Dieses Stückchen Gewohnheit! (037/366)

Gewohnheitstier. Sagt man über Menschen. Weil wir in der Lage sind, uns ohne aktives eigenes Zutun relativ schnell (alles ist relativ) mit veränderten Rahmenbedingungen abzufinden. Das heißt nicht, dass man in Spitzengeschwindigkeit wieder glücklich wird oder Rückfälle in schmerzhafte Phasen ausbleiben, nein. Aber die Situationen des Alltags werden wieder normaler. Man lacht wieder mehr über Kleinigkeiten. Und man lässt selbst auch mal aus eigenem Antrieb einen Spruch fallen.

Das fällt immer mal wieder auf, solche Verhaltensmuster lassen sich vielerorts spielend leicht beobachten. Selbst wenn derjenige es persönlich erstmal nicht bemerkt. Doch kleine, sukzessive Veränderungen in Gestik, Sprache und Mimik deuten an, wann jemand auf einem aufsteigenden Ast ist. Menschen, die einen Verlust erlitten haben, fangen langsam wieder an zu lächeln, finden Freude in kleinen Erfolgserlebnissen oder können über das Erlebte etwas offener sprechen.

Betroffene von gescheiterten Partnerschaften schauen mal wieder einem knackigen Po hinterher oder sind in der Lage, vergangenes Leid in Ironie oder Scherze zu verpacken. Freunde, die den Verlust des Arbeitsplatzes zu verarbeiten haben fangen an, Zukunftsvisionen zu entwickeln und Pläne zu schmieden (die auch gerne unrealistisch sein dürfen).

Kurzum, es geht Schritt für Schritt ins aktive Leben zurück. Wie gesagt, Rückschläge gibt es in der Regel dennoch, die sind völlig normal und können sich katastrophal anfühlen (ich erinnere daran, dass 12 Tage Urlaubserholung dafür gesorgt haben, ein eigentlich schon halbwegs wieder gefülltes Loch erneut tief aufzureißen), nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass selbst dann eine Gewohnheitsrückkehr (vielleicht sogar schneller) gelingt.

Das lässt mich ausnahmsweise mal positiver in die Zukunft schauen und einen Ausspruch einer guten Freundin zitieren, die schwere Zeiten hinter sich hat und dementsprechend mehr als berechtigt war, mir dies zu sagen: „Lass Dir gesagt sein, es gibt noch viel Schlimmeres“. Und by the way: Ich bin ein großer Feind dieses Ausspruchs „anderen geht es doch noch schlimmer“, weil das persönliche Leid in der Regeln schon noch anders wahrgenommen wird, aber manchmal, ja manchmal, lohnt sich die Gegenüberstellung, Reflektion und Konfrontation eben doch. Manchmal.

Keep on rockin´
Ree

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