In den Tag hinein leben! (171/366)

Planlos. Nicht wissend, was der Tag bringt, Unsicherheit bezüglich seiner Gestaltung, Sorge über vermeintlich unliebsame Überraschungen. Wenn nichts wirklich klar, vieles unwägbar ist, dann beherrschen oftmals wilde Gedanken den Alltag. Horrorszenarien, Wunschvorstellungen, fixe Ideen, vieles wechselt einander ab, geht manchmal sogar ineinander über. Rastlosigkeit, Hilflosigkeit und innerliches Zusammenzucken werden zu stetigen Begleitern eines jeden Tages.

Schon oft habe ich inzwischen von den mich beschäftigenden Themen berichtet, doch noch immer steht keines von ihnen wirklich vor einem Abschluss. Das nervt, es irritiert und vor allem macht es jede sinnvolle Zukunftsvision zunichte. Wie soll man das kommende Jahr planen, wenn nicht einmal die nächste Woche Konturen annimmt? Wie einen Businessplan aufstellen, wenn es so viele Fragezeichen hinter allem gibt? Wieso geben Menschen ein Kaufangebot ab, um sich nach Zustimmung dann nicht mehr zu melden? Warum fühlt sich ein Banker nicht bemüßigt, mal ans Telefon zu gehen oder auf Mails zu antworten? Wieso streben alle nach stetiger Optimierung, ohne auch nur mal ein paar Tage mit dem Status Quo zufrieden zu sein? Oder kommt mir das alles nur so vor, muss ich mich noch mehr hinterfragen?

Ein Freund sagte mir mal, wenn man überall Probleme sieht, ist man es möglicherweise selbst. Quasi der Eine, der sich über die vielen Geisterfahrer auf der Strecke wundert, obwohl er es doch eigentlich ist. Aber das möchte ich ungern glauben, nicht, weil ich eitel bin, sondern weil das Feedback ein anderes ist. Ein toller Freund, feiner Kerl, liebenswerter Mensch sei ich, man könne froh sein, mich zu haben (schade, dass die Frauen meines Herzens das wohl anders gesehen haben). Nun macht mich das zwar verlegen und freut mich auch, aber es stimmt wohl nur bis zu einem gewissen Grad. Muss man mich täglich ertragen, dann scheint so nach drei, vier Jahren eine unsichtbare Grenze erreicht, dann werde ich wohl anstrengend, langweilig oder was weiß ich (wüsste ich es, würde ich sicher etwas zu ändern versuchen). Auch hier bin ich planlos. Soll ich mich überhaupt nochmal öffnen, solange ich den Schlüssel zu mir selbst nicht gefunden habe? Lohnt sich das Risiko? Zumal es da ja einen Treueschwur gibt, dem ich mich auch in (den aktuell gravierend) schlechten Zeiten verbunden fühle.

So bleibt die Antwort offen, wie bei den vielen anderen Themen und ich werde weiter in den Tag hinein leben. Gartenarbeit in einem Geisterhaus verrichten, Arbeiten auf Abruf und Minuten zählen, bis der gnädige Schlaf einsetzt. Erstaunlich, was eine kleine Seele so alles zu ertragen imstande ist. Nicht schön, aber selten.

Keep on rockin‘

Ree

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