Süchtig danach, gebraucht zu werden.

Denk. Denk auch mal an Dich. Erforsche Deine Wünsche, Deine Gefühle. Versuch nicht immer, für andere Menschen da sein zu wollen. Verlier Dich nicht selbst, sonst bleibst Du auf der Strecke. Dies und noch vieles mehr habe ich in den vergangenen 25 Jahren immer und immer wieder gehört. Ich habe es hingenommen, habe darüber nachgedacht, mich permanent hinterfragt. Was aber, wenn ich euch nun sage, dass ich einen großen Teil meiner Lebensfreude, wesentliche Elemente meiner starken Tage, genau daraus ziehe? Aus der Befriedigung, jemand anderem etwas Gutes tun zu können?

Ich kann nicht mal sagen, wann es begann. Vielleicht im Service Center, bei den Telefonaten mit weniger technikaffinen Kunden. Vielleicht aber auch schon beim Sport, als Co-Trainer der Jugendmannschaft. Oder noch eher, steht doch schon im Zeugnis der zweiten Klasse, dass ich stets rasch fertig war und dann meinen Mitschülern geholfen habe. Wer weiß schon, wann sich so etwas entwickelt. Ich weiß aber auf jeden Fall, wie sich dieses tief befriedigende Gefühl anfühlt, eine Freude bereitet oder aus einer Not befreit zu haben. Man wird süchtig danach, sukzessive, und rasch sieht das eigene Verhalten für Außenstehende wie Selbstaufgabe aus.

Möglicherweise ist es das auch, ein stückweit. Immerhin bedingt stete Aufmerksamkeit für Dritte einen gewissen zeitlichen Aufwand, der dann für eigene Aktivitäten nicht mehr zur Verfügung steht. Hier ist eine intelligente Tagesplanung nötig, die ich insbesondere bei ortsfremden Jobs oder unvorhergesehenen Ereignissen nicht mehr so richtig organisiert bekomme. Ich werde in den Gesprächen der folgenden Wochen zu ergründen versuchen, ob ich wirklich etwas elementares in dieser Richtung ändern muss oder mein Weg der Hilfe für Andere nicht doch der richtige ist und ich einfach wieder bessere Rahmenbedingungen schaffen muss. Denn aktuell fühlt es sich zu oft anstrengend an, dieses Leben. Und die Befriedigung der Sucht lässt nach. Es gibt Fragen zu lösen.

Keep on rockin‘
Ree

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