunken, da uns natürlich jeder im Umkreis als Freunde der Russen outete. Ehrlich, diese Familie hat alles dafür getan, jedes Vorurteil gegenüber reisenden Russen aus Moskau zu bestätigen. Ich hoffe, das war ein Einzelfall. Zum Glück waren wir, noch während der Song dröhnend lief, mit der Einreisekontrolle an der Reihe – beziehungsweise waren das eigentlich die Russen, aber da die Frau im Eifer der Diskussion mit uns ihre Reisepapiere nicht parat hatte, zog uns der sichtlich schwer von denen genervte Einreisebeamte vor, stempelte unser Dokument ab und flugs waren wir offiziell im Lande, was auch hieß: weg von den Spinnern 🙂

Die Koffer erhielten wir anschließend genauso problemlos, wie auch unseren Mietwagen. Mietwagen-Antalya ist echt ein Super-Tipp gewesen, der deutsche Besitzer ist sehr nett, die Autos neu und die Organisation wie aus der Heimat gewohnt (nein, nur fast. Unnötige Bürokratie gab es nicht, dafür Tee, unkomplizierte Barzahlung, faire Preise und einen 30-minütigen Plausch über die sehenswerten Top-Spots der Gegend. Dazu ein vorprogrammiertes Navi und gute Reisewünsche. Einfach erstklassig!). So kamen wir auch ohne größere Schwierigkeiten im Hotel an, auch wenn es für die Türken nicht relevant ist, ob nun zwei oder vier Autos nebeneinander auf zwei Spuren unterwegs sind – und Ampeln, wie von Mietwagenchef Lorenz schon angekündigt, eher als Empfehlung betrachtet werden. Ach ja, Blinker sind bei türkischen Fahrern eigentlich auch überflüssig, wohingegen eine zweite Hupe sicherlich mit Begeisterung aufgenommen würde.

Das Hotel an sich entsprach dann alles in allem unseren Erwartungen von türkischen fünf Sternen. Die Eingangshalle, das Restaurant, Bars und Fitnessraum sehr schön marmoriert und gestaltet, das Personal Top gepflegt und die Abwicklung sehr schnell. Das Zimmer würde ich dagegen eher bei drei deutschen Sternen einordnen, mit älteren Möbeln, dafür aber schickem Meerblick. Die Vorzüge eines vermeintlichen Spitzenhotels treten aber nach und nach zutage, denn sowohl Fitness, als auch Parken, der Safe und das WLan-Netz sind im Preis inbegriffen – das kann sich durchaus sehen lassen und ist auch für ein Hotel dieser Kategorie nicht selbstverständlich. Nach einem kleinen Rundgang außerhalb der Hotelanlage (weg vom Meer sehr dreckig, laut und nicht wirklich schön zu betrachten, dafür ein großartiger Carrefour-Supermarkt mit Süßkram soweit das Auge reicht…) trieb es uns in den Fitnessclub im Erdgeschoss – Laufbänder mit Blick aufs Meer haben schon was, vor allem, wenn man den ganzen Tag sitzen musste.

So konnten wir danach fit und ruhigen Gewissens das Abendbuffet angehen, uns von leckeren Speisen verwöhnen lassen und nach der Rückkehr auf das Zimmer den morgigen Tag planen. Alles in allem ist also aus dem Troubleday noch ein wirklich schöner Tag geworden. Mal sehen, was der Morgen bringt. Ihr werdet von mir hören. Keep on rockin‘ !!

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