Von der Freude an der Qual! (136/366)

Trainingsintensität. Empfindet jeder je nach Fitnesszustand und zu absolvierender Übung unterschiedlich, denn was den Anfänger buchstäblich zu Tode quält, würde dem Profi nur ein müdes Lächeln entlocken. Daher sind universelle Trainingslektionen und Handbücher, sei es aus Zeitschriften, dem Internet oder einem eigens dafür verfassten Buch, mit Vorsicht zu genießen. Bekanntermaßen trainiere ich ja aktuell mit dem „Fit ohne Geräte – Die 90-Tages-Challenge„-Werk von Mark Lauren und nach den ersten elf Trainingstagen wage ich auch hier mal zu schreiben, dass ich es zwar für das bislang beste Buch für individuelles Training halte (natürlich zusammen mit seinem eigentlichen Kompendium „Fit ohne Geräte“), aber es dennoch streckenweise unzureichend ist.

Warum ich so empfinde? Nun, ich halte mich nicht für völlig untrainiert (klar sind inzwischen ein paar Kilo zuviel drauf, aber die Grundfitness um einen Halbmarathon aus dem Stand zu laufen oder einige Stunden im Kraftraum zu verbringen, sind erwiesenermaßen noch da), musste aber an Tag 11 in der Anfängerstufe über meine Schmerzgrenze hinausgehen, um die fünf zu absolvierenden Runden zu schaffen. Das allein ist noch kein Beinbruch, im Gegenteil, Steigerung der Trainingsintensität bringt den Körper auf das nächste Level und sorgt nach Abschluss der Einheit für einen wunderbaren Endorphinschub. Nein, was mich daran stört ist, dass der Autor in der Einleitung behauptet, dieses Buch sei für jeden Menschen, egal welchen Alters oder Gewicht, nutzbar; dem möchte ich widersprechen. 

Ein übergewichtigerer oder gebrechlicherer Mensch kann mit diesen Übungen zum einen echte Verletzungen riskieren (Knie, Achillessehne) und wird zum anderen möglicherweise nachhaltig demotiviert, weil der Körper die gewünschten Wiederholungen nicht durchhält. Letzteres bringt manchem zwar die Extramotivation, die er braucht (bei mir ist das so, wenn die Muskeln kurz vor Toresschluss zu versagen drohen), andere legen das Buch dann aber mit einem „ich schaffe es ja doch nicht“-Gedanken zur Seite und das wirkt dann gleich mehrfach kontraproduktiv. Das Geld für das Buch ist futsch und, noch fataler, jemand gibt auf, der Sport möglicherweise dringend nötig hat und sich sogar zur Aktivität durchgerungen hatte.

Gegenmittel? Ist gar nicht so einfach. Sport ist natürlich in der Regel im Verein am sinnvollsten, da dort die Gruppenmotivation einander pusht und, wenn der Spaß im Vordergrund steht, die Fitness so nebenbei verbessert wird. Mit steigendem Alter wird die Hemmschwelle, einem Verein beizutreten, allerdings stetig größer und die Anzahl der für den Körper vernünftigen Sportarten nimmt ab (Badminton = Achillessehnenriss ist beispielsweise bei 45+ keine Seltenheit). Außderdem hat jemand, dem Sport gut tun würde, oftmals Probleme damit, einer bereits existenten Sportgruppe beizutreten. Meiner Erfahrung nach ist ein Personal Trainer eine hervorragende Alternative hierzu, wenn man in der Lage ist, die nötigen Gebühren dafür zu entrichten. Dabei muss es nicht mal ein 1:1 Training sein, denn viele Personal Trainer bieten inzwischen Kurse in Kleingruppen an. Die Vorteile: Er stellt die Gruppe auf Basis ähnlicher Fitnesslevel zusammen, entwirft einen Trainings- und Ernährungsplan, letzteren ganz individuell auf jedes einzelne Gruppenmitglied abgestimmt, und wählt alters- und zustandsgerechte Übungen aus. Zudem befindet man sich unter Gleichgesinnten und kann sich auch nach dem Gruppentraining für weitere Einheiten (oder auch mal zur Freizeitgestaltung) verabreden. Mit dieser Variante entgeht man der Sorge, für ein Vereinsteam nicht fit genug zu sein und der Befürchtung, in einem Kurs belächelt zu werden. So bleibt man dabei, steigert so sein körperliches Wohlbefinden und die mentale Gesundheit gleich mit.

Persönlich werde ich erstmal bei der 90-Tages-Challenge bleiben, schon weil ich diese ortsunabhängige Art des Trainings schätze. Dennoch erwäge ich, nach der Rückkehr nach Deutschland parallel wieder einem Fitnessstudio beizutreten, da ich dann und wann die Interaktion mit anderen trainierenden Menschen vermisse und dies streckenweise in den sportlichen Alltag integrieren möchte. Vermutlich wird es dann aber ein günstiges 24-Stunden-Studio wie McFit werden, da ich so bei temporärer Abwesenheit vernachlässigbare Unkosten habe und ein deutschlandweites Netz von Studios nutzen kann. Ich hoffe, mit diesem kleinen Exkurs habe ich euch nicht gelangweilt, doch mir war das Thema nach der heutigen Session wichtig. Gerne könnt ihr eure Trainingserfahrungen mit mir teilen, ich bin immer begeistert von Anregungen, Feedback und den Erfahrungen anderer zu lesen.

Keep on rockin´

Ree 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s