Die Unabwendbarkeit des Todes! (152/366)

Sterben. Müssen wir alle. Doch in letzter Zeit passiert in der Welt und um mich herum zu viel. Soviel, dass ich schon mal ein Ziehen verspüre, ein ungutes Gefühl, gefolgt vom Gedanken an die ureigene Gefahr, dass einen Selbst etwas ereilen könnte. Ich werde ja nicht jünger und, so doof es klingt, die Einschläge kommen näher. Immer häufiger erfahre ich von ernsthaften Erkrankungen innerhalb meines erweiterten Bekanntenkreises und nicht selten sind die betroffenen Personen sogar jünger als ich.

Kommt dann eine weitere Todesnachricht über den Äther, in der Regel prominente Personen betreffend, setzt sich das Gedankenkarussel erst recht in Gang. War es bei Muhammed Ali, dem Größten aller Großen, irgendwie doch absehbar, so schockierte mich die Nachricht des vermeintlichen Freitods von Fußballtrainer Sascha Lewandowski doch gehörig. Nicht nur weil er öffentlich stets einen entspannten, bodenständigen Eindruck hinterließ, sondern im Besonderen weil er ein alter Weggefährte ist.

Wir trafen uns beim VFR Sölde, er als talentierter Spieler, ich im Dunstkreis der Jugend (Sascha war sechs Jahre älter als ich); wir tauschten uns aus und auch nach seinem Wechsel in den Trainerstab von Eintracht Dortmund riss der lose Kontakt nicht ab. Immer freundlich, tiefgreifend und von gegenseitiger Sympathie war das geprägt und verlor sich erst, als er immer stärker eingebunden war und auch ich meine eigene berufliche Karriere vorantrieb. Noch bei Bayer Leverkusen haben wir ein paarmal geplaudert, aber nie hatte ich auch nur eine Ahnung, was in ihm wirklich vorging. Bis sein Zustand über den Abgang bei Union Berlin publik wurde.

Dennoch hätte ich das nun nicht erwartet, wer tut das schon. Was es auslöste, neben einem kleinen Schock beim Anblick des Schwarzweißfotos, waren die Gedanken über mich selbst, meine letzten Monate, die Gefahr, in einen Strudel ohne Ausweg zu geraten. Ich glaube nicht, dass die inzwischen völlig gebannt ist, aber in einer solchen Gefährdungslage habe ich mich nie gesehen. Ob er das aber hatte? Auf jeden Fall beschäftigte sich mein Kopf heute fast permanent mit dem Unausweichlichen, der Unabwendbarkeit des Todes.

Alle wird er irgendwann ereilen und es gilt, vorher vernünftig zu leben, denn niemand weiß, wann der Sensenmann uns holen kommt. Krankheit, Unfall, Altersschwäche – das sind die gängigen Varianten. Vieles davon kann ganz schön schnell gehen. Mich führt das wieder zur Frage der Risikobereitschaft, zum Abfindungsangebot, zur Reise- und Schreibelust. Muss ich immer auf einen sicheren Hafen pochen, wo es doch keine Familie, keine Kinder zum Absichern gibt? Sollte ich nicht mehr Risiko gehen, da ich es doch nur vor mir selbst verantworten muss? Kann ich dem Tod nicht glücklich entgegentreten, wenn ich zuvor selbstbestimmt und erfüllend gelebt habe? Fragen meines Lebens. Sie machen mich wahnsinnig. Mach´s gut, Sascha. Ich hoffe, dort wo Du nun bist findest Du die Ruhe und den Frieden, der Dir hier nicht vergönnt war.

Keep on rockin´
Ree

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