­čç║­čç▓ Death Valley: Fasziniert vom Tal des Todes

18 Tage. So lange dauerte die Reise bereits, bis es erstmals mit einem gemieteten Auto on the road ging. Ok, da eigentlich ein reiner S├╝damerikatrip geplant war, stand Auto fahren sowieso nicht auf dem Plan. Aber nun, im Westen der USA, dem Autofahrerland schlechthin, war es ein erhebendes Gef├╝hl, die unendliche Weite dieser Gegend in den eigenen vier rollenden W├Ąnden befahren zu d├╝rfen. Freiheit stellte sich ein, die Abh├Ąngigkeit von Fahrpl├Ąnen war dahin und f├╝nf weitere nur sehr rudiment├Ąr geplante Wochen lagen vor uns. Das gab Sicherheit, das f├╝hlte sich richtig an und die staubigen Stra├čen best├Ątigten die Entscheidung f├╝r diesen Roadtrip ein weiteres Mal.

Ein Gem├Ąlde aus Wolken und Fels

Nach dem sehr entspannten Auschecken aus dem Oyo ging es gegen 11 Uhr aus Las Vegas heraus, hinauf auf den Highway, ab in Richtung Death Valley National Park. Die Stadt verabschiedete uns staubig, am Tag verzieht sich der Glamour etwas, faszinierend bleibt sie dennoch. Das einsame Amerika, die endlose Stra├če mit flimmerndem Asphalt und am Horizont aufragenden Bergen, wies den Weg als eine Art surreal gro├če Filmkulisse. Der Himmel bildete mitsamt seiner Wolken ein famoses Kunstwerk und wir begannen zu verstehen, wie sich Freiheit durch Weite tats├Ąchlich anf├╝hlt.

Freedom Road

Der Death Valley National Park, Heimat des amerikanischen Ureinwohnervolks der „Timbisha Shoshone“, empfing uns entsprechend rau und farbenfroh, mit dem obligatorischen Eingangsschild und Gestein, das in den unterschiedlichsten Farben leuchtete. Erdgeschichte zum Anfassen. Durch seine Konstitution ist es kein Park, der erwandert wird, man verbringt viel Zeit im Auto. Dennoch ist es auch f├╝r den Fahrer ein Erlebnis, das Tempo ist gem├Ąchlich und es gibt jede Menge Haltestopps. Am Zabriskie Point, den man sich sich vom Parkplatz aus einige Meter entlang einer Asphaltstrecke steil bergauf erarbeiten muss, erh├Ąlt man einen einzigartigen Ausblick auf die unterschiedlichsten Gesteinsformationen des Tals. Ein, wenn nicht der, Top-Spot f├╝r tolle Fotos im Death Valley. Weiter ging es ├╝ber den Artist’s Drive, welcher prall gef├╝llt mit von der Natur gemalter Gem├Ąlde ist, zum Badwater Basin, dem tiefsten und hei├česten Punkt von Nordamerika. Der Hals trocknet schon nach wenigen Schritten aus und die verkrustete Salzoberfl├Ąche gibt einen Eindruck davon, was dem eigenen K├Ârper bei einem l├Ąngeren Spaziergang ohne Wasser bevorst├╝nde. Verbunden mit der nur durch das ein oder andere Auto gest├Ârten Ruhe ist es hier einfach beeindruckend – insbesondere nach kleinen Abstechern ├╝ber die nicht mehr asphaltierten Seitenstra├čen ist man pl├Âtzlich v├Âllig f├╝r sich, h├Ârt absolut nichts und sollte lediglich auf hier beheimatete Klapperschlangen achten.

Warnschild am Badwater Basin

Allgemein gilt ein Ausflug zum Aussichtspunkt Dante’s View noch auf den Plan einer Death Valley-Tour, da die Aussicht von dort oben ├╝berw├Ąltigend sein soll. Wir hatten jedoch schon einige Zeit an den anderen Spots verbracht und noch einen langen Weg vor uns, weshalb wir den gut 75min├╝tigen Abstecher auf diesem Trip nicht absolviert haben. Was wir absolut nicht bereuten, denn in der sch├Ânsten Abendd├Ąmmerung hatten wir so Gelegenheit, uns eine ganze Zeit lang auf einem trockenen Flussbett zu bewegen, umschlossen von Bergen und bei ordentlichem Wind, der daraus ein fantastisches Abenteuer werden lie├č. Wir inspizierten die Oberfl├Ąche, fotografierten viele skurrile Objekte und trafen sogar auf einen Spazierg├Ąnger, der die wandernden Steine suchte; wir hatten von denen noch nichts geh├Ârt, aber sp├Ąter nachgelesen, dass es wohl unerkl├Ąrliche Bewegungen in diesem Park gibt – Aliens? ­čśë

Die Atmosph├Ąre der Stille

Wir waren wahrhaftig angekommen, auf der Stra├če, in der Weite, f├╝hlten uns frei und sicher. Ein unglaubliches Gef├╝hl, hatten wir uns zuvor abends doch so oft wie ger├Ądert gef├╝hlt und nur wenig von den Erlebnissen des Tages geschw├Ąrmt – von wenigen Ausnahmen wie Machu Picchu und Huacachina mal abgesehen. Hier aber, in der nahezu unber├╝hrten Natur, konnten wir uns gehen lassen und das Erlebte anschlie├čend auf uns wirken lassen. Genial.

Die Poesie der Trockenheit

Der weitere Weg zeigte uns einmal mehr, wie wichtig Licht f├╝r die Energie ist, denn als pl├Âtzlich tiefe Dunkelheit ├╝ber uns einbrach (was im Death Valley rasend schnell geschieht), wurde jegliche Abenteuerlust vom Wunsch nach einem kuscheligen Bett verdr├Ąngt. Leider lagen noch gut zwei Stunden Fahrt vor uns, wollten wir doch schon in die N├Ąhe des Yosemite Nationalparks kommen, der am Folgetag unser Ziel sein sollte. Nach einer gef├╝hlt endlosen Fahrt durch absolute Dunkelheit passierten wir schlussendlich ein einsames Dorf, in welchem ein kleines Motel noch ein f├╝r die einfachen Verh├Ąltnisse ├╝berteuertes Zimmer bereit hielt. Das war uns nach den vielen Eindr├╝cken aber egal, denn es gab ein Bett, einen K├╝hlschrank, warmes Wasser und sogar einen Fernseher – Herz, was begehrst Du nach so einem Tag mehr?

Keep on rockin‘
Ree

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