Diese fiesen Flashbacks! (141/366)

Rückblenden. Ungewollt, unkontrollierbar, oft in den falschesten Situationen. Ein bestimmtes Wort, ein Hund am Horizont, das Bulli-Poster oder einfach eine eMail zu einem unangenehmen Thema – vieles hat das Zeug, die Stimmung kippen zu lassen. In solchen Momenten können die Laune, die Umgebung, das Umfeld noch so gut gewesen sein, innerlich krampft sich alles zusammen, die Gedanken tanzen einen Teufelstanz und das gegenwärtige Leben wird nur noch dumpf wie durch eine Nebelwand wahrgenommen. In schlimmen, nachhaltigen Fällen hat so ein Flashback die Macht, ganze Welten einstürzen und zum Beispiel einen Urlaub zum kippen zu bringen. Man benötigt eine immense Kraft, um sich selbst aus so einem Moment zu befreien und der Gedankenspirale einen Seitenausgang zu bieten. Dann besteht die Chance, dass nur ein kurzer seismographischer Ausschlag auf der verletzlichen Seele zurückbleibt.

Heute ereilte mich natürlich so ein Moment der kurzzeitigen Überwältigung mitten im wirklich coolen Chillout Club del Mar, den wir uns für das Frühstücksbuffet und eine längere Auszeit auf den dargebotenen Liegen ausgesucht hatten. Fies auch deshalb, weil ich durch die verordnete Ruhe des Tages deutlich angreifbarer war, denn es fehlte ja an nahezu jeglicher Art der Ablenkung. Da eine Mail auf dem Smartphone der Auslöser war, bot sich dies als Spielzeug logischerweise nämlich auch nicht an. Was muss ich in der Club-Lounge auch eMails checken, ärgerlich. Wobei, sonst wäre ich eben zu einem späteren Zeitpunkt damit konfrontiert worden und wer weiß, ob das dann besser gewesen wäre. So kreisten die Gedanken also mal wieder um das Wieso, Weshalb, Warum, ohne dass ich einen Deut schlauer als in den vergangenen Monaten geworden wäre. Allerdings hielt das heute glücklicherweise nicht lange an, ich scheine doch ein wenig Abstand im Zuge dieses Urlaubs bekommen haben und einige anstehende Pläne sind wohl ebenfalls hilfreich. Trotzdem musste mir natürlich kurz darauf auch noch Gentleman eine Textzeile ins Ohr singen, die vermutlich immer passt, heute aber etwas mehr Aufmerksamkeit mit sich brachte: “It´s funny how memories don´t leave like people do“ aus seinem Song Memories. Nun, so ist es wohl, doch der richtige Weg damit umzugehen scheint sich am Horizont langsam abzuzeichnen. Ich bin fest entschlossen, ihm weiter zu folgen. Heute konnte es mich zumindest nicht zu Boden reißen und dort festtackern, sondern lediglich für einen kurzen Moment des Erschreckens sorgen. Ganz passabel, denke ich. Genießt den Rest des Tages und den morgigen Feiertag.

Keep on rockin‘
Ree

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s