Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Bei den Iren ist immer was los! (017/366)

Irland. Grüne Insel, St. Patricks Day, Guiness und Kilkenny, rote Haare und Emotionalität. Kaum ein Land ist bei uns Deutschen und darüber hinaus in vielen anderen Teilen der Welt so positiv besetzt wie der kleine Staat mit den fröhlichen Menschen. Liegt es an der vermeintlichen Asterix-Geographie, also das kleine Dorf, das sich gegen die (hier britischen) Eindringlinge wehrt und von ihnen umzingelt ist? Dem Charme des David gegen Goliath (was mich übrigens im Zuge der Fußball-EM 1988 zu einem Irland-Sympathisanten gemacht hat)? Oder einfach an dem Mythos, anders zu sein, als die anderen Länder?

Auf jeden Fall sorgt diese Bevölkerungsgruppe mit all ihren Facetten trotz durchaus dunkler Flecken in der Historie (die IRA war keine besonders freundliche Truppe) in der Regel für ein wohliges Gefühl und ich kenne nicht wenige Landsleute, die im Zuge der vergangenen Fußball-Quali-Spiele auch den Iren die Daumen gedrückt haben, um sie mal wieder bei einem großen Turnier sehen zu können. In anderen Ländern haben sich die Iren erst recht hervorragend integriert und genießen zum Beispiel über Sportvereine Ansehen und Respekt, man denke nur an Celtic Glasgow oder die Boston Celtics. Mysthische Geschichten rund um Kobolde, Gedichte über Danny Boy und eine eigentümliche Sprache runden dieses Bild ab.

Was die Iren aber überall auszeichnet, im eigenen Land und in jeder Fremde, die ich bislang bereisen durfte (ok, in Laos ist mir tatsächlich keins begegnet), sind die unzähligen Irish Pubs. Urige Kneipen, holzvertäfelt, dunkel und von Kerzen beleuchtet, mit folkloristischer Musik (oft live), Sportübertragungen und vielen irischen Speisen und Getränken. Egal wo man auf der Erde ist, betritt man eine solche Kneipe, ist man in Irland. Kauderwelsch-Englisch ist die Sprache und herbe Freundlichkeit die Atmosphäre. Es wird gestritten, gelacht und gesungen, debattiert, mitgefiebert und gefeiert. Wer drin ist, gehört dazu, schwimmt mit und ist nicht mehr allein. Selbst, wenn man einsam an einem Tisch sitzt, fühlt man sich doch auf magische Weise den anderen Gästen zugehörig. Da ist sie wieder, diese irische Magie.

Ist auf dieser größten Insel der Kanaren nicht anders (vielleicht sogar noch ausgeprägter, da neben den Russen und Deutschen ja die Briten die dominierende Urlauberschicht hier sind), so dass wir uns nach einem langen Flug, Einkauf und ausgiebigem Spaziergang erfreut dort niedergelassen haben. Es war wie oben beschrieben, das frisch gezapfte Bier schmeckte besser als irgendwo sonst (zumal ich kein Bier mag, die Umgebung beeinflusst den Geschmack also ungemein), wir bliesen unseren Zigarrenrauch in den winterlichen Himmel und wurden Teil der irischen Familie. So saßen wir eine ganze Weile und genossen es, dem deutschen Winter entflohen und dennoch irgendwie nach Hause gekommen zu sein.

Erinnert hat es mich final daran, dass zwar jeder Mensch individuell ist, aber prinzipiell alle ursprünglich das gleiche Ziel haben: Glücklich durch ein erfülltes Leben zu gehen. Die Iren machen, zumindest äußerlich, vor wie das gehen kann. Vor Jahrzehnten habe ich von dort mal eine Postkarte geschickt bekommen, ich weiß allerdings nicht, ob der Spruch wirklich aus Irland kommt. Er passt aber hervorragend zu den freundlichen Menschen der grünen Insel und ganz besonders in den Irish Pubs scheint es zum Motto verkommen zu sein:

„Ein Fremder ist ein Freund, den man noch nicht kennt!“

In diesem Sinne, öffnet eure Herzen, denn selbst euer bester Freund, Partner oder Lieblingskollege war irgendwann mal ein Fremder.

Keep on rockin´

Ree

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