Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Zum Alleinsein gehört Kraft! (083/366)

Umstellung. Vielen fällt sie sehr schwer, resultiert sie doch in der Regel aus einer Veränderung der Umstände, die häufig nicht gerade herbei gesehnt wurde. Für manche bedeutet das, plötzlich (wieder) für sich und seinen Tag komplett selbst verantwortlich zu sein, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen, aber auch ohne Interaktion mit einem anderen über die Gestaltung des Tages.

Das kann durch den Auszug aus dem Elternhaus geschehen, wie auch nach Beendigung einer Partnerschaft (was ja gerade in unserer Welt inzwischen die Regel ist, Nachhaltigkeit, Beständigkeit, das Durchhalten in schweren Zeiten ist den meisten inzwischen offenbar zu anstrengend geworden). Egal, ob man diese neue Zeit mit Enthusiasmus oder tiefster Enttäuschung beginnt, nahezu jeder kommt bisweilen an den Punkt, an dem eine zweite Meinung zu etwas höchst willkommen wäre.

Wenn man immer gewohnt war, in Gesellschaft zu verweilen, fallen einsame Stunden mitunter sehr schwer. Ist es in einer Gemeinschaft durchaus auch mal angenehm, einige Zeit mit sich selbst zu verbringen, so wird man dem überdrüssig, wenn es zu lange andauert. Wenn Freunde in Familie oder Beziehung verweilen, Eltern ihre verdienten Reisen unternehmen oder, unabänderlich, dennoch tragisch, geliebte Menschen das Zeitliche segnen, ist man häufiger auf sich allein gestellt, als gewünscht.

Ja, es gibt durchaus Menschen, die die Einsamkeit hoch schätzen (oder dies zumindest vorgeben), doch habe ich selbst in Blogs von digitalen Nomaden, die die Individualität ihrer Lebensweise preisen, bereits häufig den Wunsch nach einem Partner herauslesen können. Daher halte ich es für eine seltene Ausnahme, wenn Einzelne tatsächlich ihre Individualität der Gesellschaft mit anderen vorziehen.

Persönlich ist es mir ein Gräuel, (zu) viel Zeit ohne meine besten Freunde (dazu zähle ich auch meine Eltern) verbringen zu müssen oder gar ohne Begleitung einen Urlaub anzutreten (war vor einigen Jahren mal der Fall, könnte auch in Kürze mal wieder soweit sein). Ich bin nicht zum Alleinsein geschaffen und befasse mich daher mal wieder ernsthaft mit der Adoption einer neuen Duftnase – mit Ausblick Richtung Spätsommer, denn das will ordentlich vorbereitet sein.

Bis dahin werde ich alle Kraft aufbringen, um Abwechslung und Sinn in die Stunden der Langeweile zu integrieren; keine physische Kraft, sondern eher psychische, denn man versackt sehr leicht vor dem Fernseher, da dort die Vielfalt vorhanden ist und jemand virtuell Zeit mit einem verbringt. Das birgt Gefahren, denen sich oftmals ältere Menschen kaum entziehen können und so den Anschluss an die Gesellschaft verlieren. Das möchte ich nicht erleben. Aber anstrengend ist es schon.

Keep on rockin´
Ree

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Einfaches HTML ist erlaubt. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Abonniere diesen Kommentar-Feed über RSS

%d Bloggern gefällt das: