Von Selbst- und Fremdbestimmung! (090/366)

Einflussnahme. Wie viel Einfluss hat man auf sein Leben, was kann man tatsächlich selbst entscheiden? Das fängt zum Glück schon mit der Geburt an, denn wir können zwar selbstbestimmt atmen, aber zur Nahrungsaufnahme und für Ortswechsel sind wir ziemlich lange auf fremde Hilfe angewiesen. So zieht sich das durch das Leben, wir bewerben uns zwar selbst für Jobs, sind aber auf Dritte angewiesen, diesen auch zu bekommen, leben in Abhängigkeit zu Freunden und Verwandten und haben nur in Nuancen die Chance, Dinge zu unternehmen, ohne direkt andere Personen in irgendeiner Form zu beeinflussen.

Heute war ich zu einem großen Teil besonders angenehm fremdbestimmt. Es herrschte großartiges Wetter, ich hatte mir in weiser Voraussicht einen Tag frei genommen und mein Wuffmaster war hier. So bestimmte das Monster heute, wo es lang ging, wann Action anstand und wann ich gefälligst geruhsam auf der Couch zu sitzen hatte. Das hat mir richtig gut gefallen, so dass ich keinen Gedanken daran verschwendet habe, hier vielleicht fremdgesteuert gewesen zu sein.

Wir gingen ein paar Mal in den Wald um die Ecke, tobten durch die Gegend und absolvierten ein paar Suchspiele. Der Wuffmaster enterte dann noch die Schneewittchen-Hütte und reklamierte sie ab sofort als sein Eigentum. Nach einer kurzen Diskussion konnte ich ihn dann aber doch noch zum Weiterlaufen überreden, so dass wir noch meine Nachbarin mit ihren beiden Hunden trafen und die drei Chaoten ein kleines Gewusel auf der Wiese veranstalten (inklusive kurzer Verfolgungsjagd eines Pferdequartetts, welches im Galopp an uns vorbeiraste – da blieb schon kurz das Herz stehen, aber zum Glück lief alles glatt.

dav
Wuffmaster und die Schneewittchen-Hütte

Andere Formen der Fremdbestimmung, die mir in den letzten Tagen begegnet sind, sind weniger schön. So habe ich gelernt, dass permanente Appelle an das schlechte Gewissen dazu führen können, dass eigentlich fest eingeplante Vorhaben trotz unangenehmer Konsequenzen über den Haufen geworfen werden – sogar ein stückweit verständlich, denn wer lässt sich schon gerne in einer Tour als Buhmann darstellen? Allerdings bin ich nicht zufrieden mit den Rahmenbedingungen, aus denen diese Situation geschaffen wurde. Hier werden nämlich viele gute Taten der Vergangenheit einfach ignoriert.

Genauso habe ich im Bekanntenkreis beobachten dürfen, wie jemand in einer Situation, in der eigentlich Zusammenhalt und Freude angesagt wäre, im Stich gelassen wird und nun vor der Situation steht, einen Scherbenhaufen zusammenkehren und in einer höchst komplexen Lebensphase extrem schwere Entscheidungen treffen zu müssen. Hier fehlt mir jedes Verständnis ob des fehlenden Feingefühls der dritten Person. Ich hatte mal einen Blogbeitrag zur Menschlichkeit, könnte auch gut da rein passen.

Was ist die Aussage? Achtet aufeinander, aber vor allem auch auf euch persönlich. Habt im Blick, welche Auswirkungen eure Taten auf andere Menschen haben (ohne Einfluss ist niemand von uns), überlegt euch, ob euer Handeln Konsequenzen für andere haben werden, die ihr nicht vertreten möchtet – vielleicht, weil es euch nicht gefallen würde, wenn ihr selbst mit diesen Konsequenzen rechnen müsstet. Es wird Situationen geben, da werdet ihr euch dennoch für das entsprechende Handeln entscheiden (müssen). Aber dann könnt ihr zumindest sagen, dass es achtbar war und ihr keine andere Chance gesehen habt. Auch wenn der/ die Andere das dann vermutlich noch immer nicht verstehen wird.

Keep on rockin´
Ree

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