Rückreise … Mördertrip

Tortur. Sieht etwas seltsam aus, dieses Wort, oder? Umschreibt natürlich auch nichts schönes, im Gegenteil, es ist ein Synonym für unangemessene Anstrengungen, übermäßige Belastung oder willkürliche Erschwernisse seitens anderer. Das kann auf der Arbeit mit einem zu hohen Arbeitsaufkommen zu tun haben, welches individuell nicht mehr zu stemmen ist (und was den Verantwortlichen in der Regel bewusst ist), daheim, wenn die ganzen Aufgaben im Haushalt an einer Person hängen bleiben (und die anderen Haushaltspersonen eher weitere Arbeit verursachen, als unterstützend einzugreifen) und es kann auch im Urlaub geschehen (vorzugsweise im Rahmen der An- oder Abreise bzw. im Zusammenhang mit dem Hotel oder Mietwagen).

Ist der Abflug dann noch für 6 Uhr terminiert, das entsprechende Boarding also um 4, kann allein dieser Umstand bereits als Tortur durchgehen. Da die Flugzeiten bei einer Pauschalbuchung jedoch bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar sind (anderer Airport, Tag, Flugziel), lasse ich das heute nicht gelten. Selbst gewählte Schicksale erlauben keine Beschwerde. Ist auch nicht notwendig, es gab genug andere Gründe. Zum Beispiel, wenn die Haupt-Discothek eines der angesagtesten Clubs Antalyas direkt unter dem eigenen Zimmer liegt – das ist kein Witz! Es ist ein 5-Sterne-Hotel und in der Nacht fand eine VIP-Party im Rahmen des türkischen Filmfestivals genau dort statt. Eine irre Lautstärke, die Schlaf schier unmöglich machte – man hörte die Höhen im Ohr und spürte die Bässe im Bauch. Der Wecker um 2.30 Uhr war an und für sich nicht nötig.

Eine weitere Tortur dann am Airport, wo direkt am Eingang das gesamte Gepäck gecheckt wird und eine typisch deutsche, sonnenbankgebräunte All-Inclusive-Touristin (Terroristin…) aus Deutschland mein Girly anpöbelte, sie solle sich gefälligst wie alle anderen hinten in der Schlange anstellen – in einem Tonfall, der bei der Mittvierzigerin unterstes Gossenniveau erahnen ließ. Dabei war mein Girly so intelligent, die Schlange in eine sinnvolle Bahn zu erweitern (natürlich hinten angestellt), um eine Menschentraube zu verhindern. Naja, ich lasse mir sowas nicht bieten und hatte Spaß daran, mir ein heftiges, dem Girly beistehendes Wortgefecht mit der Schabracke zu liefern, bis wir endlich mit der Kontrolle an der Reihe waren.

Die verlief rasch und unkompliziert, auch die offizielle Ausreise mit Stempel stellte kein Problem dar. Im Duty Free brachten wir die letzten Lira unter die Leute, wobei wir jeweils eine Flasche Wasser für den Flug erwarben – großer Fehler, da die Gepäckkontrolle am Eingang nicht die letzte sein sollte. Vor den Gates wurde erneut kontrolliert und wir mussten das Wasser auf ex trinken bzw. entsorgen. Schwachsinnige Tortur, zumal wir dann am Gate die identische Flasche Wasser erneut erwarben, um das Geld nicht der Airline in den Rachen zu werfen. Weiterer kleiner Schock nach dem Einsteigen: Die Schalterangestellte beim Check-In hatte uns zwar Plätze nebeneinander gegeben, aber entgegen unseres ausdrücklichen Wunschs und trotz der Tatsache, dass wir quasi die Ersten beim Einchecken waren, jeweils am Gang, also mit Lücke dazwischen. Ärgerlich, vor allem deshalb, weil das Girly nur am Fenster schlafen kann (mit der Möglichkeit, sich an der Flugzeugwand anzulehnen) und dies nach der nahezu schlaflosen Nacht bitter nötig gewesen wäre. Zu allem Unglück saßen wir auch noch in der Reihe direkt vor den Notausgängen, so dass man den Sitz nicht nach hinten verstellen konnte – worauf unsere Vorderleute keinerlei Rücksicht nahmen und uns schier einquetschten. So brachten wir also einen unkomfortablen Flug hinter uns und waren froh, als wir endlich niederländischen Boden betreten konnten.

Dort ging alles sehr rasch und unkompliziert vonstatten, sogar das Parkticket erhielten wir gegen unsere Bordkarte kostenlos entwertet. Ein Service, der 50 EUR gespart hat. Die konnten wir dann beim Zwischenstopp im Albert Heijn guten Gewissens investieren, so dass auch das Abendessen bereits gerettet war. Die Straßen waren frei und heim in Bonn wurden zunächst die Koffer ausgepackt und dann war mal ein Stündchen Ruhe angesagt.

Am frühen Abend entschlossen wir uns dann noch für eine kleine Spazierrunde in der untergehenden Sonne, mit echt toller Luft und etwas zu niedrigen Temperaturen – wenn man aus 28 Grad kommt 😉 Wir bummelten ein wenig durch Godesberg, bewunderten Herbst-Gestecke im Blumenladen und besorgten einige Kleinigkeiten, die es in den Niederlanden nicht gab. Danach spazierten wir heim und lassen nun den Abend entspannt ausklingen – die letzten freien Tage sind terminlich bereits etwas verplant, so muss die Entspannung zwischendrin erfolgen.

Um dem gerecht zu werden, lege ich das iPad nun zur Seite. Wir lesen uns. Keep on rockin‘ !!

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