Peru ­čçÁ­čç¬: Streetlife in Lima

Geschichte(n). Auch am dritten Tag in Lima sorgte die feuchtkalte Luft im unbeheizten AirBNB-Appartement f├╝r ein ungew├Âhnlich fr├╝hes Erwachen und umgehend stellte sich die Frage, wie man die Zeit bis zur anstehenden Weiterreise verbringen m├Âchte. Das Versprechen, die Sonne m├Âge sich an diesem Tag tats├Ąchlich mal blicken lassen, lie├č einen Besuch der historischen Altstadt als bestm├Âgliche Wahl erscheinen und so ging es erneut per Uber, was insbesondere in Lima exzellent funktioniert, Richtung Plaza de Armas de Lima. Zwar hatten wir die Rechnung ohne den Halbmarathon und seine Stra├čensperren gemacht, aber so sprangen wir eben an der Plaza San Martin aus dem Wagen und konnten dessen Statue und die umliegenden Prachtbauten in Augenschein nehmen, bevor es ├╝ber die Einkaufsstra├če zum eigentlichen Ziel ging.

Dort angekommen, war die Wachabl├Âsung vor dem Pr├Ąsidentenpalast in vollem Gange, von der sich selbst die Engl├Ąnder noch einiges abschauen k├Ânnen. In milit├Ąrischer Pr├Ązision, untermalt mit Musik einer Live-Band, vollf├╝hrten die Soldaten die unterschiedlichsten Man├Âver. So warfen sie sich in perfekter Synchronit├Ąt die Gewehre zu, vollf├╝hrten Marschvariationen und formierten sich zu Sternen, Kreisen und Rechtecken. Das Ganze dauerte nahezu eine Stunde und uns ist nicht mal ein kleiner Fehler aufgefallen. Auch wer kein Freund des Milit├Ąrs ist, wird doch von der exakten Ausf├╝hrung und Choreographie beeindruckt sein.

Drum herum boten H├Ąndler ihre Waren feil, von Getr├Ąnken ├╝ber Souvenirs bis zu Technikutensilien, w├Ąhrend sich andere vor dem ├╝bermannsgro├čen Lima-Schild ablichten lie├čen. Wir lie├čen uns ohne irgendeine Planung etwas weiter hinter den Palast treiben und befanden uns pl├Âtzlich mitten im allsonnt├Ąglichen Treiben der Einwohner dieses weniger privilegierten Viertels, die auf einem Platz unmittelbar neben der G├╝terbahnstrecke tanzten, spielten und den unterschiedlichsten Stra├čenk├╝nstlern lauschten. Zu kaufen gab es hausgemachte Lebensmittel, die von den K├Âchinnen, meist offensichtlich die weiblichen Oberh├Ąupter ganzer Gro├čfamilien, selbst in Plastikschalen hergebracht und in Pappteller abgef├╝llt wurden. Sehr spannend, einen so offenen, aber doch seltsam intimen Einblick in dieses Alltagsleben zu erhaschen.

Danach durften wir noch Zeuge einer Kirchenprozession werden, welche nahezu das ganze Viertel mit einbezog. Kunstvolle Blumenbilder waren auf die Stra├čen drapiert worden und jeder Teilnehmer, sowie viele der Zuschauer, trugen prunkvolle violette Roben oder f├Ârmliche Kleidung. Ganz erschloss sich uns nicht, wer da nun geehrt wurde, interessant war es aber allemal.

Das Pante├│n und Ceviche

Mit einer saftigen, sehr schmackhaften Wassermelone gest├Ąrkt ging es dann noch zum Pante├│n de los Pr├│ceres, einem hoch interessanten Bauwerk, in welchem die verschiedenen Schlachten der Andenstaaten zur Losl├Âsung von Spanien in Wort und Bild pr├Ąsentiert werden. S├Ąmtliche Flaggen sind ausgestellt, zudem Darstellungen aller Freiheitsk├Ąmpfe. Im Untergeschoss befindet sich ├╝berdies eine Krypta mit den S├Ąrgen von z. B. den Komponisten der peruanischen Nationalhymne. Ein seltsam patriotischer Ort, der Geschichte lebendig werden l├Ąsst. Schade, dass er etwas abseits und somit oftmals unbemerkt von Besuchern, liegt.

Zur├╝ck in Miraflores statteten wir noch Wong, einer Supermarktkette, einen Besuch ab, um unsere Vorr├Ąte aufzuf├╝llen und schlossen den Tag mit unserer ersten Ceviche-Platte in der ber├╝hmten Cevicheria Ronald. Sie hielt, was sie versprach und wir genossen sowohl das kalte Fischgericht, als auch die Beilagen aus Reis und Chicharones. Falls ihr das daheim mal zubereiten wollt, so kann ich euch nur dieses Kochbuch von Juan Danilo ans Herz legen – klappt prima.

Letztendlich verabschiedete Lima uns erheblich freundlicher, als wir vor wenigen Tagen noch bef├╝rchtet hatten. Das WLAN lie├č uns unsere Tickets f├╝r die Busreise nach Ica problemlos buchen, dementsprechend konnten wir in spannender Erwartung auf die folgenden Abenteuer unter die warme Bettdecke kriechen. 

Keep on rockin┬┤
Ree

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