Dem eigenen Traum nachhängen! (151/366)

Traumsitzen. Quasi den Traum wie in der Realität erleben, weil man sich genau in der eigentlich gewünschten Realität befindet, nur ganz leicht abgeändert und dadurch eben doch nur im Traum. Häh?? Ok, war jetzt nicht hundertprozentig verständlich, aber so richtig wollen sich auch keine besseren Worte dafür finden lassen. Vielleicht sollte ich einfach die Erzählung des gestrigen Tages folgen lassen, um hier etwas mehr Klarheit in die Geschichte zu bringen. Nun denn, auch wenn es schwer fällt.

Ich befand mich in der unangenehmen Situation, am Abend einer Besichtigung meines Traumhauses beiwohnen zu dürfen und war zuvor noch angehalten, einige Vorarbeiten zu erledigen, damit der Eindruck auch einem vollkommenen Kleinod entsprach. So machte ich mich also zwei Stunden vor dem eigentlichen Termin auf, um einen zur Restaurierung entfernten Fensterladen wieder an seinen Platz zu bugsieren und, der größere Part, die Hecke zurechtzustutzen, nachdem sie sich inzwischen dazu entschieden hatte, den neuen Zaun zu erobern und über seiner Spitze hinweg fröhlich Richtung Bürgersteig und Straße zu wachsen (gewinne ich nun den Preis für den längsten Satz in der Bloghistorie dieser Seite?).

Warum dieser Aufwand? Nun, zum Einen der Optik wegen, zum Anderen führt ein Kleinbürgertum wie das nachbarschaftliche schon mal zu einer Beschwerde beim örtlichen Amtsschimmel, was dann eine Zwangsanweisung des Heckenrückschnitts zur Folge hat. Also, Vorschnitt ist besser als Nachschnitt. Was das mit dem Traum zu tun hat? Tja, das könnte geneigten Lesern nun auf der Hand liegen, für Neu-Interessierte erläutere ich es aber natürlich gern: Ich würde genau diese Arbeiten lieben, würde ich dieses herrschaftliche Anwesen noch selbst bewohnen. Liebend gern mähte ich den Rasen, kürzte die Hecken oder sorgte für kleinere Restaurierungen am Haus.

Nur, soweit bekannt, ich wohne nicht mehr dort. Es steht zum Verkauf. Der Traum zerplatzt, noch bevor er richtig begonnen hat. Und so saß ich nach getaner Arbeit und einer wohltuenden Dusche (ja, sie funktioniert noch immer tadellos) auf der Bank vor dem Haus, blickte in den fantastisch schönen Garten und hing meinen Gedanken nach. Wie gern hätte ich die finanziellen Mittel, das Objekt selbst behalten zu können. Wie gern würde ich ihm neues Leben einhauchen und aus dem schlafenden Riesen ein echtes Schmuckstück machen. Ja, es tut weh, sich mit verkäuferischer Vehemenz für das Abstoßen des eigenen Traums einzusetzen. Doch hilft es eben auch nichts, solange ich es nicht selbst übernehmen kann, macht eine monatliche Doppelbelastung aus Wohnungsmiete und Finanzierungsrate eben einfach keinen Sinn.

Abrupt von der Maklerin und dann auch dem sehr netten Interessentenpärchen aus den Gedanken gerissen, blieb mir zum Glück nicht viel Zeit für Abschied und Wehmut, auch wenn ich in diversen Räumen bei dem ein oder anderen freudigen Einwurf der Interessentin schwer schlucken musste; vieles davon hatte auch bei uns für die Kaufentscheidung gesorgt, dabei sogar noch berücksichtigend, dass es zum Zeitpunkt unserer Besichtigung einen viel renovierungsbedürftigeren Zustand hatte. Nun, richtig lesen kann man die meisten Menschen in einer solchen Situation dann aber doch nicht, so dass ich aktuell nicht einschätzen kann, ob ernsthaftes Interesse besteht. Abwarten. Und falls mir in der Zwischenzeit die Zehntausende von Euro in den Schoß fallen, um selbst wieder aktiv werden zu können, bin ich auch nicht unzufrieden. Vielleicht sollte ich eine Crowdfunding-Kampagne starten? Traumhaus-Vorschuss gegen Sommerfest. Irgendwie so. Macht ihr mit?

Keep on rockin´

Ree 

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