Im Wasserglas … bei Sturm !

Stürmisch. Unaufhaltsam bahnt sich der Wind seinen Weg, kaum aufzuhalten, tosend, mit enormer, unmenschlicher Kraft. Man kann sich ihm entgegenstellen, gegen ihn ankämpfen, man kann sich von ihm mitziehen lassen und wahnwitzig schnell vorankommen – oder man verkriecht sich, geht ihm aus dem Weg, in Deckung, bis der Sturm vorbei, das Unwetter sich verzogen hat. Im übertragenen Sinne kann man das auch in vielen Situationen des alltäglichen Lebens erleben, die eher unbequem oder gar höchst unangenehm sind. Immer wieder wird es Momente geben, in denen man die Entscheidung treffen muss, einem Sturm direkt ins Auge zu sehen, mitzustürmen oder zurückzuweichen, um Schutz zu suchen.

Auf der Arbeit kann das ein emotionaler Gefühlsausbruch des Vorgesetzten sein, egal ob es an einem geplatzten Deal, vermurksten Projekt oder einfach nur seiner persönlichen Unzufriedenheit liegt. In jedem dieser Fälle gilt es, für sich selbst zu entscheiden, wie damit individuell umzugehen ist. Wichtig ist zunächst die Überlegung, wieviel Verantwortung für diesen Ausbruch bei einem selbst liegt, damit man die richtige Reaktion einschätzen kann. Das ist deshalb von Bedeutung, weil es eine Zeit gibt, in der der Sturm vorüber ist – und dann sollte man nicht durch unüberlegte Aktionen in die Schusslinie geraten sein. Wenn man ungefähr einzuschätzen weiß, worum es bei dem Theater geht und welchen Anteil man selbst daran hat, kann entsprechend reagiert werden: abwehrend, einstimmend oder eben zurückhaltend. Ähnlich geht es bei ambitionierten Sportveranstaltungen zu, auch hier reagieren häufig die Emotionen und Gewinner werden meist diejenigen, die den kühlsten Kopf bewahren, nicht in Panik geraten und solche Situationen rational überstehen. Somit gilt in allen Fällen, das selbst bei starkem Sturm ein kurzes Innehalten ratsam ist – es sei denn, er wächst sich zum Orkan aus. Dann sollte die Devise tatsächlich lauten: Duck und weg 😉

Im wahren Leben stand der Karnevalsbeginn hier im Rheinland unter extremst stürmischen Vorzeichen, schon die Wettervorhersagen warnten vor den schlimmsten Unwettern des Jahres, heute und morgen. Die Bestätigung merkte ich insbesondere nach der Arbeit zuhause, als das Regenprasseln meine Stereoanlage übertönte und der Sonnenschirm auf dem Balkon stetig gegen die Hauswand schlug. Sicherheitshalber räumte ich ihn zur Seite und ging mit meiner guten Freundin eine Partie Badminton spielen – Joggen wäre wohl nicht ratsam gewesen, die Brückenrunde hätten wir wahrscheinlich im Rhein beendet, da es uns von einer der beiden Brücken geweht hätte.

Im Badmintoncenter war es gerammelt voll, aber wir konnten noch einen Platz ergattern und spielten neben zwei ehrgeizigen Pärchen eine entspannte Runde – was man von den Vieren nicht sagen konnte. Da flogen Schläger, wurde geflucht und gezetert – dabei sah das Ganze doch eher amateurhaft aus (nicht, dass es bei uns besser wäre, aber wir produzieren während des Sports auch keinen Sturm im Wasserglas). Nachdem ich meine gute Freundin nach Hause gebracht habe, sitze ich nun im Auto, finalisiere den Blog hier und überlege, ob ich noch ein wenig Krafttraining einschiebe – morgen ist nämlich frei.

Da auf dem Rücksitz noch ein Wrap von McDonalds liegt, sollte ich das wohl mal tun, um kein schlechtes Gewissen zu schaffen – immerhin sollen bis zum Jahresende noch so sechs Kilo runter. Also heißt es nun: Keep on rockin‘ !!

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