Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Es weihnachtet schwer

Besinnlichkeit. Besinnlichkeit bis zur Besinnungslosigkeit, scheint diesmal eher das Motto zu sein. Überall Hektik, Zwangseinkäufe und gehetzte Gesichter. Kommt es mir nur so vor, weil ich in diesem Jahr eine 0,0-Weihnachtsmotivation habe und daher meine Umgebung nüchterner als sonst betrachte oder war ich in den vergangenen Jahren einfach nur selber so drauf und habe es nicht gemerkt?

Wie dem auch sein mag, ich habe in meiner dreistündigen Tour durch die Innenstadt Dortmunds so gut wie keine offensichtlich fröhlichen Menschen erblickt, waren doch alle darauf fixiert, dem jeweils anderen auszuweichen und das nächste Geschäft zu erreichen.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei vielen meiner Artgenossen um eine Art Überkompensation, sei es aus dem Wunsch, tatsächlich glücklich zu sein oder auch dem schlechten Gewissen, seinen Liebsten im vergangenen Jahr (wieder?) zu wenig Zuneigung gezeigt zu haben, was nun durch ausgefallene Geschenke und Hardcore-Zeitverbringing wieder gut gemacht werden soll.

Natürlich vergesse ich auch die andere Seite nicht, Menschen, die tatsächliches Glück verspüren und sich daher ungemein herzlich darauf freuen, den Ihren eine besondere Freude zu machen. Auch wenn es davon (zumindest auf den prüfenden Blick hin) eher wenige zu geben scheint, sind diese doch die angenehme Ausnahme. Da wird eher geschlendert, als gehetzt, eher mit leuchtenden Augen ausgewählt, als hektisch an der Kasse bezahlt, mal ein Kakao getrunken, anstatt der arme Verkäufer angerempelt und insgesamt ruhen diese Menschen augenscheinlich in sich selbst.

Auch das kann ein Grund für die allgemeine Atmosphäre der Panik und Unzufriedenheit sein: Alle wollen sein wie der kleine Rest, doch in der Regel finden die wenigsten in der Hektik des Alltagslebens zu sich selbst und können sich so zu wenig auf das eigene Glück konzentrieren. Das allerdings ist Grundvoraussetzung, um zu innerer Ruhe zu kommen und sein Glück entspannt mit anderen zu teilen. Und dann gibt es natürlich noch das vermeintliche Schicksal, welches dafür sorgt, dass einige viele Menschen nicht in der Lage sind, eine für Familien gemachte Zeit mit Freuden zu genießen. Wenn Verluste ins Spiel kommen, egal wie endgültig, wenn einen traurige Nachrichten erreichen oder man unter einer persönlichen Niederlage leidet, dann fällt es schwer, sich selbst und anderen unbeschwert etwas Gutes zu tun und die notwendige innere Gelassenheit zu finden. Eine unfassbar schwere, gemeine Situation.

Final daher eine Selbstreflexion: Vermutlich waren sie doch alle fröhlich und ich bin aktuell der Grinch, der das nicht bemerkt hat. So muss es sein. Frohes Fest, ich geb mir den Rest.

Keep on rockin´
Ree

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