Leben, warte kurz! (017/222)

Vergangen. Vorbei gezogen, erlebt, nicht rückgängig zu machen. Das ist nahezu alles in nahezu jeder gegenwärtigen Sekunde (ok, eine Amazon-Bestellung lässt sich widerrufen, aber sonst?). Egal, wie sehr man es anzuhalten wünscht, gelingt dies ebensowenig wie der kindliche Wunsch nach Beschleunigung, um beispielsweise endlich erwachsen zu werden. Der große Unterschied ist nur: Der Wunsch des Kindes geht zwar nicht schneller in Erfüllung, man erreicht ihn aber schlussendlich schon und er ereilt einen dann leider gefühlt viel zu früh, während es tatsächlich niemals wieder zurück geht.

Wird man nach und nach älter und kommt in den Bereich, in dem die Kindheit schon länger zurück liegt als das Erwachsenenleben, dann schleichen sich immer mal wieder wehmütige Gedanken ein. Welche Wege ist man gegangen, was hat man erreicht und woran ist man alles, oftmals krachend, gescheitert? Welche Fehler wurden begangen, die nur selten durch die guten Momente aufgewogen werden? Und was haben all die Erfahrungen für einen Einfluss auf die nahende, ungewisse Zukunft? Bewusster leben, die Momente intensiver wahrnehmen, ist eine logische Schlussfolgerung, wenn man an den Gedankenpunkt kommt, dass das Leben eigentlich in jedem Moment vorbei sein könnte.

Und dann liegt man doch nur wieder auf der Couch, gammelt langsam vor sich herum, vernachlässigt seinen Körper und noch mehr seinen Geist. Es wär so schön, würde das Leben kurz warten, innehalten und eine bessere Planung ermöglichen. Würde man nicht stes und ständig von Unwägbarkeiten eingeholt und somit aus der Bahn geworfen. Doch es wartet nicht, unbeirrt schreitet es voran und lächelt Dir spöttisch zu, wenn Du Gefahr läufst, seine Geschwindigkeit nicht teilen zu können. Es ist unnachgiebig, dieses Leben, und obwohl man sein Ende von Zeit zu Zeit herbeisehnt, ist es doch viel zu schnell vergangen, wenn die Zielgerade tatsächlich in Sicht kommt.

Was ist der Sinn des Ganzen? Unklar, schwer zu sagen, missverständlich und für jeden unterschiedlich. Wie sich Zufriedenheit einstellt, kann gerade ich nicht beantworten, denn ich habe so vieles falsch gemacht, so unterschiedlich falsche Abzweigungen genommen und so verschiedene Chancen verpasst, dass mir nachtrauern näher ist, als auf eine freudige Zukunft hoffen. Aber für euch muss das ja längst nicht so sein. Daher, geht Risiken ein, ergreift Chancen und begebt euch auf Wege, die auf den ersten Blick schwierig wirken. Das macht den Misserfolg erträglicher und den Erfolg nur umso süßer. Einen Versuch ist es wert, denn das Leben wartet nicht. So schwer mir diese Erkenntnis auch fällt.

Keep on rockin´

Ree

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