Wenn Urlaub nicht mehr konserviert! (145/366)

Urlaubserholung. Soll im besten Sinne auch nach der Rückkehr eine zeitlang anhalten, ist der Sinn beruflichen Erholungsurlaubs doch genau dies, die Wiederherstellung der Energie, Auffrischung der Arbeitskraft, ja, die körperliche und mentale Erholung von den Aufgaben des Alltags. Man zehrt idealerweise noch Wochen danach von den Erlebnissen, kann seinem Umfeld von den Aktivitäten berichten und reist in Gedanken immer mal wieder zurück an die besuchten Orte, gönnt sich also zwischenzeitlich eine mentale Urlaubsrückführung.

Wenn es aber im heimischen Umfeld nicht wirklich passt, wenn man kein richtiges Zuhause sein eigen nennt, man alleine ist oder sich einsam fühlt, dann verpufft das Erlebte selbst dann binnen kürzester Zeit, wenn der Urlaub eigentlich erholsam, ereignisreich und schön gewesen ist. Dann bot er zwar eine temporäre Gefühlsoptimierung, sorgte für einen guten Zeitabschnitt, erfüllt aber nicht den oben erwähnten Ursprungszweck einer Reise. Innere Zerissenheit lässt sich durch „weglaufen“ leider nicht lösen, sondern maximal kurz auf Eis legen. Doch sie holt einen in der Regel danach erbarmungslos wieder ein und verlangt die erneute Beschäftigung mit den vielen ungelösten Fragen.

Ich hatte zwar ein wenig die Hoffnung, in den zehn Tagen auf Gran Canaria zumindest konkrete Lösungsansätze für meine Fragezeichen zu erhalten, doch war dies möglicherweise blauäugiger als geplant. Die tägliche Beschäftigung mit Materialien, Themen und Varianten klang in der Theorie zwar top, war in der Praxis, verbunden mit dem Wunsch, Sport zu treiben, die Insel zu erkunden und auch einfach nur mal die Seele baumeln zu lassen, offensichtlich nicht zu schaffen. Vielleicht hätte ich dafür auch alleine unterwegs sein müssen, aber wenn ich die Wahl habe, verreise ich eben in der Regel immer noch lieber in Begleitung.

Kurzum, es war nach der Rückkehr zwar noch ein tolles Wochenende, mit einem ganz wunderbaren, kurzweiligen und herzerwärmenden Treffen am Samstag, an dem es neun Stunden voller Spaziergänge, toller Gespräche und einem leckeren Abendessen gab, sowie einem schönen Sonntagmorgen (elterliches Frühstück im Dortmunder Lieblingscafé), doch ab dem Moment der Näherung an das Rheinland waren alle schwermütigen Gedanken wieder da. Das unverkaufte Haus, die Unsicherheit, wie es weitergehen wird, die seelenlose Wohnung und die Umgebung voller schmerzhafter Erinnerungen. Alles erinnerte mich daran, dass weiterhin viel Arbeit auf mich wartet. Bewältigungsarbeit, die mir nicht liegt (irgendwem?), Fragen, deren Beantwortung nicht eindeutig sind.

Ich werde mich dem stellen, stellen müssen, denn permanent frustriert oder down sein kann ja nicht die Lösung repräsentieren. Es geht um gehen oder bleiben, Pause oder nächster Schritt, Sicherheit gegen Risiko (und vielleicht Befreiung), Nähe zum besten Freund, leise glimmende Hoffnung und, und, und. Immerhin passt sich das Wetter während des Verfassens dieser Zeilen der Stimmung an: Ein Wolkenbruch sondergleichen geht gerade über dem Siebengebirge herunter. Spektakulär. Vielleicht sollte ich rausgehen und darauf hoffen, von allen Sorgen reingewaschen zu werden? Aber das ging glaube ich nur bei Sünden, oder? Ok, etwas Humor ist noch da, beruhigend. Dann wollen wir mal schauen, ob der morgige Wochenstart im Job gelingt. Juhu.

Keep on rockin´

Ree

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