Gedanken zu Istanbul!

Abscheu. Das empfinde ich, wenn ich mir die Bilder von Istanbul ansehe. Ich kann es nicht verstehen, ich finde es entsetzlich. Es will einfach nicht in mein Gehirn, dass sich ein Einzelner anmaßt, Entscheidungen über den Tod anderer zu treffen. Niemand gibt irgendwem das Recht dazu. Keine Ideologie. Keine wie auch immer geartete Frustration. Kein Glaube. Nichts. Wo auch immer der Täter her kommt, aus dem IS-Umfeld oder einer anderen Terrororganisation, ich wünsche ihm, dass es einen Gott gibt und dieser die erbärmliche Kreatur schnurstracks in Richtung ewige Verdammnis jagt.

Ich bin so bestürzt, weil es erst zwei Monate her ist, dass ich selbst mit einem geliebten Menschen über diesen Platz spaziert bin, die wunderschönen Monumente betrachtet habe und angesichts dieser malerischen Kulisse nicht im Ansatz an solche Gräueltaten zu glauben gedachte. Ich hätte es nicht ertragen, wäre die Explosion an jenem Tag erfolgt und ich hätte diesen eminent wichtigen Menschen verloren (über mich mache ich mir da weniger Gedanken, ich würde es ja vermutlich nicht mehr mitkriegen). Daher fühle ich aktuell so stark, auch wenn ich natürlich weiß, dass es an anderen Ecken auf der Welt ebenfalls viel Not und Leid gibt. Aber Istanbul ist mir noch präsent, die Einschläge kommen näher.

DSC08091Mein Beileid gilt all jenen, die dort Verluste erlitten haben. All jenen, die nun physische und psychische Schmerzen erleiden müssen. Den Menschen dieser Stadt, die sich nun (noch) weniger sicher fühlen werden.

Es darf nun nicht wieder zu einer Generalisierung führen. Ja, der IS ist abgrundtief verachtenswert, aber nein, nicht jeder Nicht-Christ ist ein Terrorist. Das sind weiterhin Minderheiten, die leider durch grausame Taten Aufmerksamkeit auf sich ziehen und eine gesamte ethnische Gruppe unter Generalverdacht stellen. Dem müssen wir uns entgegen stellen, das dürfen wir nicht zulassen. Meine unzählige muslimischen Freunde sind Seelen von Menschen, mit die (gast)freundlichsten Personen, die ich kenne. Es sollte auch nicht dazu führen, Istanbul nun auf Ewig zu meiden. Dafür ist die Stadt zu schön, die Kultur zu wertvoll, die Einwohner zu herzlich.

Ich bin einfach fassungslos ob der Situation und weiß auch keine allumfassende Lösung. Aber ich werde mir Gedanken dazu machen und wenn mir etwas schlaues einfällt, dann teile ich es. Einen schönen türkischen Spruch habe ich noch gefunden:

Her isitigine inanma, her gördügünü söyleme.

Übersetzung:
Glaub‘ nicht alles, was du hörst,
sag nicht alles, was du siehst.

Keep on rockin´
Ree

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