Irgendwas fehlt immer..

Ausreichend. Damit kommt man in der Regel durch, egal ob Schule, Beruf oder Haushalt, aber man kommt nicht allzu weit. Man erfüllt Erwartungen gerade so, ohne wirkliche Mühe erkennbar werden zu lassen. Wenn ich mit dieser Note aus der Schule kam, war mir das schon ziemlich unangenehm, denn den Abgrund knapp zu verfehlen kann angsteinflößender sein, als in ihn hinabzustürzen. Auch im Urlaub kann es ausreichende Tage geben, Tage, die eine gewisse Ausgefülltheit bieten, aber nicht übermäßig entdeckungsreich sind.

Der vorletzte Tag in der Türkei startete früh und erneut stand die Besichtigung einer antiken Stadt auf unserem Individualprogramm. Perge wurde vor tausenden von Jahren gegründet, von Römern besetzt und von Alexander dem Großen erobert. Das Areal ist sehr groß und viele Bauten und Relikte sind noch gut erhalten. Insbesondere die südliche Badeanstalt weist einen guten Zustand und spannende Technik aus, inklusive Bodenheizung. Die von den Archäologen entdeckten Statuen, Münzen und Gefäße sind allerdings allesamt im Museum von Antalya ausgestellt, so dass man doch immer ein wenig das Gefühl hat, als würde etwas fehlen. Vom Bad aus ein wenig die Straße hinauf, entlang unzähliger Säulen, geht es links ab zum Palast, der durch einen Torbogen zu betreten ist. Durch ebendiesen kam uns eine Herde Ziegen samt Hirte entgegen, die aus der Zeit der Fertigstellung des Palasts übergeblieben zu sein schien. So perfekt fügte er sich in das Gesamtbild ein, dass mir fast der Atem stockte. Unerklärlicherweise ein faszinierender, fast schon romantischer Augenblick.

Diese perfekte Illusion war nicht mehr zu übertreffen und so kehrten wir der Stätte nach fast drei Stunden den Rücken. Im Museumsshop war ich geneigt, ein Buch mit türkischen Kinderweisheiten in deutscher Übersetzung zu erstehen und ärgere mich gerade, dies nicht getan zu haben. Ich hoffe, morgen nochmal eine Gelegenheit dazu zu erhalten. Vor den Toren Perges boten Händler auf Teppichen ihre Ware feil, ganz so, wie man es sich im klassisch altmodischen Türkeibild vorstellt. Uns sprachen die Waren allerdings nicht an und so zogen wir von dannen, um einen Einkaufstempel der westlichen Welt anzusteuern – das Outletcenter gegenüber des Flughafens war unser Ziel.

Dort angekommen, testeten wir zunächst, ob Starbucks in der Türkei identisch mit dem uns aus Deutschland bekannten ist – was sich absolut bestätigte. Im Center dann die Erkenntnis, dass uns die türkische Mode nicht wirklich anspricht, was bewirkte, dass wir nur im Nike- und Adidas-Factory-Outlet fündig wurden. Ich erstand das absolut coole All-Star-Game-Shirt von Dirk Nowitzki zu einem unverschämt günstigen Preis. Auch das Girly fand ein paar schöne Sportartikel und war selig, so dass wir freudig den Rückweg ins Hotel antreten konnten.

Hier klang der Tag dann mit der üblichen Sporteinheit und dem Abendessen aus, wobei mich letzteres heute sehr enttäuscht hat. Kaum eine Speise traf meinen persönlichen Geschmack, aber manchmal gibt es eben einfach keinen Topf Honig.

So endet ein ausreichend aktiver Tag mit der deutschen Fußballnationalmannschaft und der Erkenntnis, dass nicht immer nur die Sonne scheint. In diesem Sinne, keep on rockin‘ !!

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