­čç║­čç▓ Las Vegas mal anders: Die Seele darf baumeln!

S├╝ndenpfuhl, Partyhauptstadt, Hochzeitshochburg. Es gibt viele Titel, die diese Stadt in der W├╝ste von Nevada tr├Ągt. Aber Erholungsparadies? War mir bis dato nicht bekannt. Die bunten Lichter, lockeren Gesetze und unbegrenzten M├Âglichkeiten auf engstem Raum locken Millionen am├╝siers├╝chtige Menschen aus aller Welt an. Promoter lauern an jeder Ecke, selbst die Prostituierten bieten ihre Dienste sehr viel selbstverst├Ąndlicher (und mittels Visitenkarten) an, als irgendwo sonst in der westlichen Hemisph├Ąre. Sobald es dunkel wird, blinkt die Stadt wie ein epileptisches Stroboskop und animiert zu Hektik, Party, Sorglosigkeit. Und an letzterem l├Ąsst sich ankn├╝pfen. Sorglosigkeit war es, nach dem es uns sehnte, lateinamerikanische Strapazen wollten aus den Knochen gesch├╝ttelt werden.

Das Hallo Kitty Caf├ę am Las Vegas Strip

Der Strip ist lang und l├Ądt schon deshalb zu ausgedehnten Spazierg├Ąngen ein, weil man durch die vielen Ablenkungen am Wegesrand kaum merkt, wie weit man schon gelaufen ist. An jeder Ecke lauern St├Ąrkungen in Form von Promotions – Schokolade bei Hersheys, S├╝├čkram bei M&Ms, Coke & Co im gleichnamigen Flagshipstore, wo man dar├╝ber hinaus ├ťberraschungspakete kaufen kann – ich besitze nun einen coolen Powerade-Rucksack. Es gibt hier mal einen Shot, dort ein Burgertasting – sie lassen sich schon etwas einfallen, um die unz├Ąhligen Menschen in eines ihrer Etablissements zu bugsieren. Ein Risiko birgt der Strip nat├╝rlich dennoch: Wenn einem die F├╝├če signalisieren, dass es f├╝r heute genug mit der Wanderung sei, ist man schon viel zu weit vom rettenden Ufer des eigenen Hotels entfernt. Wie gut, dass man sich in jedem Casino an einen x-beliebigen Spielautomaten mit Minimaleinsatz setzen kann, damit viel Zeit gewinnt und zudem mit Gratis-Getr├Ąnken versorgt wird. Doch, f├╝r das Seelenleben kann diese Stadt auch Balsam sein, so man sie korrekt zu nutzen wei├č.

We heart Las Vegas im T-Mobile Store am Strip

Las Vegas ist so extrem auf Unterhaltung gepolt, dass schon nach k├╝rzester Zeit etwas abf├Ąllt. Vielleicht nicht verarbeitet, aber zumindest verdr├Ąngt durch die neue Vielfalt, verbunden mit dem inneren Drang, daraus etwas passendes auszuw├Ąhlen. Letztendlich haben wir es uns erstmal einfach gemacht – in unserem Oyo-Hotel ist ein Hooters untergebracht, jener Laden mit dem durch leicht bekleidete Bedienungen fragw├╝rdigen Ruf, welcher aber ├╝ber Weltklasse-Wings verf├╝gt. Die wollten wir uns nicht entgehen lassen und haben es nicht bereut. Solltet ihr also Gelegenheit haben, einen dieser L├Ąden zu besuchen, gebt euch einen Ruck, seht das Entertainment als Spa├č an und genie├čt das hervorragende Essen.

Die Fountains des Bellagio vor dem Caesars Palace

So gest├Ąrkt besichtigten wir noch das New York New York, um ein wenig zu zocken und uns von der nahezu perfekten Illusion von Freiheitsstatue, Times Square und ├Ąhnlichen New Yorker Wahrzeichen begeistern zu lassen. Abends galt es nat├╝rlich, die Fountains of Bellagio zu besuchen, diese dekadent sch├Ânen Wasserspiele, deren besondere Faszination noch verst├Ąrkt wird, wenn man zwischendurch den Blick schweifen l├Ąsst und beispielsweise den in pr├Ąchtigsten Farben leuchtenden Eiffelturm ersp├Ąht. Magisch, sch├Ân, es ist einfach eine unbeschreibliche Stadt.

Der Eiffelturm am Strip

Am Folgetag galt es, den Mietwagen am Flughafen abzuholen und so lie├č ich mich morgens per Uber dorthin bringen. Der Fahrer war, wie die meisten in den USA, begeistert, einen Deutschen zu bugsieren und ├╝bermittelte mir seine Geschichte des zweij├Ąhrigen Aufenthalts auf einem St├╝tzpunkt bei Bamberg. Wie sch├Ân doch die M├Ądchen waren und wie gern er nochmal nach Deutschland fliegen w├╝rde. Aber das Geld…. Den perfekten Tipp hatte er auch noch, gab er mir doch mit, auf dem Roadtrip unbedingt eine Filiale von „In┬┤n┬┤Out-Burger“ zu besuchen. Das merkte ich mir und berichte euch beizeiten. Die Fahrzeug├╝bernahme verlief, wie bei Alamo meist, reibungslos. Selbst die Fehlermeldung des Terminals konnte von der netten Dame unmittelbar aufgel├Âst werden – wir wollten einfach einen Tag l├Ąnger buchen, als das Terminal es erlaubte und nach kurzer manueller Intervention konnte ich den schicken Nissan Rogue aus der Tiefgarage zum Gratis Parkplatz des Oyo bringen. Perfekt.

Das New York New York Hotel mit Skyline und Freiheitsstatue

Den vorerst letzten lazy Vegas day begannen wir dann mit einem kr├Ąftigen amerikanischen Fr├╝hst├╝ck im hauseigenen Diner, danach erkundeten wir die sehr ansprechende Poolanlage. Dieses Hotel ist wirklich der perfekte Ort gewesen, um den ganzen Stress der Vorwochen abzusch├╝tteln, ein gro├čartiger Einstieg in das Land der unbegrenzten M├Âglichkeiten. Viel entspannter als lange zuvor spazierten wir zu einem vorher schon entdeckten Restaurant mit koreanischem Barbecue – etwas, was wir uns auf keinen Fall entgehen lassen wollten und was uns absolut positiv ├╝berrascht hat. Riesige Mengen und absolut fairer Preis.

Fantastisches Koreanisches BBQ f├╝r unter 50 USD

Im weiteren Verlauf des Tages galt es, noch ein wenig zu spielen, die Beine hoch zu legen und sich dann nach und nach auf das Highlight des Kurzaufenthalts in Vegas vorzubereiten: Das iheartradio Music Festival, f├╝r das wir spontan zwei Tickets ergattern konnten. Dazu gibt es aber schon einen eigenen Artikel, den ihr hier findet. Ob Alicia Keys, Miley Cyrus, Def Leppard oder Marshmello – die Show hatte zwar L├Ąngen, war in Summe aber sehr beeindruckend. Genauso wie die T-Mobile Arena an sich. Daran k├Ânnte man sich gew├Âhnen.

Alicia Keys auf der B├╝hne der T-Mobile Arena Las Vegas

Nach einer Nacht voller Verarbeitung dieser vielen, vielen Eindr├╝cke stand dann endlich der Roadtrip an. Endlich los ohne Bus, Gep├Ąck im Kofferraum, statt auf dem R├╝cken, gut ausgebaute Stra├čen, statt Schlaglochparadiese. Auf in Richtung Death Valley, hinein in ein Westk├╝stenabenteuer voller Nationalparks, Str├Ąnde und faszinierender St├Ądte. Ich liebe die USA.

Keep on rockin┬┤
Ree

There goes the road…

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