Peru đŸ‡”đŸ‡Ș: Inkas im heiligen Tal!

Das heilige Tal. Oder zumindest ein Ausschnitt davon, ein beeindruckender Einblick in die Lebensweise dieser alten Kultur, das ist es, was man in Ollantaytambo findet. Aufgrund kurzfristiger Planungen war unsere Machu Picchu Zugfahrt nur in einem sehr engen Zeitfenster verfĂŒgbar, weshalb keine Zeit blieb, dieses in sĂ€mtlichen ReisefĂŒhrern so blumig beschriebene Tal in GĂ€nze zu erkunden. Da sich Ollantaytambo aber neben Cusco als Ausgangsbahnhof fĂŒr die Erkundung des Weltwunders anbietet, war uns zumindest hier ein erster Schritt in die Welt der Inka möglich. Nach einer kalten Nacht trafen wir mit leichter VerspĂ€tung beim FrĂŒhstĂŒck ein, welches uns dennoch vom Hotelpersonal problemlos frisch zubereitet wurde. Auch wenn das RĂŒhrei etwas fad daher kam, war die Auswahl fĂŒr die bisherige Reise vielfĂ€ltig: Es gab Obst, Brötchen, Wurst und KĂ€se, dazu diverse HeißgetrĂ€nke und sogar den berĂŒhmt-berĂŒchtigten Coca-Tee. Vielleicht hĂ€tten wir letzteren mal probieren sollen, aber irgendwie trauten wir uns nicht recht da heran.

So traten wir im Anschluss an das ausreichende Mahl auf die Straße und bekamen einen Einblick in Ollantaytambos Streetlife. HĂ€ndler, die ihre tapeziertischĂ€hnlichen MarktstĂ€nde prĂ€parierten, Hunde, die auf der Suche nach ZĂ€rtlichkeit und Streit umher stromern, HĂŒhner auf Nahrungssuche – wuseliges Treiben allerorten, alles gerahmt von der Inka-StĂ€tte, die wir zu besichtigen suchten. Die Empfehlung, sie möglichst frĂŒh zu besuchen, war tatsĂ€chlich Gold wert. Gerade zu Beginn hatten wir dieses archĂ€ologische Highlight fast fĂŒr uns alleine und konnten so in aller Ruhe die riesigen Steintreppen erklimmen und mit jedem weiteren Schritt um Luft ringend die Aussicht auf das Dorf genießen. Als untrainierte EuropĂ€er stoppten wir hĂ€ufig und ließen diesen mystischen Ort auf uns wirken. Wie erst wĂŒrde uns Machu Picchu einnehmen, wenn es schon in Ollantaytambo so großartig wirkte. Kurz schlossen wir uns einer Reisegruppe an und erfuhren ein paar Insights zur Ausrichtung verschiedener Bauwerke hinsichtlich militĂ€rischer oder religiöser Nutzung, setzten unseren Weg aber rasch wieder alleine fort, um diesen Ort in Ruhe auf uns wirken zu lassen.

SportstĂ€tten, alte und moderne, kamen genauso in Sicht wie die Bahnlinie, schneebedeckte Berge im Hintergrund und ein paar Alpakas, die sich unten auf der zentralen Wiese die Zeit vertrieben. Leider war uns das GlĂŒck aber nicht durchweg hold, hatten wir doch schon seit einigen Tagen mit Magenbeschwerden zu kĂ€mpfen und wurden nun auch noch mit einem stark geschwollenen Fuß konfrontiert – umknicken auf den sehr unebenen Wegen der Ruine war eine stets realistische Gefahr, aber das hĂ€tte nicht heißen mĂŒssen, dass es auf jeden Fall zu passieren hat. Naja, shit happens, so dass der Rest der Erkundung nochmals deutlich langsamer und quasi dreibeinig fortzusetzen war. Zum GlĂŒck gelang uns der Abstieg ĂŒber eine weitere halsbrecherische Treppe unterhalb einer alten Inka-Behausung mit Strohdach ohne weitere SchĂ€den und an den kunstvoll angelegten WasserlĂ€ufen belohnten tolle und vor allem ungestellte Fotos mit den Alpakas fĂŒr die stundenlangen MĂŒhen. Kurz konnte sogar die Sorge vertrieben werden, ob diese Fußverletzung nun auch das eigentliche Highlight der Peru-Reise gefĂ€hrdet.

Wir belohnten uns nach Verlassen der Ruine und ersten Heilungsmaßnahmen des Fußes (Voltaren und ein enger Verband) mit einem wahrlich großartigen Essen – im Uchucuta-Restaurant wurden uns kunstvolle angerichtete Speisen kredenzt, die mit Hilfe der Weinbegleitung nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Höhenauswirkungen besser ertragen ließen. Hier, zumal als einzige GĂ€ste, da es fĂŒr peruanische VerhĂ€ltnisse ein zu frĂŒhes Mittagessen war, fĂŒhlten wir uns unbeschwerter als andernorts. Dennoch kamen erstmals ernsthaftere Gedanken auf, wie lange wir wohl noch durch dieses Land wĂŒrden reisen wollen, wenn das emotionale Highlight nur noch ein paar Tage entfernt ist und zu viele Lows Begleiter der bisherigen Tage waren. Wir sprachen in Ruhe darĂŒber, vertagten entsprechende Entscheidungen allerdings erstmal wieder.

Nach einer Pause im Zimmer wollten wir unbedingt noch das Choco Museo in nĂ€chster NĂ€he besuchen, sollte es dort doch eine unbeschreibliche Vielfalt an frischen Kakao-Produkten geben. Wir wurden nicht enttĂ€uscht, vielmehr sogar weiter belohnt. Nicht nur, dass die angebotenen Speisen und GetrĂ€nke wirklich köstlich waren, nein, ein strubbeliger Hund schlich sich auch noch unter unseren Tisch und ließ sich die gesamte Zeit unseres Besuchs genĂŒsslich kraulen. Immer wieder drĂŒckte er sich an unsere Beine und so ĂŒbertrugen wir gegenseitig positive moods und sorgten fĂŒr ein Gleichgewicht in unserem gemeinsamen Mini-Universum. Eine schöne Erfahrung, von der wir noch Tage spĂ€ter schwĂ€rmten. Auch bei der anschließenden Besichtigung des kleinen Choco-Museums blieb der Wuffi an unserer Seite und ließ uns erst draußen wieder ziehen, als er seine tierischen Freunde besuchte, wĂ€hrend wir noch ĂŒber den zentralen Markt von Ollantaytambo humpelten.

Dort wurde eine fĂŒr Peru typische Holzkrippe mit sĂŒdamerikanischen Szenerien erstanden, zudem mit einigen Inhabern gesprochen und, Überraschung, problemlos mit Euro-Banknoten gezahlt. Die Sprache des Geldes, insbesondere einer so starken WĂ€hrung, wird wohl tatsĂ€chlich weltweit verstanden. RĂŒckgeld gab es natĂŒrlich in Sol, aber da wir noch etwas im Land unterwegs waren, kam uns das ganz gelegen. FĂŒr diese Gegend normal, zogen recht rasch Wolken auf, verdeckten die Sonne, sorgten somit fĂŒr einschleichende KĂ€lte und vertrieb uns so am frĂŒhen Abend auf unser Zimmer. Allerdings waren wir nicht undankbar, brauchte der Fuß doch sowieso Ruhe und hatten wir noch ein paar Serienfolgen auf dem iPad gespeichert. So schlossen wir auch diesen Tag mit einem guten GefĂŒhl, trotz der verschiedenen ĂŒber den Tag verteilten Widrigkeiten. Das Positive ĂŒberwog schließlich.

Keep on rockinÂŽ
Ree

Links beinhalten sowohl Empfehlungen fĂŒr AktivitĂ€ten und Orte (unbezahlt), als auch Produktempfehlungen (Affiliates). Dabei haben wir sĂ€mtliche empfohlenen Orte besucht und Produkte selbst erworben, getestet und fĂŒr gut befunden. Ansonsten wĂŒrden wir es nicht empfehlen 🙂

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