Ab sofort gibt’s immer Nachtisch! (007/366)

Verzicht. Etwas, das uns vor Augen führen kann, dass es wichtigeres als den permanenten Konsum gibt. Demnächst steht die christliche Fastenzeit an, die der ein oder andere Mensch praktizieren wird. Auch Ramadan als auferlegte Form der Mäßigung ist weit verbreitet und wird von vielen vollzogen. Aber wie funktioniert Verzicht im täglichen Leben und ist er überhaupt wichtig?

Letzten Endes habe ich alles, was ich brauche. Dennoch vergeht kein Tag, an dem ich nicht auf irgendeiner Online-Shopping-Seite herum stöbere und, bei Gefallen, mach vermeintlich unnützes Ding bestelle. Nun fühle ich mich allerdings nicht schlecht dabei, im Gegenteil, beim Erhalt der Sache freue ich mich – mal länger, mal kürzer. Es bereitet mir auch kein gutes Gefühl, mich diszipliniert und etwas nicht bestellt zu haben – hier herrscht dann eher Neutralität vor. Warum also verzichten?

Gut, man kann nicht alles haben und es droht stets die Gefahr, sich zu übernehmen. Ein guter Grund, führt uns wieder zur Disziplin. Auch, dass man erst mal die Dinge beenden sollte, die man bereits hat (zum Beispiel ein Buch finalisieren) ist sehr sinnvoll. Aber obliegt es nicht einem jeden selbst, die Entscheidung zur Handhabung seiner (finanziellen) Mittel zu treffen, zumal wenn es ehrlich verdientes Geld ist? Ja, Überkonsum ist ungesund und kann Neid erzeugen. Ja, man kann auch zu viele Dinge besitzen. Aber auch da bin ich ein Freund der Selbstbestimmung, bzw. bevorzuge in Partnerschaften in weiten Teilen die gemeinsame Absprache (allerdings sollten auch hier gewisse Dinge allein zu entscheiden sein dürfen, wenn sie nicht die finanziellen Grundlagen der Partnerschaft erschüttern).

Heißt also wohl, Verzicht ist nur so lange gut, wie er selbst gewünscht ist und nur dann wirklich sinnvoll, wenn man sich Dinge nicht leisten kann. Alles andere ist Selbstkasteiung; auch die sollte man bestmöglich ausschließlich freiwillig vornehmen.

Wie ich auf das Thema gekommen bin? Nun, mir fiel gestern ein, dass man (ich) in Gruppen nach dem Essen viel zu häufig auf seinen (meinen) Nachtisch verzichtet, weil man (ich) der einzige ist, der einen möchte. Reflektierend halte ich das für falsch, weil ich mir den Nachtisch in der Regel a) leisten kann und b) ja Lust darauf habe. Nicht meine Schuld, wenn alle Begleiter auf diese süßen Gelüste verzichten möchten. Daher mein Credo für die nächsten Monate: „Ab sofort gibt´s immer Nachtisch“. Und um das Song-Snippet mit einzubauen nehmen wir den ewigen Udo Jürgens: „Aber bitte mit Sahne“.

Guten Appetit, keep on rockin´
Ree

 

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