Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Alltagsausbruch eingesperrt

Eingesperrt. Imaginäre Käfigtüren halten die meisten Menschen in ihren alltäglichen Routinen gefangen und verhindern, dass dem oft im Geiste formulierten gedanklichen Ausbruch ein tatsächlicher folgt. Weil es logische Gesichtspunkte gibt, die dem Alltagsablauf seine Berechtigung geben und ein jedem somit einen gewissen Sinn seines Tuns vermitteln. Dabei ist es relativ irrelevant, um welches Ziel es letztendlich geht, auch die Stufe der sozialen- oder Karriereleiter ist eher unwichtig.

Für den Top-Manager besteht der Alltag aus wichtigen strategischen Meetings, hochtrabenden Entscheidungen und geschäftlichen Verpflichtungen. Und auch wenn dieser Tagesplan für den Durchschnittsbürger eher weltfremd aussieht, ist es für den Manager in der Regel reine Routine. Ganz ähnlich geht es der genau entgegengesetzten Schicht, denn auch als willentlicher Sozialfall folgt der Tagesablauf gewissen Gesetzmäßigkeiten, die dem Leben Struktur und eine gefühlte Sicherheit verleihen. Hier ist es vielleicht der Kaffee am Vormittag, das mittägliche Fernsehprogramm oder der regelmäßige Treff mit den Nachbarn. Auch Einkäufe und, im Fall der Fälle, Kinderbetreuung bringen Routine in den Tag.

Diese Spiegelung von schwarz und weiß, arm und reich, macht deutlich, dass der Kern des Alltags überall aus (oft liebgewonnenen) Gewohnheiten besteht, auf die man selbst dann nicht verzichtet, wenn sie einem überdrüssig sind. Das liegt vermutlich zu einem großen Teil noch in der evolutionären Natur des Menschen begründet. Unserer Gattung liegt die Routine zum Lebenserhalt in den Genen, denn Veränderungen und Überraschungen konnten früher gravierende Folgen haben und werden daher auch heute noch skeptisch betrachtet. Die Angst vor dem Unbekannten ist eben ein starker Gegner auf dem Pfad des Abenteuers. So haben sich die meisten ihr Leben derart eingerichtet, dass für ihre Verhältnisse genügend Geld auf das Konto kommt, die dringendsten Bedürfnisse befriedigt werden und eine Grundsicherheit nicht abreißt. Fatal wird es, wenn man zu Veränderungen gezwungen wird: Der Job geht verloren, die Partnerschaft zerbricht, jemand im engsten Kreis stirbt, es lauern viele Gefahren auf der Reise des Seins. Hier fehlt das Universalrezept, der eine zerbricht daran, während ein anderer wächst. Mancher ist hin- und hergerissen, wieder andere machen einfach weiter. Fälle für den Psychologen? Gibt es. Die wollen ja auch leben, in ihren Routinen.

Mein Rat? Überwindet euch und nehmt mal Reißaus. Fangt klein an, ihr müsst ja nicht, wie ich 2007, den sicheren Job kündigen, in der Hauptstadt bei einem maroden Konzern anfangen und fürchterlich auf die Nase fallen. Es gibt so viele Möglichkeiten, testet mal ein neues Lokal, wechselt die Sportart oder macht eine Fortbildung bei der VHS. Es gibt viele Chancen. So manches wird sich als dummer shit entpuppen, aber alles hilft bei einer Sache: Es bringt Schwung in den Alltag und lockert Zwänge auf. In diesem Sinne: Keep on rockin‘ !!

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