Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Halbvoll oder Halbleer?

F(r)eiertag. Der eigentliche Sonntag, zumindest wenn er, so wie der heutige Allerheiligen-Tag, auf einem Montag liegt. Warum? Weil die Nomaden der Konsumgesellschaft es eben nicht zwei aufeinanderfolgende Tage ohne ihre heißgeliebten Geschäfte aushalten und die entsprechenden Kommunen dem in Kombination mit den Ladenbetreibern nur zu gerne Rechnung tragen, indem sie zu solchen Terminen regelmäßig die Magie des „verkaufsoffenen Sonntags“ aus dem Schrank holen und entsprechend zelebrieren. Da gibt es dann bunte Plakate im Vorfeld, Luftballons für die Kids und vermeintliche Sonderaktionen für die zahlungskräftige Kundschaft, die mit soviel freier Zeit nichts anzufangen weiß und dem fröhlichen Werben verfällt. Und weil das so ist, wirkt der eigentliche Sonntag eben mehr wie ein Samstag zur besten Vorweihnachtszeit (also eng, laut und überfüllt), während der freie Montag kurzerhand zum Sonntag umfunktioniert wird und genauso abläuft (vielleicht mit Ausnahme des morgendlichen Kirchbesuchs, falls es so etwas heute noch gibt…). Dies kann man gut finden, muss man aber nicht. Es gäbe so viele andere Möglichkeiten, seinen Alltag zu bestreiten oder besser noch, aus ebendiesem mal auszubrechen und die freie Zeit für etwas Besonderes zu nutzen.

Hier kommt dann jedoch das große ABER: Es ist nicht leicht, gestern Alltag, heute Wundersames und morgen wieder Alltag zu kombinieren. Ganz im Gegenteil, die sichere Gewohnheit des Alltags bietet eine viel einfachere Tagesgestaltung, nämlich eine mehr oder minder krisen- und überraschungsfreie. Jedes Ausbrechen aus dem Alltäglichen, der Versuch des Besonderen, vielleicht sogar Einzigartigen, birgt auch die Gefahr, dass das Vorhaben gigantisch in die Hose geht. Vielleicht zucken deshalb die meisten von uns im Regelfall davor zurück. Schließe ich mich da ein? Na logisch, denn wo bin ich denn gestern gewesen? Shopping in Köln, in Sankt Augustin, Martinimarkt in Bad Honnef – alles berechenbar, alles ungefährlich. Alles aber auch dem Gemeinwohl, besser, dem Gemeinschaftsgefühl geschuldet, denn es ist nochmal etwas anderes, für sich selbst Risiken einzugehen oder jemanden mit hineinzuziehen. Wie man es dreht und wendet, einzelne Facetten des Lebens sind schwierig zu entscheiden und streckenweise unberechenbar.

Interessant an so einem Feiertag (der auch noch kurz auf die Winterzeitumstellung folgt) ist, dass es nun erst 18.30 ist, ich aber bereits jede Menge unternommen habe – ob sinnvoll oder nicht. So war ich morgens mit dem Girly bei McCafe einen Bagel futtern, bevor sie zur Arbeit musste. Danach besuchte ich den Basketball-Freiplatz in der Römerstraße, welcher halb verfallen und bei nasskaltem Wetter gemeingefährlich zu bespielen ist. Zudem warnen zahlreiche Schilder, dass man nur mittels Erlaubnis der Uni Bonn spielen darf – ein Strauß an Gründen, der mich in Summe davon abhielt. So fuhr ich in die Stadt, reckte den Kopf in die Höhe und fotografierte Skulpturen und Ornamente an den alten Bonner Hausfassaden, bevor ich mir beim Dönerladen neben dem Woki ein standesgemäßes Gericht schmecken ließ. Spannenderweise steht bei denen auf dem Klo „Bitte verlassen Sie die Toilette so, wie Sie sie vorfinden möchten“. Ich war kurz geneigt, alles aufzuräumen und feucht durchzuwischen, aber das hätte wohl den Rahmen gesprengt.

Mein Buddy stieß zu mir und wir unternahmen einen weiteren Spaziergang durch Bonn, denn es war noch ein wenig Zeit bis zur Kinovorstellung von „Ich, einfach unverbesserlich“. Dort landeten wir um 14.45, im Woki, umgeben von Kindern und deren Eltern, mit viel Platz in diesem altehrwürdigen Filmspielhaus. Der Film ist echt witzig, man schreit sich nicht vor Lachen weg, aber es bleibt stets ein angenehmes Gefühl mit chronischem Schmunzeln. Nach diesem Vergnügen überredete mich mein Buddy zu einem erneuten Besuch bei den Drehspießgesellen, wo also ein zweiter Döner dafür sorgt, dass ich mich gerade sehr voll fühle und darüber nachdenke, welche sportliche Aktivität noch folgen könnte. Nach dem Verzehr spazierten wir nämlich nur noch einmal hin und zurück über die Kennedybrücke, dann fuhren wir jeweils nach Hause.

Hier habe ich eben mittels eines wahnwitzigen Einfalls versucht, den iMac an den Fernseher anzuschließen und die NBA zu schauen – siehe da, es funktioniert sehr gut. Leider ist das Kabel sehr kurz, so dass ich Computer und TV stark drehen muss, aber nun weiß ich zumindest theoretisch, dass es funktioniert und kann über den Kauf eines langen Kabels und das Abonnement des NBA League Pass nachdenken. So schaue ich derzeit die Re-Live-Version der Clippers gegen die Mavericks (mit Dirk Nowitzki) und warte auf einen tollen Einfall. Vielleicht passiert ja noch was, bevor es morgen wieder in die Arbeitsroutine geht. We’ll see. Keep on rockin‘ !!

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