Wenn Nietzsche nervt! (156/366)

Warum? Das ist eine Standard-, eine Weltenfrage. Passt immer, geht gerne mal auf den Keks (besonders in der Phase, wenn Einen umgebende Kinder in der Fragephase sind) und ermöglicht kaum einmal eine zufriedenstellende, abschließende Antwort. Nun habe ich heute früh WDR 5 gehört, bei meiner Fahrt durch den Wald Richtung Arbeit und Nietzsche wurde zitiert. Danke, ihr freundlichen Moderatoren, dass ihr mir damit den Tag mal wieder gehörig versaut habt. Warum?

Weil es sich um das folgende Zitat handelte, was mich mal wieder in die Tiefen meiner dunkelsten Gedanken gezogen hat, die ich für gewöhnlich tief zu vergraben versuche:

„Wer ein WARUM zum Leben hat, erträgt auch fast jedes WIE“

Ich suche mein WARUM, meinen Sinn, einen Grund, tagtäglich aufzustehen und zuversichtlich in die Zukunft zu sehen. Ich suche meinen Weg, den ich verloren habe, als ich hilflos sitzengelassen wurde. Ich ergründe Methoden, wie ich zurück auf meinen persönlichen Pfad gelangen kann. Ich probiere Dinge aus, um eine Eingebung zu erhalten. Das WIE läuft so nebenbei, die Tage passieren meinen Geist wie durch einen Schleier; mir ist aktuell jeder Tag einfach nur egal und ich bin froh, wenn ich abends müde genug zum sofortigen Einschlafen bin.

Ich finde kein WARUM, womöglich kann man es nicht erzwingen. Die vermeintliche Erfüllung, das Treffen, welches mir drei wundervolle Jahre beschert hat (und eben nun dafür sorgt, dass ich aus dem Sumpf nicht herauskomme, weil ich das gerne noch hundert Jahre fortgesetzt hätte), die wurde mir schon mal zuteil. Kann man das wiederholen? Mir fehlt der Glaube, das Herz sagt Nein.

DSC_9512Hilft vielleicht das WEG? Einfach ausreißen, losreißen, auf alles scheißen und weit verreisen? Da könnte ich einen Rap-Song raus machen, aber eine reale Umsetzung? Ich will doch gar nicht alleine los. Ich bin ein Herdentier, ich liebe die Gesellschaft meiner Liebsten, ich teile gerne Erlebnisse und erkunde neue Wege gemeinsam. Muss ich möglicherweise dennoch los? Mich zwingen, zum Glück oder auch Pech, aber auf jeden Fall aus dem Trott der Nutzlosigkeit raus?

Jeden Tag beschäftigt mich dieser Kram mehr oder weniger unterschwellig, doch dank Friedrich, WDR 5 und meinem unsteten Geist hat die Gedankenparty mal wieder besonders fulminant Disco gefeiert. Ich hasse es. Es bringt mich nicht weiter, gefühlt wirft es zurück. Aber vielleicht ist es das ja alles, jeder kleine Schritt ein weiteres Stück vom Glück – und irgendwann werde ich dann damit überschüttet. Wer´s glaubt.

Keep on rockin´
Ree

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