Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Müder Montag … Wacher Geist

Montagsmüdigkeit. Ist in der Regel ein erstaunliches Phänomen, denn eigentlich sollte man doch vom Wochenende ausgeruht und entspannt sein. Augenscheinlich ist es aber so, dass an diesem Tag die Trägheit vorherrscht und die Produktivität nicht so recht zu den eigenen Ansprüchen passt. Offenbar stellt sich der Biorhythmus schon an den zwei kurzen Wochenendtagen derart schnell um, dass die eigentliche Wochenroutine erst langsam wieder die Oberhand gewinnt. Nicht umsonst sind die Arztpraxen montags am vollsten (eine kleine Wochenendverlängerung kann ja nie schaden…), spricht man von Montagsautos (wenn sie regelmäßig Probleme machen) oder klagt über schlechten Service (weil für die Servicekräfte eben auch Montag ist).

In der Türkei war heute auch Montag und dementsprechend habe ich morgens getrödelt, was uns etwas spät in den Speisesaal führte und den Tag etwas unstimmig beginnen ließ. Auch die leckeren türkischen Schokobrötchen gab es heute nicht – vermutlich saß der Bäcker beim Arzt 😉 Satt wurden wir trotzdem und wie geplant starteten wir anschließend unseren Ausflug nach Manavgat. Vor das Ziel hatte Allah aber noch den türkischen Verkehr und die schlecht ausgebauten Überlandstraßen gelegt, so dass für die 70 km mal wieder anderthalb Stunden Autofahrt angesagt waren. Das kann hier echt nerven, zumal ich bei eintöniger Fahrt schnell müde und gelangweilt werde. Egal, wir kamen recht problemlos am Manavgat-Wasserfall an, entrichteten je 3 TL als Obulus an den Torwächter und schlenderten danach über einen Touristenmarkt, der insgesamt circa die 10-fache Größe der eigentlichen Sehenswürdigkeit umfasste. Das Girly probierte sogar etwas an, aber die Farbe war nicht wirklich passend und so konnte die arme Händlerin trotz massiven Preisnachlasses nichts loswerden. Der Wasserfall selbst war sehr hübsch, nicht so beeindruckend wie der Düden-Fall bei Antalya, aber doch sehr ansprechend. Aus den Stauseen kommend fließt der Manavgat-Fluss hier zusammen und rauscht über die Klippen hinab – in den Siegburger Sieg-Auen sieht’s allerdings auch nicht so anders aus…

Wir zogen weiter, um das antike Side zu besichtigen, das nur ein paar Kilometer entfernt liegt und laut Reiseführer einen Besuch mehr als lohnt. Wir wurden nicht enttäuscht. Nach der gestrigen Ernüchterung in Phaselis bietet Side gut erkennbare antike Bauten, die die Jahrhunderte ganz ordentlich überstanden haben. Das faszinierende alte Theater wird tatsächlich heute noch für Vorstellungen genutzt und soll diesbezüglich ein großartiges Erlebnis sein. Das antike Side befindet sich auf einer flachen Halbinsel und wurde etwa im 7. Jh. v. Chr. gegründet. Die bedeutendsten Ruinen, die man hier staunend besichtigen kann, stammen aus der römischen Epoche im 2. und 3. Jahrhundert. Dann wurde Side im 5. oder 6. Jahrhundert Bischofssitz und weitere eindrucksvolle Bauten entstanden. Die Stadt wurde schließlich Nachforschungen zufolge im 10. Jahrhundert verlassen, ein Erdbeben zerstörte später viele Bauwerke. Beim Schlendern durch die (nur noch zu erahnenden) Gassen zum Meer war es ein Leichtes, die alte Wuseligkeit dieses Ortes bildlich vor sich zu sehen. Der atemberaubende Blick auf den Ozean tat sein bestes, um diese Illusion weiter zu verstärken und die Wüstenreittiere vor der antiken Kulisse machten das Trugbild perfekt. Wirklich empfehlenswert, der Besuch hier.

Um die Eindrücke zu verarbeiten und insbesondere um die angesprochene Montagsmüdigkeit uns nicht erschlagen zu lassen, trieb es uns ins moderne Side und dort direkt an den Strand. Hinter uns lagen drei extrem leicht bekleidete Russinnen (nix bis auf den String-Tanga), denen ich, als das Girly im Wasser weilte, auch noch unverschuldet den Sonnenschirm auf den entblößten Hintern knallen ließ (der Schirm war nicht tief genug im Boden versenkt, löste sich durch eine starke Bö und flog nach hinten) – peinlich, aber die Mädels nahmen es gelassen hin 😉

Nachdem ich den Schirm wiederbeschafft hatte (nein, er steckte nicht allzu tief fest ;-)), musste ich mich erstmal etwas im Meer erholen und dort zudem die Müdigkeit bekämpfen. Dank des badewannenwarmem Wassers gelang mir dies nicht, was dazu führte, dass ich nach der Rückkehr auf die Liege direkt in einen sonnigen Schlaf hinüberglitt. Das Girly las derweil ein Buch und genoss den Blick über Strand, Berge und Gigolos. Als ich wieder aufwachte, traten wir direkt den Rückweg zum Hotel an, wo wir nach gut anderthalb Stunden wiederum etwas erschöpft eintrafen.

So führte uns der Weg nach der Ankunft wieder in das Sportstudio, um die Lebensgeister etwas anzuregen, was auch gelang. Das Laufband war nett zu uns und der Blick über Pool und Meer auf die Berge macht dieses Hotel nochmal eine Spur attraktiver. Auch das Buffet ließ heute keine Wünsche offen, selbst der Hauswein schmeckte wider Erwarten prima. So war es zwar ein von Trägheit geprägter, aber doch wirklich interessanter und lehrreicher Tag. Morgen steht dann wohl Perge an, ebenfalls eine antike Stadt, bevor wir ganz in die Gegenwart hinübergleiten und ordentlich shoppen gehen wollen.

Ich werde davon berichten. Keep on rockin‘ !!

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