Sehnsucht killen, neutral leben?

Sehnsucht. Wieviel Geduld hält man aus, wenn man sich etwas sehnlichst wünscht? Wieviel Enttäuschung hält man aus, bevor sich Frustration einstellt und schlussendlich Resignation die Oberhand gewinnt? Und wieviel Einfluss hat man selbst auf sein so arg gewünschtes Glück?

Vielleicht ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit einzusehen, dass ein Traum längst vergangen ist und die Wirklichkeit einen völlig anderen Weg eingeschlagen hat. Dann bricht sich ein stechender Schmerz bahn und lässt rückblickend Verzweiflung in das Gedächtnis Einzug halten. Warum wurde so lange abgewartet, soviel Zeit verschwendet, soviel Schmerz ausgehalten? Und warum ist der Dank nur noch mehr Schmerz?

Wichtig ist dann, die Zukunft neu zu justieren, Rückhalt bei Freunden zu suchen und sich nicht der Depression hinzugeben. Die Gefahr ist, dass ein geplatzter Traum dem Leben den Sinn entreißt und die Seele entzwei bricht – hier ist eine schier unmenschliche Kraft nötig, um wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Es ist egal, ob die Enttäuschung aus dem Beruf, der Partnerschaft oder dem sonstigen Privatleben resultiert, denn wenn man irgendwo mit ganzem Herzen dabei ist und mit unbändiger Kraft ungebremst gegen eine Mauer rast, explodiert der Schmerz wie eine Bombe im Gehirn. Alles blitzt, ist grell und verschleiert den Blick auf die Realität. Scheißegal, dass für alle drumherum das Leben wie gehabt seinen Gang geht, für einen selbst scheint die Zeit stillzustehen und der Himmel zur Hölle werden.

Sehnsüchte sind die wahre Geißel der Menschen, für sie werden Schlachten geschlagen, Kriege geführt und Intrigen gestrickt. Ohne diese würde das Leben sehr viel ruhiger und harmonischer verlaufen, wohl aber auch emotionsloser … denn auch die erfüllten Träume fallen weg, wenn die Sehnsucht nicht existiert. Jetzt ist es schwer, abzuwägen, ob sie die Schmerzen wert sind, die ebenfalls mit ihnen einhergehen. Nicht wenige würden sich vermutlich für ein eher neutrales Dasein entscheiden und im gleichen Atemzug auf die Glücksmomente verzichten – ich bin noch unentschlossen.

Für mich bleibt jedoch festzuhalten, dass mich schöne Momente glücklich machen, schmerzhafte aber monate-, teilweise jahrelang an mir nagen und die Lebensfreude entscheidend eindämmen – somit würde ich mich fast schon für die Neutralität entscheiden. Oder nicht? Wer weiß das schon.

Keep on rockin´ !!

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