Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Wandelbare Normalität

Konstanz. Wünscht man sich regelmäßig, wenn mal wieder alles quer läuft, vieles auf einmal passiert und man den Überblick zu verlieren droht. Die Hoffnung, irgendwann mal wieder einem geregelten Tagesablauf nachgehen zu können, wächst und man sehnt sich nach der Behaglichkeit von Regelaufgaben oder privat nach einer „normalen“ Beziehung.

Sobald man eins davon, oder gar beides, allerdings mehr als eine Woche wieder hat, dann wacht der Abenteurer in einem auf. Die Gedanken wandern zu fremden Welten, spannenden Herausforderungen oder ungewöhnlichen privaten Aktivitäten. Hätte man doch die Sportlaufbahn nicht leichtfertig aufgegeben. Warum hat man das Tanzen an den Nagel gehängt? Und wieso wird es eigentlich immer Mallorca, wo es doch so viele coole exotische Ziele gibt, an denen es trotzdem sicher genug ist, um nicht gleich das Leben aufs Spiel setzen zu müssen?

Das ist die Schizophrenie des Lebens vieler Menschen: Die Sicherheit des gewohnten Umfelds ist die Basis aller Wünsche, die Sehnsucht nach „mehr“ scheint aber das eigentlich Vorantreibende zu sein. Womit ich nicht mehr Geld meine, auch wenn das offenkundig den ein oder anderen anzutreiben scheint, sondern das mehr an Leben, an Qualität, an Abwechslung. Wofür steht das Leben, wenn man alles in seinem gewohnten Umfeld in- und auswendig kennt und keine Überraschungen mehr auftreten? Genau, hier setzt es an.

Doch reichen nicht auch die Träume oftmals schon aus? Dreißig Minuten über kaum Erreichbares sinniert und schon geht die Arbeit wieder leichter von der Hand. Mit dem Partner per Unterhaltung gedanklich an fernen Traumstränden verweilen und schon ist der Spaziergang im trüben Grau etwas bunter. Diese Chance ist schier unendlich.

Und manchmal, ja manchmal entstehen daraus tatsächlich Abenteuer. Eine Reise, die ganz und gar nicht verläuft wie geplant. Der Chef, der eine superspannende neue Aufgabe aus dem Ärmel zaubert. Unerwartete Freuden daheim oder ein Wuffmaster, den plötzlich selbst die Abenteuerlust gepackt hat und der auf einmal regelmäßig bei kleinster Unachtsamkeit ums Eck entschwunden ist, um die kleine Welt seiner Heimat zu erkunden. Letzteres macht mich manchmal rasend, in erster Linie vor Sorge, und doch kann ich es auch verstehen: Ein Hund möchte einfach ebenfalls mal aus seiner Norm ausbrechen und, wenn auch nur für ein paar Minuten, einen Wandel Richtung prickelnder Spannung und Neugier ausleben.

Das sollten wir uns alle von Zeit zu Zeit erlauben. Oder nicht?

Keep on rockin´
Ree

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