Peru đŸ‡”đŸ‡Ș: „Lima“tische VerhĂ€ltnisse

Day two und Du? Habe ich schon den Jetlag erwĂ€hnt? MĂ€chtig frĂŒh waren wir unterwegs, dick eingepackt sind wir ĂŒber die uns schon aus Spanien wohlbekannte Rambla zum vom ReisefĂŒhrer wĂ€rmstens empfohlenen Parque Kennedy spaziert. Einige Peruaner waren schon mit ihren Hunden unterwegs, aber prinzipiell war es im gesamten Verlauf unserer knapp 30minĂŒtigen Wanderung eher leer. Umso ĂŒberraschter waren wir dann, inmitten der Parkanlage mehr als zwanzig bunt geschmĂŒckte StĂ€nde vorzufinden, vor denen bereits ein reges Gewusel vorherrschte und unzĂ€hlige Stimmen einander zu ĂŒbertönen suchten. Nach kurzer Recherche wurde uns klar, hier stellten verschiedene Schulen Projekte zum Thema Nachhaltigkeit vor.

Das Café Agora

Da wir ganz augenscheinlich mit die ersten Besucher waren, dazu noch eindeutig Exoten, wurden wir umgehend von allen Seiten in Beschlag genommen. Projekte wurden uns gezeigt, ihre VorzĂŒge in einer Mischung aus Spanisch und Englisch angepriesen und um unsere Stimmen geworben, da es schlussendlich ein Wettbewerb zwischen den Schulen war, in welchem man das persönlich beste Projekt mit seiner Stimme auszeichnen sollte. Wir entschieden uns letztendlich fĂŒr „Keepers“, wo mit Mikrochips ausgestattete Abfalleimer ihren Bestimmungszweck (z. B. Plastik) ansagen und so unter anderem blinden Mitmenschen die MĂŒlltrennung vereinfachen. Als Dank durften wir mit einem riesigen WĂŒrfel wĂŒrfeln und gewannen jeder einen Cupcake und einige weitere Kleinigkeiten wie Sticker und Kugelschreiber. DarĂŒber hinaus war uns die Dankbarkeit der Kinder, ihrer Eltern und den vielen Freunden gewiss. Wir dĂŒrften nun auf einer Menge Handyvideos verewigt sein.

Letztendlich stellte dies wirklich eine tolle Erfahrung dar, welche etwas darĂŒber hinweg tĂ€uschte, dass der eigentliche Park deutlich weniger spektakulĂ€r war, als weithin angekĂŒndigt. Eine Statue des ehemaligen US-PrĂ€sidenten John F. Kennedy, ein paar Katzen, aber sonst eben nicht viel mehr als ein netter, doch sehr kleiner Park. DafĂŒr war aber das FrĂŒhstĂŒck in einem anliegenden Kunstkaffee Agora CafĂ© y Arte echt stilvoll, der Avocado Toast super und der Maracujasaft sehr frisch. Es wurden kleine KunstgegenstĂ€nde und Meerschweinchen-Kuscheltiere verkauft, dazu konnte man in BĂŒchern stöbern und sich an der stylischen Einrichtung erfreuen. Wir haben fast zwei Stunden dort relaxed und auf besseres Wetter gewartet.

Letzteres stellte sich zwar nicht wirklich ein, doch da wir uns vor der Reise mit dieser Regenjacke ausgestattet hatten, ging es immerhin halbwegs trocken und wohlgenĂ€hrt zu Fuß weiter nach Barranco. Dort galt es, einen ebenfalls in diversen Quellen angepriesenen Markt aufzusuchen und auf der berĂŒhmten SeufzerbrĂŒcke einen persönlichen Wunsch zu sichern. Der Weg verlief zunĂ€chst an einer lauten, viel befahrenen und dreckigen Hauptstraße, bevor sich die Chance ergab, entlang der spanischen Botschaft, zwischen alten Kolonialvillen gelegen, zum Malecon zu wechseln. Dort kam man mit Blick auf den Pazifik weiter, was den Fußmarsch deutlich angenehmer gestaltete. Der Markt konnte unsere Erwartungen dann eher nicht erfĂŒllen, es gab in erster Linie viel zu essen, etwas Kunsthandwerk und eine Reihe selbst gemachter Poster. Die Zielgruppe ist eindeutig der wesentlich jĂŒngere Alternativ-Backpacker oder jemand, der sich daheim gerne alternative Kunstschnitzereien aufstellt, also empfehle ich euch einen Besuch, wenn ihr zwischen 18 und 30 Jahre alt oder absolut interessiert an kleinem Kunsthandwerk seid.

Unsereins war jedoch schnell durch, was vielleicht auch am nicht enden wollenden Nieselregen lag, und konnte sich dann alternativ an den kunstvoll verzierten StraßenzĂŒgen Barrancos und dem wuseligen Treiben der Peruaner erfreuen. NatĂŒrlich wurde auch der Plan in die Tat umgesetzt, die SeufzerbrĂŒcke mit angehaltenem Atem zu ĂŒberschreiten und nun bleibt die Hoffnung, dass sich der dadurch erarbeitete Wunsch auch erfĂŒllt. Im Anschluss ging es per Uber zurĂŒck zur Unterkunft, denn es hieß, Kraft zu sammeln fĂŒr unsere anstehende AbendaktivitĂ€t…

Streetart in Barranco

…nĂ€mlich die grĂ¶ĂŸten Wasserspiele der Welt, welche sich seit 2007 ebenfalls in Lima befinden und vor der sowieso schon eindrucksvollen Kulisse des riesigen Nationalstadions von Peru stattfinden. TĂ€glich kann man fĂŒr vier Soles Eintritt einen wunderschön angelegten Park erkunden, in dem jede Menge FontĂ€nen spektakulĂ€re Formen darstellen und die verschlungenen Pfade mit manchem Tunnel entsprechende AtmosphĂ€re erzeugen. Insbesondere nach Einbruch der DĂ€mmerung, wenn die Wasserspiele in den buntesten Farben erstrahlen, stellt sich eine kindliche Freude ein und man staunt ob der scheinbaren Bezwingung der Physik, wenn Pyramiden, Regenbögen oder Wassertunnel zu schweben scheinen. Dreimal tĂ€glich wird darĂŒber hinaus an der grĂ¶ĂŸten FontĂ€ne eine Licht – und Lasershow zu begleitender Musik dargeboten. Typisch peruanische Szenarien werden auf die WassersĂ€ulen projiziert und ergeben so eine Art sphĂ€risches Konzert der Extraklasse. FĂŒr alle, die einen absolut gechillten Abend mit leckeren Churros und fantastischen Fotomotiven suchen, ist dies der perfekte Ausflug in Lima. Erstmals hatte man auf dieser Reise beim Zubettgehen das GefĂŒhl, einen ereignisreichen und schönen Tag verlebt zu haben.

Keep on rockinÂŽ
Ree

Links beinhalten sowohl Empfehlungen fĂŒr AktivitĂ€ten und Orte (unbezahlt), als auch Produktempfehlungen (Affiliates). Dabei haben wir sĂ€mtliche empfohlenen Orte besucht und Produkte selbst erworben, getestet und fĂŒr gut befunden. Ansonsten wĂŒrden wir es nicht empfehlen 🙂

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