Peru đŸ‡”đŸ‡Ș: Ein herbstlicher FrĂŒhling in Lima

Lima. Neun Millionen auf der Suche nach dem persönlichen GlĂŒck. UnzĂ€hlige Stadtbezirke, unĂŒbersichtlich groß und daher im Rahmen einer Stippvisite nicht ohne Planung zu empfehlen. Reisenden wird, unter anderem in diesem genialen ReisefĂŒhrer von Anne und Nora, mit dem wir uns umfangreich auf den Trip vorbereitet haben, im Wesentlichen der Bezirk Miraflores ans Herz gelegt, vielleicht noch Barranco oder San Isidro, aber doch bitte nichts anderes. Und auf keinen Fall nach Anbruch der Dunkelheit herum spazieren. Und ĂŒberhaupt, Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht! Mag alles richtig sein, doch sorgt es vor allem fĂŒr eines: Ein permanentes GefĂŒhl der Unsicherheit, welches sich selbstverstĂ€ndlich im Regelfall nicht als sinnvoll herausstellt. So war in den ersten Tagen nach dem Start der Reise niemals eine Gefahr auszumachen; keine bedrohlich erscheinenden Situationen, nirgends dunkle Gassen mit fiesem Gesindel, keinerlei SchĂŒsse oder Sirenengeheul. Dennoch, gerade wegen der nicht aufhören wollenden Warnungen aus dem Netz und von daheim, herrschte stets eine unterbewusste Unsicherheit vor, worauf man wohl stoßen könnte. Neben der fehlenden Heizung im AirBnb-Domizil, was bei knapp 15 Grad Außentemperatur und dĂŒnnen WĂ€nden schwer ertrĂ€glich war, und der kaum einmal aus der Stadt weichenden Feuchtigkeit, die dem ganzen Aufenthalt ihren Zauber nahm, waren doch alle Menschen entweder ausgesprochen höflich oder gingen einfach ihrer Wege. Und warum auch nicht, immerhin waren sie in der Stadt zuhause und hatten ihren alltĂ€glichen Pflichten nachzugehen.

So hieß es also, warm eingepackt, dem Wind zu trotzen und entlang einer der Hauptstraßen von Miraflores diesen Teil der Stadt zu erkunden. Nachdem wir den auf einer Kreuzung platzierten Brunnen der Andenstaaten passiert hatten, der wahrhaftig schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber dennoch gewahr werden ließ, dass man sich in einer fĂŒr uns völlig unbekannten Region unseres Planeten befand, hieß uns der Malecon, die lange und sehr schön angelegte Promenade oberhalb des Pazifik, Willkommen. Trotz des typischen, nicht enden wollenden Nebels, der es sehr dunstig gestaltete und die Meeres- mit der Horizontlinie verschwimmen ließ, erfreute uns die grĂŒne Umgebung mit seinen Parks, Skulpturen, dem Leuchtturm und kleinen Bars. Solange man sich nicht umdrehte, war dies ein hĂŒbscher Kontrast zu den vielen BetonhochhĂ€usern, die den Rand der jeweiligen Stadtviertel hin zum Meer bildeten.

Von der Aussichtsterrasse des kleinen CafĂ©s Buenavista, in dem man authentische peruanische Leckereien zu sich nehmen kann, ging es immer an der SteilkĂŒste entlang durch die verschiedenen kleinen Parks, die eine Vielzahl Sportler und SpaziergĂ€nger anziehen und so selbst bei schlechtem Wetter gut frequentiert sind. Im Parque Amor, unter der riesigen Statue der Liebenden, wurden handgearbeitete Kleinigkeiten feil geboten und die ersten anderen auslĂ€ndischen Besucher stellten sich ein. Man war kein Exot mehr, passte aber auch nicht so recht ins Bild – zumindest fĂŒhlte es sich noch immer so an. Dennoch war es beeindruckend, die Surfer zu beobachten und picknickenden Peruanerinnen zuzusehen, die den niedrigen Temperaturen trotzten und trotz des eisigen Windes auf einer Decke hoch ĂŒber dem Meer mitgebrachte Speisen verzehrten. Von einem der vielen Outdoor SportgerĂ€te aus betrachteten wir das Treiben unzĂ€hliger Hunde, die von ihren Dog-Walkern auf diesen Hundeplatz am Malecon gebracht wurden, um sich auszutoben und der Leine ein Schnippchen zu schlagen. Ein wunderbares Gewusel, das von Trainierenden flankiert wurde, die ihre Joggingrunde mittels der stationĂ€r installierten FitnessgerĂ€te ergĂ€nzten.

Ein paar hundert Meter weiter, im Larcomar, dem topmodernen Einkaufszentrum mit Meerblick, konnten wir jetlaggeplagt etwas ausspannen und mussten erstaunt feststellen, dass die Preise fĂŒr Kleidung in den bekannten MarkengeschĂ€ften nicht niedriger als in Deutschland sind. Hier kauft dann offensichtlich nur die bessergestellte peruanische Schicht ein. Da das Einkaufen somit unmittelbar seinen Reiz verlor, zumal als Rucksackreisender sowieso wenig Platz zur VerfĂŒgung steht, nahmen wir alternativ unser erstes peruanisches Essen zu uns. Zwar vom Schnellimbiss, dennoch cool, unter anderem mit Reis, Spiegelei, Kochbanane und HĂŒhnchen. Es schmeckte wirklich sehr gut und sorgte das erste Mal fĂŒr eine gewisse Entspannung. Dankenswerterweise besaß das Larcomar auch einen Supermarkt, so dass wir uns nach einer ausgiebigen Pause mit den nötigsten Lebensmitteln eindecken und den RĂŒckweg antreten konnten. Auf diesem testeten wir neben der Statue des Paddington Bear, der Lima seine Heimat nennt, noch eine Art Croissant mit KaramellfĂŒllung, bevor es an der Promenade entlang zurĂŒck in die weiterhin sehr kalte Wohnung ging. Zumindest gab es aber warme Decken und zwei riesige (riesige!) Fernseher – so konnte dem Jetlag ein Schnippchen geschlagen werden, in dem der Rest des Tages mehr oder weniger dösend verbracht wurde und nur die nötigsten Teile des Kopfes unter der Decke hervorlugten, um ein wenig vom TV zu sehen. Trotz der KĂ€lte, unnötiger Sicherheitsbedenken und dem vielen Beton war es insgesamt dennoch ein gelungener Einstieg, der neugierig auf mehr machte.

Keep on rockinÂŽ
Ree

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