Spazierfahrt mit Aussicht! (135/366)

Schluchten. Können einengen, wenn sich die Berge links und rechts in die Höhe schrauben, ein weiteres Massiv vor einem aufragt und der Weg zurück nicht mehr zu erkennen ist. Klaustrophobie ist hier kein guter Begleiter, Höhenangst und der Wunsch nach anderen Menschen auch nicht unbedingt. Ja, es kann schon beklemmend wirken, in solch einer Umgebung unterwegs zu sein – ob zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto.
image
Wir hatten natürlich das Auto gewählt und gewohnheitsmäßig war ich der Fahrer, was dazu führte, dass auf der eigentlich sehr ordentlich befestigten Straße ein sonores Störgeräusch vom Beifahrersitz zu mir herüber drang – zumindest in regelmäßigen Abständen bei vermeintlich uneinsehbaren Kurven, zu schwächlich dimensionierten Leitplanken oder einer (nicht existenten) zu rasanten Fahrweise des Steuermanns. Diese Panikattacken ausblendend wurde es aber erneut ein sehr amüsanter Road Trip mit teilweise spektakulären Ausblicken.

image

Ob beim Kaffee an der kleinen Gebirgsraststätte oder an kleineren Ausbuchtungen auf der Serpentinenstraße, jeder Halt hatte seine besondere Note. Einmal sogar wörtlich genommen, stoppten wir doch an einem verwinkelten Eckchen, das offensichtlich als Entsorgungsstelle für tote Tiere genutzt wurde. Jede Menge Knochen, auch ein ganzes Skelett, lagen herum und eine vermutlich noch nicht allzu lang dahin geraffte Ziege verweste fröhlich vor sich hin. Wir sahen zu, dass wir uns davon stahlen, bevor einem von uns das Frühstück wieder hoch kam (immerhin gab es Baked Beans, Sausages & Pudding; das hätte sicherlich ein Desaster gegeben).
image
Weiter voran führte die Straße, vorbei an malerischen Stauseen, einem Aussichtspunkt mit unfassbarem Blick und hinauf auf ein Hochplateau, von welcher aus wir zu einem in die Berge gehauenen Höhlendorf spaziert sind. Hier befanden wir uns mitten in den Wolken, was Feuchtigkeit herbei zauberte und kleine Tropfen von der Nasenspitze herabfallen ließ. Am Cruz de Tejeda bewunderten wir schlussendlich ein wahrhaft luxuriöses Hotel, im frühen 20. Jahrhundert errichtet, mit einem Whirlpool über der Felsklippe. Wenn ich mal etwas dekadenter Reisen möchte, könnte das ein Ziel werden.

image

Nach der dann folgenden, ereignisarmen, Rückfahrt klang der Tag unspektakulär aus. Ein wenig Fisch zum Abendessen, ein Eis und etwas Smirnoff Ice als Absacker und irgendwann zog es uns beide ins jeweilige Zimmer. Ich machte mir noch so einige Überlegungen zur aktuellen und zukünftigen Situation, war aber ob der Fahrerei offensichtlich nicht wirklich in der Lage, einen Gedanken tatsächlich festzuhalten. So ist das auf heute vertagt, denn wir sind überein gekommen, einen relaxten Tag einzuschieben, an dem wir uns in erster Linie fahren lassen und zwischendrin ein wenig Bummeln und Sightseeing betreiben. Vielleicht regt das ja die Gedächtniszahnrädchen etwas an. Spannung steigt 😉

Keep on rockin´

Ree 

Werbeanzeigen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s