Handeln ist besser als untätig sein! (123/366)

Krishna. Für seine Anhänger im Hindiusmus die Inkarnation des Größten, soll diese Worte gesprochen haben. So berichtete es mir zumindest die Bhagavadgita (eine alte Erzählung über den Glauben und das Leben, mit Krishna in zentraler Rolle), welcher ich mittels meines Audible-Abonnements heute andächtig gelauscht habe. Auch wenn ich mich keiner Religion zugehörig fühle, so finde ich die Lehren und Ratschläge von Buddhismus und Hinduismus doch oftmals sehr treffend, wenig anmaßend und für viele Situationen passend. Dazu gefällt mir die in der Regel unaufgeregte Art des Vortragenden und die zentrale Aufforderung, anderen zu helfen um persönliche Zufriedenheit zu erlangen. Zurück zu Krishnas Worten, denen ich heute Taten folgen zu lassen entschlossen war.

DSC01815Nachdem es gestern an den Strand ging, waren heute Wälder und Felder mein Ziel, konkret der Westerwald rund um Montabaur. Nach kurzer Findungsphase hatte ich diese Tour in meinem Rother Wanderführer der Region entdeckt und der Beschreibung nach für gut befunden. Also den Motor gestartet und gegen 10:30 Uhr am Ausgangsort eingetroffen. Die Tour führte zu Beginn durch die wirklich schöne Altstadt von Montabaur, wo ich gleich zu Beginn ein Thai-Massage-Studio erspähte, gut versteckt, aber für mich wie gemalt. Somit war die nächste Wandermotivation manifestiert: Nach Vollendung der Rundtour nahm ich mir einen Abstecher in ebendiesen Salon vor, um meine dann vermutlich müden Muskeln ordentlich reaktivieren zu lassen.

DSC01847Am erstaunlich schönen Rathaus vorbei ging es zunächst entlang von Wiesen und Feldern auf mein Teilziel, den Köppel-Turm, zu. Ein Raubvogel begleitete mich eine ganze Zeit (falls jemand von euch konkreter sagen kann, welche Art Vogel das war, gerne Hinweise an mich) und gab mir zusätzliche Kraft diesen Weg zu wandern. Majestätisch schwebte er in der Luft, immer auf der Suche nach einem Ziel für das Abendessen, wie ich vermute. Nun gut, mit Eintauchen in den Wald verlor ich den Kamerad aus dem Blick, durfte fortan aber entlang eines Bachlaufs wandern, der wie gemalt erschien. Glitzernde Steine, verwinkelte Bäume und ein Pfad, gerade breit genug für mich (woran das wohl liegen mag). Die Sonne gab sich zusätzlich Mühe, durch die Baumwipfel zu glitzern, so dass diese Etappe rückblickend die schönste der ganzen Wanderung war.

DSC01816Nachdem ich dem Bach Adieu sagen musste, entpuppte sich der Wald als wirklich nett, aber unterschied sich eben doch nicht von anderen Wäldern der Umgebung, wie auch? Allerdings haben die Gemeinden der Umgebung eine Menge investiert, um beispielsweise eine Waldschule, einen riesigen Waldspielplatz und Fahrradbereiche anzulegen. Der steilste Anstieg des Tages brachte mich nach zwei Stunden an den Fuß des Köppel-Turms, an dem mich extrem verschmuste (aber sehr wilde) Labrador-Hunde abschlecken durften und ich mir zur Belohnung in der Gaststätte ein Weizen gönnte. Hier in der Sonne sitzend, über das Hörbuch sinnierend und durch die Anstrengung endorphingetränkt vor mich hin lächelnd, war das Leben ganz annehmbar.

RaubvogelUm die im Wanderführer empfohlene Fernsicht genießen zu können erklomm ich auch noch den Turm selbst über unzählige Treppenstufen, wurde oben aber dann auch mit Ausblicken belohnt, die mir den Atem leicht stocken ließen. Auf über 500 Metern Höhe, am höchsten Punkt des Montabaur-Gebiets, konnte man Richtung Taunus, Hunsrück und Siebengebirge schauen, erspähte das Schloss Montabaur in weiter Ferne und bekam einen Eindruck von der Ausbreitung des Westerwalds. Echt cool, wer von euch mal dort in der Nähe ist, sollte hier auf jeden Fall rasten und rauf.

Der Rückweg war weniger anstrengend und auch nicht mehr besonders spektakulär, ich meditierte zwischendurch eine Viertelstunde vor einer Bank, während mir die Sonne ins Gesicht schien und konnte einige schöne Blicke auf das Schloss erhaschen, aber ansonsten war es einfach eine entspannte letzte Etappe. Schick auch die Halfpipe und der Mountainbike-Parcour kurz vor der Altstadt; sowas gehört in jede Gemeinde. Nach insgesamt 4:30 Stunden stand ich also wieder vor dem Massagesalon und hatte tatsächlich Glück: Kein anderer Gast war drin, so dass ich mir die einstündige Thai-Ölmassage gönnen konnte (und dabei gelernt habe, dass nur Frauen Sabbadi-Ka zur Begrüßung sagen, Männer dagegen Sabbadi-Krap – ob die Leute Thailand wohl deshalb immer so amüsiert waren?). Die Inhaberin war ein Goldstück, der Liebe wegen in Montabaur, in ihrem Fach absolut versiert und immer zum richtigen Zeitpunkt zu einem kurzen Gespräch bereit. Hier werde ich wieder mal aufschlagen.

DSC01842Halbwegs wieder hergestellt (ja, mir tut selbst jetzt noch so einiges an Fuß und Oberschenkel weh) bummelte ich noch etwas durch das Fashion Outlet Center (bekanntermaßen mein Lieblingsort für sowas), war aber zu ko, um irgendetwas anzuprobieren. So blieb es bei einer Bionade, einem kleinen Snack und gegen 18 Uhr ging es zurück nach Bad Honnef. Summasummarum eine tolle Tour, aus der manches hängen bleibt: Mein Weg, andere glücklich machen zu wollen, ist nicht falsch. Wandern befreit zeitweise von innerer Zerrissenheit. Und ich muss mich endlich an meine schon eine Weile geplante YouTube-Lesung machen. Mal schauen, was nun der Rest des Wochenendes bringt. Ich werde gleich mal schauen, ob ein erneuter Ausflug sinnvoll und machbar ist. Bis dahin, genießt die Sonne.

Keep on rockin´
ReeDSC01835

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