Peru đŸ‡”đŸ‡Ș: Streetlife in Lima

Geschichte(n). Auch am dritten Tag in Lima sorgte die feuchtkalte Luft im unbeheizten AirBNB-Appartement fĂŒr ein ungewöhnlich frĂŒhes Erwachen und umgehend stellte sich die Frage, wie man die Zeit bis zur anstehenden Weiterreise verbringen möchte. Das Versprechen, die Sonne möge sich an diesem Tag tatsĂ€chlich mal blicken lassen, ließ einen Besuch der historischen Altstadt als bestmögliche Wahl erscheinen und so ging es erneut per Uber, was insbesondere in Lima exzellent funktioniert, Richtung Plaza de Armas de Lima. Zwar hatten wir die Rechnung ohne den Halbmarathon und seine Straßensperren gemacht, aber so sprangen wir eben an der Plaza San Martin aus dem Wagen und konnten dessen Statue und die umliegenden Prachtbauten in Augenschein nehmen, bevor es ĂŒber die Einkaufsstraße zum eigentlichen Ziel ging.

Dort angekommen, war die Wachablösung vor dem PrĂ€sidentenpalast in vollem Gange, von der sich selbst die EnglĂ€nder noch einiges abschauen können. In militĂ€rischer PrĂ€zision, untermalt mit Musik einer Live-Band, vollfĂŒhrten die Soldaten die unterschiedlichsten Manöver. So warfen sie sich in perfekter SynchronitĂ€t die Gewehre zu, vollfĂŒhrten Marschvariationen und formierten sich zu Sternen, Kreisen und Rechtecken. Das Ganze dauerte nahezu eine Stunde und uns ist nicht mal ein kleiner Fehler aufgefallen. Auch wer kein Freund des MilitĂ€rs ist, wird doch von der exakten AusfĂŒhrung und Choreographie beeindruckt sein.

Drum herum boten HĂ€ndler ihre Waren feil, von GetrĂ€nken ĂŒber Souvenirs bis zu Technikutensilien, wĂ€hrend sich andere vor dem ĂŒbermannsgroßen Lima-Schild ablichten ließen. Wir ließen uns ohne irgendeine Planung etwas weiter hinter den Palast treiben und befanden uns plötzlich mitten im allsonntĂ€glichen Treiben der Einwohner dieses weniger privilegierten Viertels, die auf einem Platz unmittelbar neben der GĂŒterbahnstrecke tanzten, spielten und den unterschiedlichsten StraßenkĂŒnstlern lauschten. Zu kaufen gab es hausgemachte Lebensmittel, die von den Köchinnen, meist offensichtlich die weiblichen OberhĂ€upter ganzer Großfamilien, selbst in Plastikschalen hergebracht und in Pappteller abgefĂŒllt wurden. Sehr spannend, einen so offenen, aber doch seltsam intimen Einblick in dieses Alltagsleben zu erhaschen.

Danach durften wir noch Zeuge einer Kirchenprozession werden, welche nahezu das ganze Viertel mit einbezog. Kunstvolle Blumenbilder waren auf die Straßen drapiert worden und jeder Teilnehmer, sowie viele der Zuschauer, trugen prunkvolle violette Roben oder förmliche Kleidung. Ganz erschloss sich uns nicht, wer da nun geehrt wurde, interessant war es aber allemal.

Das PanteĂłn und Ceviche

Mit einer saftigen, sehr schmackhaften Wassermelone gestĂ€rkt ging es dann noch zum PanteĂłn de los PrĂłceres, einem hoch interessanten Bauwerk, in welchem die verschiedenen Schlachten der Andenstaaten zur Loslösung von Spanien in Wort und Bild prĂ€sentiert werden. SĂ€mtliche Flaggen sind ausgestellt, zudem Darstellungen aller FreiheitskĂ€mpfe. Im Untergeschoss befindet sich ĂŒberdies eine Krypta mit den SĂ€rgen von z. B. den Komponisten der peruanischen Nationalhymne. Ein seltsam patriotischer Ort, der Geschichte lebendig werden lĂ€sst. Schade, dass er etwas abseits und somit oftmals unbemerkt von Besuchern, liegt.

ZurĂŒck in Miraflores statteten wir noch Wong, einer Supermarktkette, einen Besuch ab, um unsere VorrĂ€te aufzufĂŒllen und schlossen den Tag mit unserer ersten Ceviche-Platte in der berĂŒhmten Cevicheria Ronald. Sie hielt, was sie versprach und wir genossen sowohl das kalte Fischgericht, als auch die Beilagen aus Reis und Chicharones. Falls ihr das daheim mal zubereiten wollt, so kann ich euch nur dieses Kochbuch von Juan Danilo ans Herz legen – klappt prima.

Letztendlich verabschiedete Lima uns erheblich freundlicher, als wir vor wenigen Tagen noch befĂŒrchtet hatten. Das WLAN ließ uns unsere Tickets fĂŒr die Busreise nach Ica problemlos buchen, dementsprechend konnten wir in spannender Erwartung auf die folgenden Abenteuer unter die warme Bettdecke kriechen. 

Keep on rockinÂŽ
Ree

Links beinhalten sowohl Empfehlungen fĂŒr AktivitĂ€ten und Orte (unbezahlt), als auch Produktempfehlungen (Affiliates). Dabei haben wir sĂ€mtliche empfohlenen Orte besucht und Produkte selbst erworben, getestet und fĂŒr gut befunden. Ansonsten wĂŒrden wir es nicht empfehlen 🙂

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