Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Eigenverantwortlich, doch nicht allein! (082/366)

Selbstständig. Tun und lassen dürfen, was man möchte, davon träumen in erster Linie heranwachsende Jugendliche, aber auch so mancher in einer Beziehung befindlicher Zeitgenosse oder routinierter Arbeitnehmer. Fühlt man sich doch rasch eingeengt, von Eltern, Partnern, Vorgesetzten, beschränkt in seinen Möglichkeiten und gehemmt in der individuellen Entfaltung.

Dazu gehört aber auch, Verantwortung zu übernehmen für die eigenen Vorhaben und Handlungen. Rückschläge einstecken, Niederlagen verarbeiten müssen. Frustrierende Momente erleben und damit klar kommen, dass sich Entscheidungen als falsch herausstellen und Pläne verpuffen können. Und dann eben nicht die Schuld bei anderen suchen, sondern in Selbstreflexion für die Zukunft lernen.

So einfach ist die ganze Geschichte aber natürlich auch wieder nicht. Abnabelung vom Elternhaus ist schön und gut, aber Eltern bleiben Eltern, und wenn die Not mal groß ist, kann man sich in der Regel auch mit 30, 40, 50 Jahren noch über entsprechende Unterstützung freuen; sei es moralischer, finanzieller oder freundschaftlicher Natur.

In einer Partnerschaft wird die Story nicht minder komplex, gilt es doch, seine Egoismen zu kontrollieren und in Einklang mit den gemeinsamen Wünschen zu bringen. Hier haben individuelle Entscheidungen, die eigenen Planänderungen und Alleingänge nämlich weit reichende Folgen. Mit einer Entscheidung pro Beziehung vereinbart man stillschweigend, auch für sich gegenseitig mit verantwortlich zu sein und sorgsam damit umzugehen. Trennungen enden häufig genau deshalb in einem Scherbenhaufen: Weil einer seinen Egoismus nicht kontrolliert hat und „sein Ding“ ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen will. In solchen Entwicklungen führt Liebe oft zu Hass, Streit, Rachsucht und Verderben. Ein Elend.

Kommen wir zum Arbeitsleben, ist die Sache klar: Wer in einem abhängigen Arbeitsverhältnis beschäftigt ist, weil das dort verdiente Geld für die Lebenshaltung unumgänglich ist, schränkt dies die Individualität per se ein. Kaum jemand arbeitet in einem Job, in dem er all seine Träume ausleben kann. Selbstständige hingegen haben dann und wann ihr Hobby zum Beruf gemacht und so eine bessere Ausgangsbasis für Individualität; parallel aber auch immer den Druck, schlechten Zeiten entgegen zu wirken.

Ihr seht, Eigenverantwortung begleitet uns überall im Alltag, ist auch enorm wichtig, da nicht immer jemand „für einen da ist“ (glaubt mir, ich kenne aktuell viel zu viel Zeit allein), aber ganz ohne „die anderen“ geht es (zumindest für mich und mein Umfeld) auch nicht. Die wenigsten von uns sind tauglich, als Eremit durch das Leben zu gehen und manche, die sich für besonders eigenverantwortlich halten, merken überhaupt nicht, wie sehr sie andere damit (oft negativ) beeinflussen.

Geht also sensibel mit diesem Thema um, denn zu wenig Eigenverantwortung heißt, dass ihr oft eine zweite Person für euer Glück einspannt (der damit möglicherweise auf Dauer überfordert oder eingeschränkt wird) und zu viel Eigenverantwortung kann dazu führen, dass ihr wie ein Bulldozer ohne Rücksicht auf Verluste durch das Leben geht und das noch nicht mal merkt. Der gesunde Mittelweg ist gefragt; und Freunde, die uns auf die Spur bringen, wenn wir von eben diesem Weg abzukommen drohen.

Keep on rockin´
Ree

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3 Antworten zu „Eigenverantwortlich, doch nicht allein! (082/366)“

  1. Anna

    Hallöchen und danke für den Beitrag! Ich bin gerade selber auf dem Weg noch eigenständiger zu werdén und auszuziehen 😅 Das stellt man sich oft einfacher vor, als es dann ist 🙂
    liebe Grüße
    Anna

    Antworten
    • Reeorchs

      Ich kann Dir sagen, man kommt (leider, zum Glück) nie völlig los. Aber es ist meistens spannend und bringt viele neue Erfahrungen mit sich. Und die machen das Leben ja gerade aus 🙂

      Antworten

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