Leben und Hilfe aus dem Notizblock

Manch langerwartete Erkenntnis!

Selbstfindung. Dessen dient der aktuelle Trip im Besonderen, wobei es nur rudimentär eine Rolle spielt, wo ich mich gerade aufhalte. Die Hauptsache war, und ist noch, dass es nicht in den eigenen vier Wänden ist und ich zudem ohne Begleitperson unterwegs bin. Das hat gleich mehrere Gründe, manche liegen auf der Hand, andere offenbaren sich mir erst langsam vor Ort, worüber ich aber auch nicht unglücklich bin. Dass daheim der Alltag die Zeit bestimmt, oftmals unterbewusst, habe ich schon so manches Mal beschrieben, jedoch verliert es seine Richtigkeit natürlich nicht. Zwischen Aufräumen, Fernsehen, Housekeeping und Lethargie sind es dort natürlich insbesondere die relevanten Personen meines Lebens, die mich zu meiner eigenen Freude einbinden, dafür aber eben auch ein entsprechender Zeitaufwand notwendig ist. Das war mir  seit jeher bewusst, daher gehört es in die Kategorie der offensichtlichen Gründe.

Eher langsam kam mir aber an meinem aktuellen Aufenthaltsort die Eingebung, dass die Anwesenheit dieser aufgezählten Ablenkungen tatsächlich zu einer Kreativitätsblockade geführt haben. Ich war auch Zuhause stets der Meinung, intensiv über die Zukunft nachzudenken, Niederlagen zu verarbeiten und Pläne zu schmieden. Nun, nach knapp einer Woche unterwegs, merke ich allerdings, dass ich dort nicht mal an der Oberfläche gekratzt, geschweige denn Ziele wirklich nachdrücklich verfolgt habe. Das wird sich ändern, auf jeden Fall, und zwar in wirklich absehbarer Zeit. Es gibt im Rheinland mehr Möglichkeiten als vermutet, Dinge zu erledigen und ich glaube, dass meine bereits erstellte Taskliste die Umsetzung fördern wird. Auch dort spielen Sport, Studium und Sprache eine Hauptrolle, aber eben auch ein wenig Spaß, Spannung (in Form eines wirklich aufregenden Projekts) und etwas Schokolade (um die trüben Gedanken unter der Oberfläche zu halten; vielleicht tunke ich sie dafür in etwas Southern Comfort oder so).


In den letzten Tagen konnte ich mehr erledigen, als in den Wochen zuvor, und es hat mir ein wenig von der Freude zurück gegeben, die ich aus Kindheitstagen schon kannte. Das erste Studienmodul ist durchgelesen, nun gilt es, konzentriert die Hausarbeit anzugehen. Im Sprachkurs absolviere ich täglich ein paar Lektionen, was sich in sprachlichem Fortschritt niederschlägt. Mein Projekt bekommt zumindest auf dem Papier erste Konturen und dass ich täglich sowohl ein, zwei Stunden auf dem Bike verbringe, als auch sehr viel spazieren gehe, zeigt mir, wie sehr mein Körper und Geist (sportliche) Aktivität benötigen – und zwar tagtäglich. Gut, die dauerhafte Anwesenheit der Sonne spielt ebenfalls eine große Rolle, aber da ich die wohl kaum ins Rheinland transferiert bekomme, stehen zumindest wieder regelmäßige Besuche in einem Sonnenstudio auf dem Programm. So hole ich mir wenigstens ein wenig Sommer in die Seele.

Die wichtigste der ersten erhofften Erkenntnisse dreht sich aber mehr um die Kurzzeitplanung bis Ende des Jahres, die einen Solotrip ursprünglich als einzigen Weg zur Erfüllung angesehen hatte. Dies lag allerdings mehr in meiner Beeinflussbarkeit, als einem ureigenen Wunsch begründet. Viel des Feedbacks auf meine Erlebnisse und Entscheidungen der letzten Monate münzten in der Feststellung, jetzt stünde mir die Welt offen und ich könne mich mehr als nur glücklich schätzen, eine so großartige Chance wahrnehmen zu können. Und es stimmt auch, die Möglichkeiten sind grenzenlos; meine Wünsche allerdings gar nicht so sehr. So hielt ich es beispielsweise stets für eine Art Pflichtaufgabe, nochmal nach Asien zu reisen, um dort in die Kultur eintauchen und surfen lernen zu können. Doch will ich gerade das gar nicht alleine, wie mir hier klargeworden ist. Insbesondere dort, in den faszinierenden fernöstlichen Bezirken der Welt, möchte ich meine Eindrücke live mit jemandem teilen, mich beim Surfen gemeinsam zum Affen machen und Abends in irgendeiner Bar zusammen darüber lachen können. 

Außerdem lautet mein Kindheitsreisetraum sowieso nicht Südostasien (auch wenn ich diese Gegend wirklich nochmal intensiver bereisen möchte), sondern Nordamerika. Warum auch immer, faszinieren mich Kanada und die USA schon seit ich ungefähr 12 Jahre alt bin, und wann, wenn nicht in den anstehenden 15 Monaten, wäre die richtige Zeit, um dieser Sehnsucht etwas nachzugeben? Klar, die aktuelle Präsidentschaftswahl lädt nicht gerade zu einem Besuch ein, aber das Land ist ja groß genug, um diesem Schwachsinn etwas zu entgehen und ich sehe den Trip sowieso eher als Fokusziel für Mai/ Juni 2017. Bis dahin bleibt genug Zeit, die aktuellen Aufgaben in die richtigen Bahnen zu lenken, topfit zu werden und die Reise vernünftig vorzubereiten. Ja, so fühle ich mich recht wohl damit und das ist momentan die für mich wichtigste Erkenntnis, zeigt sie mir doch, dass ich frei bin, Herr meiner eigenen Gedanken und mich nicht auf die Sehnsuchtsreise von Freunden und Bekannten machen muss, sondern selbst über meinen weiteren Weg entscheiden sollte.

Dieser wird mich kurzfristig in die Heimat zurückführen, worauf ich mich freue, weil es dort eben wahnsinnig nette Menschen gibt und ich zudem mit den gerade gemachten Erfahrungen genauer weiß, wie ich die nächsten Wochen füllen möchte. Das gibt mir etwas von der Kraft zurück, die ich schon lange verloren glaubte. Natürlich bin ich gespannt, ob sich das dann tatsächlich einhalten lässt, haben mich die fiesen Flashbacks, trüben Gedanken und blöden Erinnerungen doch immer wieder gerade in der heimischen Umgebung eingeholt. Aber mit dem Trainingsprogramm, der Studienplanung, Einrichtungsideen und der anstehenden Freizeitplanung sollte zumindest für genügend Abwechslung zu sorgen sein. Sollte ich da falsch liegen, seid es vermutlich sowieso ihr, die über diese Seite als erstes davon erfahren. Aber es muss ja nicht so rasch geschehen; mein Bedarf an mentalen Katastrophen ist eigentlich noch für eine nicht unwesentliche Zeit gedeckt.

Keep on rockin‘

Ree 

 
  

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