Oft liegt die Schönheit hinter der Gefahr! (018/366)

Risiken. Sie lauern überall, stets bereit, uns von Taten, Fortschritt und Erlebnissen, aber auch von Niederlagen und Verlust abzuhalten. Die Ungewissheit des Ausgangs hemmt uns daher, kann doch jede Entscheidung unterschiedlichstes auslösen, diverse Wege können in die richtige Richtung führen. Im Vorfeld kann man es einfach nicht wissen, denn das Risiko zu meiden heißt ja eben nicht, im Anschluss erfüllt und ewig zu leben. Sonst würden wir uns dem Risiko in vielen Fällen vermutlich gar nicht mehr stellen.

Eine wesentliche Frage ist, ob man direkt verzichtet, in Ruhe abwägt oder einfach mal los zieht. Verbunden mit der Entscheidung „Entdeckung oder Gewohnheit“, „Altes gegen Neues“, „Kribbeln oder Langeweile“. Spannend ist dabei natürlich die Abwägung, wie realistisch der Eintritt des Risikos ist, in welcher Ausprägung es uns begegnen wird und was die verschiedenen Auswirkungen sein können. 

Ich wollte schon immer mal nach Buenavista del Norte, denn trotz unzähliger Besuche auf der Insel habe ich es bislang lediglich bis Garachico geschafft. Nun war es also soweit, süßes Städtchen, doch wenn man schon so weit gekommen ist, sollte es auch bis ganz zur Inselspitze gehen. Punta de Teno war nun das Ziel, obwohl alle Reiseführer vor der gefährlichen, schlaglochübersäten Straße warnen, die bei unvorsichtiger Fahrweise schnell zu einem Abflug ins Meer verführen kann. Außerdem ist sie offiziell gesperrt, weil eben zu gefährlich. Egal, ich wollte hin, diesmal nicht stehen bleiben. Plan ist, dass es für lange Zeit mein letzter Besuch auf der Insel bleibt, daher hieß es „jetzt oder (vorerst) nie.

Kribbelig war es, gerumpelt hat es, Gegenverkehr war eine Herausforderung, doch als sich am Ende das glitzernde Meer von drei Seiten auftat, der Leuchtturm rechts vor der malerischen Schattenkulisse der Nachbarinsel La Gomera in den Blick kam und links die ehrfurchteinflößende Steilküste Los Gigantes ins Meer fiel, da war klar, dass sich das Risiko gelohnt hat. Eine solche Kulisse war mir, obwohl schon viele Besuche zurück liegen, bis dato nur höchst selten vergönnt. Die Abendsonne tauchte alles in ein schon fast mystisches Licht und der korpulente Angler am Meeresrand rundete ein Bild ab, dass in einer alten Erzählung von Humboldt nicht hätte vollkommener sein können. Die Gefahr war gebannt, Schönheit erkannt. Es hat sich gelohnt.

Wir alle müssen uns den Risiken stellen, mit denen wir konfrontiert werden. Wir müssen sie mit unseren Zielen, Wünschen, Hoffnungen und Träumen vergleichen und für uns selbst die Entscheidung treffen, bis zu welchem Grad wir ein Risiko einzugehen bereit sind. Und selbst wenn es mal mit zitternden Knien geschieht, selbst wenn es Rückschläge gibt oder eine Unternehmung scheitert: Ist das Risiko bezwungen, so öffnet sich oft ein Blickwinkel voller Schönheit. Das ist ein wenig Nervenkitzel durchaus wert.

Keep on rockin´

Ree

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