Lernen kann Spaß machen! (048/366)

Spanisch. Nicht so filigran wie Französisch, nicht so elegant wie Italienisch. Natürlich überhaupt nicht so grob wie Deutsch. Irgendwas dazwischen, mit Melodie und Härte, romanisch geprägt und doch auch mit romantischen Zügen. Lohnenswert zu lernen, weil man in einem ganzen Haufen Ländern damit weiterkommt und sogar in Portugal und Italien eine Menge mehr versteht als zuvor. Viele Wortstämme sind identisch und selbst die Grammatik gleicht sich.

Na, und wenn man, wie ich, eigentlich in jedem Jahr seit 2003 mindestens eine Woche in Spanien verbringt, sollte man so langsam wirklich mal den Arsch aus der Hose kriegen und sich etwas intensiver um das Erlernen der Sprache kümmern. Immer nur Cerveza bestellen und die cuenta anfordern sollte kein Dauerzustand bleiben. Also traf ich die Entscheidung, nach unzähligen fehlgeschlagenen Versuchen mit diversen Offline-Sprachkursen (also Büchern von Pons, Langenscheidt und Co), die Sache etwas ernster zu nehmen.

Zunächst über Babbel, was zwar auch Geld kostet, dafür aber am PC, Smartphone und Tablet nutzbar ist. Zudem finde ich den Aufbau toll und komme mit der Art der Lernvermittlung super klar. Seit November nutze ich es intensiv und bin in der Mitte von Anfängerkurs 2. Reicht noch nicht, ist aber ein guter Start. Um das zu intensivieren habe ich mich darüber hinaus bei der Volkshochschule angemeldet und startete heute in einem Drittsemesterkurs (was in der VHS die achte Lektion des Lehrbuchs bedeutet, also nicht besonders weit).

Die Lehrerin, eine kleine peruanische Mittfünfzigerin, ist superfreundlich, nahm mich mit offenen Armen auf und begann mit einer lustigen Kennenlernrunde. Unter den sechs Teilnehmern befand ich mich sprachlich im guten Mittelfeld, worüber ich selbst überrascht war, da die anderen ja die ersten zwei Semester bereits absolviert hatten. Nach der Stunde wusste ich allerdings wieso, da wir in 90 Minuten lediglich drei Übungen durchgegangen sind; ein sehr langsames Tempo.

Aber: Da es sehr viel Spaß bereitet hat, ist es mir durchaus recht. Es motiviert, sich weiter mit der Sprache zu befassen und sorgt dafür, dass ich mit Babbel und dem Kursbuch eigeninitiativ weitermache. Spannend war eher die soziale Studie der anderen Kursteilnehmer. Da ist das ca. 50jährige Ehepaar, er möchte fit im Kopf bleiben und sie eine gemeinsame Aktivität mit ihrem Mann verbringen – süß, wie sich die beiden das Kursbuch teilen, Distanziertheit vorzugeben versuchen, aber dennoch ein vertrautes, eingespieltes Team sind und das auch nicht verbergen können. Dann ein asiatischer Herr in den Fünfzigern, der unter Leute will und daher den Kurs absolviert. Das Mädel Mitte 30, die spanische Freunde hat und sich mit denen auch mal in deren Muttersprache unterhalten möchte und zu guter Letzt die 50jährige, die mit ihrer Familie viele Urlaube in Spanien verbringt und daher tiefer in die Sprache eintauchen möchte, um dort auch versteckte Gegenden abseits des Tourismus möglichst sicher erkunden zu können.

Viele Beweggründe, unterschiedlichste Charaktere und eine interessante räumliche Platzierung. Bis auf das Ehepaar saßen nämlich alle einzeln und möglichst weit voneinander entfernt – mich eingeschlossen. Ich denke, das wird sich beim nächsten Mal schon ändern, da man sich nun vermeintlich bereits etwas kennt. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt und freue mich, diesen Schritt gemacht zu haben. Denn genau das ist ja in der Regel mein Problem: Erstmalig alleine irgendwo hin zu gehen. Somit war das ein richtig guter Tag.

Keep on rockin´
Ree

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