Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Helter Skelter – Holterdipolter

Wirrwarr. Bezeichnet in der Regel ein Durcheinander, ob es nun Irritationen im Straßenverkehr oder Unordnung im Kaufhaus ist, spielt dabei keine Rolle. Ein Wirrwarr bringt einen in Situationen, in die man sich erst hineinfinden muss, in denen es nötig ist, eigene Ansprüche hinten anzustellen und sich der Lage anzupassen. Dazu sind entspannte Gemüter und flexible Menschen eher geeignet, als hektische, festgelegte oder strikt durchstrukturierte Personen. Der ersten Gruppe fällt es leichter, aus Gewohntem auszubrechen und mit einer unübersichtlichen Situation fertig zu werden, während die zweite Gruppe frustriert aufgibt oder, schlimmer noch, ihre Umwelt dafür verantwortlich macht und den Ärger auf diese projiziert.

Uns kann man zwar nicht hundertprozentig einer der Gruppen zuordnen, da es auch etliche Mischformen gibt, aber heute wurde unsere Geduld gemeinsam mit unserer Belastung auf eine für den Urlaub harte Probe gestellt. Ursprünglich wollten wir nach dem Frühstück nach Myra, den Heimatort des Nikolaus besuchen. Da das Navi den Ort nicht kannte, ging es erstmal nach Kemer und von dort programmierten wir einen Nachbarort Myras ein. Ergebnis: Weitere zwei Stunden Fahrt hätten vor uns gelegen, nachdem wir bis Kemer bereits eine unterwegs waren. Also erste Ratlosigkeit und der Entschluss, da wir sowieso schon vor Ort waren, Kemer zu erkunden und möglicherweise von dort eine Wanderung zu beginnen. Leider hatten wir heute einige Verständigungsprobleme untereinander, deshalb blieb es beim Bummel auf der Shoppingstraße, wo ein erst kürzlich geborenes, süßes Kätzchen unser einziges Highlight blieb. Durch von Turbinen lautstark beschallte Straßen ging es zurück zum Auto, das am Yachthafen geparkt war. Dieser Hafen war absolute restricted area, nur für Yachtbesitzer zugänglich, weshalb zwar einige junge Russen an uns vorbei Zutritt bekamen, uns selbst dieser aber verwehrt blieb.

Folgenschwer entschieden wir uns daraufhin für eine Wanderung nach Phaselis, wofür wir den Nachbarort als Startpunkt anzufahren hatten. Da ich zu faul war, um unser Navi einzuschalten, irrten wir gut 30 Minuten durch die Gegend, bevor ich es kurz vor dem Frustrationssiedepunkt des Girly doch noch aus dem Kofferraum holte und wir schließlich innerhalb von fünf Minuten zielsicher den Ausgangspunkt der Wanderung erreichten. Doof gelaufen. Allerdings war es vielleicht Schicksal und wir hätten darauf hören sollen. Die Wanderung führte so gähnend eintönig durch Wälder am Meer entlang, dass wir uns vor lauter Frust quasi lautlos streiteten, bevor nach 60 schier endlosen Minuten endlich Phaselis in Sicht kam. Hier erwarteten uns zumindest kleinere Freuden. Entgegen den Erwartungen war kein Eintritt fällig und die Anlage ist (für eine Ruine) recht gut erhalten. Allerdings wollte zumindest bei mir kein rechtes Abenteuergefühl aufkommen, vor allem durch die gestrige Erkundung von Termessos, die erheblich schöner und mythenreicher war. Passte entsprechend zum Tag, denn der Rückweg verlief natürlich auch nicht spannender. Hier haben wir uns allerdings gut verstanden und einigen Spaß gehabt.

Der Rückweg nach Antalya geriet ebenfalls zur Tortur, da uns das Navi direkt durch eine Veranstaltung der derzeit hier laufenden Filmfestspiele führte. Herrscht sonst durch die türkische Fahrweise bereits ein Riesenchaos in der Stadt, war es heute massiv potenziert und extrem unangenehm. Wir standen lange im Stau und waren einem ständigen Gedrängel und Hupkonzert ausgesetzt. Somit kamen wir ziemlich groggy ins Hotel, obwohl wir gegenüber den Erlebnissen gestern eigentlich nichts getan. Trotzdem inspizierten wir noch das Sportstudio, um die Seele wieder vom Frust zu befreien und Platz für das Abendessen zu schaffen. Interessanterweise trifft man dort auch stets dieselben Personen und grüßt sich bereits freundlich. Sport als Völkerverständigung ist ja auch nichts neues 😉

Beim Essen erhielten wir von unserem Spitzenkellner ein wenig Türkischnachhilfe und genossen die Speisen, auch wenn es heute unverhältnismäßig laut im Speisesaal war. Anschließend unternahmen wir noch einen kleinen Abendspaziergang, um nun heute etwas früher zur Ruhe zu kommen. Morgen wollen wir eventuell mal die touristischen Orte erkunden. Ich bin schon gespannt. Ich wünsche euch, dass ihr gut in die neue Woche kommt. Keep on rockin‘ !!

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