Lago horribile del Garda! (180/366)

Massenandrang. Viel zu voll. Ok, kein Wunder, selbst Schuld, wer im Hochsommer, im Hauptreisemonat August, nach Italien, konkreter, an den Gardasee, fährt der hat keinerlei Recht sich über zu viel Gesellschaft zu beklagen. Er hat es gewusst, er war gewarnt und er ist trotzdem gefahren. Macht es das vor Ort besser? Nicht wirklich. Im Gegenteil, vielleicht ist es gar noch schlimmer, weil man es sich ja schön geredet hat. Wird schon passen. Fliegen doch alle nach Italien. Und der See ist sowieso groß genug, da verläuft sich das. Tut es nicht!

Ok, bei der Ankunft, der Anblick nach Durchquerung der Alpen, von oben auf den See, erfüllte die Landschaft alles, was sie zuvor versprochen hat (beziehungsweise über sie versprochen wurde). Der glitzernde See, eingerahmt von einer faszinierenden Bergkette, von Surfern und Booten bevölkert und mit schönen Gässchen und Häusern gesäumt, bietet ein einzigartiges Bild, das zumindest meine alten Augen bis dato nicht zu sehen bekamen. Die Verheißung einer Kombination aus Sonne, Romantik und Wasser war vielversprechen und auch der Verkehr hielt sich in Grenzen. Gut, es war erst acht Uhr am Morgen, aber was konnte da schon schiefgehen?

So einiges, wie sich im Verlauf der ersten zwei Tage zeigte. Obwohl es auch nahezu menschenleere Strände gibt, dort dann in der Regel aber auch ohne touristische Infrastruktur, sind die in den Reiseführern und Bildbänden propagierten Hauptorte in der Tat genau so voll, wie die Warnungen befürchten ließen. Der gängige Ausblick ist der Hinterkopf des Vordermannes und Fotos geraten zu einem Familienbild mit einem Berg- und Seepanorame im Hintergrund. Befriedigend (und leicht sadistisch, ich weiß) ist nur die Tatsache, dass es den Menschen hinter mir nicht anders geht und sie in gleichem Maße meine Pläte begutachten und mich auf unzähligen Erinnerungsfotos verewigen.

So glichen sich Lazise und Sirmione auf schier bedenkliche Art und Weise, da ich beim Aufschauen zwar jeweils historische Gemäuer und Stadttore erkennen konnte, um mich herum aber alles nur aus jeder Menge Artgenossen bestand und ich so keinen Blick auf Gassen, Cafés, Shops oder sonstige Gebäude werfen konnte. Es war, als wären sämtliche gestresste Familien hierhin deportiert worden, um sich dann von anderen gestressten Familien den Tag verderben zu lassen.

Zum Glück gab es Ausnahmen, kleine Cafés außerhalb der Touristenhotspots, die sich ihre Urtümlichkeit bewahren konnten und einen sowohl ungetrübten Blick auf den See, als auch unbeschwerten Geisteszustand zulassen. Hier konnte in Ruhe ein Bier getrunken oder das Gelato genossen werden, ohne in einer Tour von Landsleuten genervt zu werden. So ist eines unserer Ziele für die kommenden Tage, eben solche versteckten oder vergessenen Orte ausfindig zu machen. Auf dass es uns gelingen mag.

Keep on rockin´

Ree  

Ein Kommentar

  1. Es stimmt: Im Sommer, insbesondere im August, ist der Gardasee überlaufen; aber wenn Sie zum Frühlingsanfang oder im Herbst anreisen, können Sie einen wundervollen Urlaub genießen

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