Von der Idiotie der Welt!

Hetze. Von links wird geschrien, von rechts wird gehetzt und in der Mitte verliert man das Gefühl für Richtig und Falsch. Die Einflussreichen machen mit, beziehen Stellung und verlieren sich in Aussagen voller Schuldzuweisungen, Selbstschutz und Eindimensionalität. Ich finde dieses Bild sehr anschaulich. Meine Sorge dreht sich allerdings eher um die Frage, wie man genau jene Menschen erreicht, die sich in Ängsten wähnen, radikalisieren lassen oder mangels Vertrauen in alte Gesichter irgendwas anderes wählen oder irgendwen vertreiben wollen, weil ihnen das vielleicht vermeintliche Sicherheit verspricht (wovor auch immer).

Will sagen, wir teilen Beiträge, die unseren eigenen Idealen entsprechen immer in unserem persönlichen emotional-sozialen Kreis, in sozialen Netzwerken, Zeitungen oder dem Bekanntenkreis und erfreuen uns daran, den vermeintlich richtigen Pfad vorzugeben. Dummerweise (oder eben verständlicherweise) sehen das andersdenkende Personen allerdings ebenso. Sie bewegen sich in ihrem eigenen sozialen Umfeld und erfahren ähnliche Bestätigung beim Teilen völlig gegenteiliger Beiträge.

Uns ist die Mischung abhanden gekommen, dieses miteinander statt übereinander Reden. Der Diskurs ist dem Geschrei gewichen, Argumente werden nicht mehr ausgetauscht, um einen Kompromiss zu finden, sondern schier ausgespuckt, um sie dem Gegenüber wie einen verbalen Faustschlag ins Gesicht zu schlagen. Selbst mir fällt es oft schwer, den Fokus zu verändern und mich in die Lage der protestierenden Mitmenschen zu versetzen, denn ich teile viele ihrer Probleme nicht. Geld, Arbeit, Freunde, Urlaub, Luxus, ausländische Freunde, alles mehr oder minder vorhanden. Wie kann ich es mir daher erlauben, vorzugeben, was meine weniger gut gestellten oder anders sozialisierten Nachbarn zu akzeptieren haben?

Was mir bleibt ist die Hoffnung, irgendwie wieder die ethische Fragestellung in den Vordergrund rücken zu können, die Tatsache, dass wir als Menschen eine Einheit bilden, nicht als Nationen. Viele Herausforderungen sind moralisch fraglos tragbar, aber es wurde versäumt, hier einen nachvollziehbaren Weg aufzuzeigen. Zumal die Historie der Welt von Durchmischung, Kriegen und Flucht geprägt ist und eine stabile Kooperation mit anderen Ländern im Vorfeld vieles hätte abmildern können. Dummerweise herrschen in Politik und Führungskreisen die polternden Gestalten vor und verhindern durch ihre ermüdenden gegenseitigen Schuldzuweisungen jeglichen konstruktiven Diskurs. Eine Flüchtlingskrise, die längst keine mehr ist, verdrängt so viele wichtigere Themen (Digitalisierung, Bildung, Umwelt…), weil Populisten auf allen Seiten die Spaltung zum Machtaufbau nutzen.

Es ist an der Zeit, aufeinander zuzugehen, Gespräche zu suchen und die wahren Gründe für Pauschalisierungen und Proteste zu ergründen. Es ist an der Zeit, soziale Spaltungen umzukehren und Perspektiven aufzuzeigen. Es ist an der Zeit, wieder Politik für die Menschen zu machen, nicht gegen bestimmte Gruppierungen. Ich weiß nur nicht, ob mich genug hören, damit ein globaler Ruck durch genug von uns geht. Denn am Ende wollen wir doch alle nur ein schönes und entspanntes Leben haben. Es ist kurz genug…

Keep on rockin‘

Ree

Vom ewigen Kind!

Kindheitsträume. Was, wenn es Dir nicht gelingt, von ihnen abzulassen. Wenn Du zwar älter wirst, aber Dir das, was Du unter Erwachsen sein vorgestellt hast, weiterhin fremd vorkommt. Wenn Dir Dinge wie sesshaft werden, für das Alter vorsorgen und Routine reinbringen nicht geheuer sind? Versteh mich nicht falsch, ich meine damit kein völliges Verbarrikadieren vor den Anforderungen, die das Leben mit fortlaufender Dauer an einen stellt. Natürlich kannst Du gut in Deinem Job sein, obwohl er nicht Deinen Lebensträumen entspricht. Klar ist ein gewisses Engagement möglich, obwohl Du Dich häufig genug in eine andere Realität träumst. Doch ändert das eben nichts daran, dass sich Dir einfach viele Pfade nicht so recht erschließen, die Deine Altersgenossen längst beschritten haben. Vielleicht hast Du sogar versucht, ihnen zu folgen, es ihnen gleich zu tun und all das zu versuchen, was „die Erwachsenen“, „die Anderen“ von Dir erwarten. Und bist möglicherweise krachend gescheitert, denn es war nicht Dein Weg. Deinen suchst Du, verzweifelt, jeden Tag aufs Neue. Mal wirklich intensiv, dann wieder nur unterbewusst, in Sekundenbruchteilen, in denen ein Gedanke kurz aufblitzt, eine sehr alte Erinnerung den Alltag in Frage stellt. In der Regel vergehen diese Momente rasch, doch dann und wann lähmen sie Dich über einen längeren Zeitraum und Du schweifst immer wieder in sie ab. Du fragst Dich, woher Du kommst und wohin das führen soll. Und selten, dann aber höchst intensiv, fragst Du Dich, wie es wohl ist, wenn Du alt bist. So richtig, so unbeweglich alt. So Du diese Lebensphase denn erreichst. Und Dir gefällt die Antwort nicht.

Aber kann man etwas erzwingen, was nicht in einem steckt? Kann man etwas versuchen, das zu wagen man sich nicht bereit fühlt? Kann es im Leben Dinge geben, deren Erfüllung man nicht für möglich hält? Wie viel muss man als Kind geträumt haben, um nicht Erwachsen werden zu wollen? Und ist man es mit jedem kleinen Schritt vielleicht doch geworden, ohne es selbst wahrzunehmen? Dem Vergleich mit der „Jugend von heute“ hält zumindest kaum jemand über 35 Stand. Zu groß ist die Distanz, zu tief der innere Drang junger Menschen, sich von der älteren Generation abzugrenzen. Da kann man dann vielleicht noch der „coole Onkel Charlie“ sein, aber ist längst nicht mehr auf Augenhöhe. Ist man also einfach nur eine neue Generation erwachsener Menschen, indem man sich selbst von den Prinzipien, Ansichten und Werten der vorherigen Generation entfernt hat? Vielen bedeutet Freiheit mehr als Sicherheit, Freizeit mehr als Karriere und Erlebnisse mehr als Geld. Auch wenn das Eine durchaus manchmal das Andere bedingt.

So bleiben wir alle ein wenig Kind, mal mehr und mal weniger. Für die, denen das Loslassen erheblich schwerer fällt, die den Übergang von der jugendlichen in die erwachsene Phase nicht stolperfrei auf die Reihe bekommen, folgt möglicherweise ein böses Erwachen. Vielleicht fehlt dann irgendwann etwas, vielleicht kommt Reue auf. Eventuell schlittert man aber auch einfach nur durch die zweite Arbeitsphase und kommt unbeschadet in der Rente an, im Kopf noch immer gefangen zwischen Kindheitsträumen und jugendlichen Versäumnissen. Ob das gut oder schlecht wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es beschäftigt mich. Sehr sogar. Und euch?

Keep on rockin´
Ree

“Dem Elend einen Korb geben”

Brennpunkt Washington D.C.: Basketball in einer sterbenden Stadt!  

Die Ghettoisierung US-amerikanischer Innenstädte macht auch vor Washington D.C. nicht halt. Die Stadt verwandelt sich beständig in eine Retortenstadt, die tagsüber von Büroangestellten und Touristen bevölkert, bei Einbruch der Dunkelheit jedoch sich selbst überlassen wird. Spiele des Basketballteams Washington Wizards bieten für einen kurzen Zeitraum die Möglichkeit, diese sozial gravierende Diskrepanz live beobachten und die Versäumnisse der Politik erleben zu können.  

sdr„D.C.-Family“, hallt es immer wieder aus den Lautsprechern der Capital One Arena. Das Motivieren der verschworenen Gemeinschaft aus Zuschauern aller Schichten gehört zu einem Spiel des NBA-Profiteams Washington Wizards einfach dazu. Hier sind sie alle gleich, verbunden durch die Energie des Spiels und die Hoffnung auf die Rückkehr einer glorreichen Ära, als man noch eine aufstrebende Stadt und das Team die Washington Bullets war und 1978 sogar die Meisterschaft gewinnen konnte.

Vor der Halle sieht es allerdings völlig anders aus, die Abgehängten versuchen nicht einmal, sich außer Sichtweite jener Privilegierten aufzuhalten, die sich ein Ticket für das Spiel leisten konnten. Unverhohlen wird vor der Halle aggressiv um Geld gebettelt, auch Diebstahl steht an der Tagesordnung, wie einer der vielen anwesenden Polizisten zu berichten weiß. Die Einsatzkräfte stehen überall um die Halle parat, stets bereit, schon bei sich anbahnender Agressivität mit ihrer sprichwörtlichen Konfrontationsbereitschaft einzugreifen. Hier brodelt es beständig, nicht nur unter der Oberfläche, sondern auch ganz offensichtlich, wenn sich jene, die nichts mehr zu verlieren haben, mit den Gesetzeshütern Wortgefechte liefern, deren Inhalt weit unter der Gürtellinie liegt und die häufig in Durchsuchungen sowie Festnahmen enden. „Ein ganz normaler Spieltag“, wird der Cop weit nach der Schlusssirene zu Protokoll geben.

Eine Mischung aus Stammesmusik und Rock’n’Roll

Schon aus der Ferne, durch die Häuserblocks der Hauptstadt, hört man das rhythmische Wummern, das irgendwo zwischen Stammesmusik und Rock‘n‘Roll-Konzert zu liegen scheint. Eine E-Gitarre stimmt mit ein und betritt man die letzte Kreuzung vor der Capital One Arena, kommen sie in Sicht. Ein energiegeladenes Duo, schwarze Musiker, die den Sound im Blut zu haben scheinen und derart dynamisch spielen, als hätten sie ihr langes Leben nichts anderes gemacht. Vielleicht stimmt das sogar. Sie sind sicherlich mindestens in den 60ern, wenn nicht noch älter, und reißen alleine dadurch sämtliche Vorbeikommenden mit. Egal, ob die Spaziergänger zum Spiel möchten oder nur zufällig vorüber ziehen, sie bleiben stehen, wippen erst mit dem Fuß, um dann mit dem ganzen Körper einzustimmen, so dass man sich tatsächlich fast als Gast eines Open-Air-Konzerts wähnt. Der Berufsstand, das Einkommen oder der soziale Status spielt hier für den Moment keine Rolle mehr, jeder ist Teil eines großen Moments. Unzählige Smartphones sind gezückt, halten diesen Augenblick fest und machen die zwei unbekannten Musiker für einen kurzen Moment zu Stars. Diese genießen die Aufmerksamkeit sichtlich, die Energie steckt sie an und sie scheinen nicht müde zu werden. Das Publikum wechselt, die Sammelbüchse füllt sich, die Männer an den Instrumenten aber bleiben und werden so Teil einer besonderen Geschichte, die für sie erst weit nach dem in der Halle stattfindenden Spiel endet. Sie begleiten die Zuschauer sowohl in die Arena, als auch wieder hinaus, spielen ihnen so quasi den Marsch in ihre jeweilige Heimat. Raus aus der Gemeinschaft, zurück in die persönliche, oft durchschnittliche, manchmal deprimierende Existenz. Basketball und Musik können dem Elend eben doch nur temporär einen Fluchtpunkt bieten.

cofMit den einheimischen Farbigen zu reden, bzw. sie zu verstehen, wenn man kein Muttersprachler ist, fällt nicht so leicht. Sie sprechen mit dem Dialekt der den meisten Angehörigen der schwarzen Mittelschicht gemein ist und der eher einem Singsang gemäß “Y‘know w’I’m sayin’“ gleicht. Wir warten gemeinsam auf Einlass in die Halle und währenddessen erfahre ich, dass es für die meisten keine Option ist, mit einer jungen Familie in die Stadt zu ziehen, auch wenn das täglich einen mehrstündigen Arbeitsweg bedeutet. „Es ist hier einfach nicht sicher genug“, sagt man mir. „Kaum leeren sich die Büros, verlassen alle, die eine gute Arbeit haben, die Stadt und zurück bleiben jene, die nicht so viel Glück hatten, wie ich“. Jene, das sind die Abgehängten, die entweder für den Mindestlohn arbeiten und gerade so über die Runden kommen oder eben die, die selbst dorthin nicht mehr vermittelbar sind. Die irgendwann ihre Arbeit und damit den Anschluss verloren haben oder gar schon in jungen Jahren dem Alkohol und noch härteren Drogen verfallen sind, ohne ein Auffangnetz zu haben. Viele hängen nach der Highschool nur herum, kiffen und betrinken sich. Jemand deutet auf einen Mann, der in Hallennähe die Mülleimer inspiziert und dabei wirres Zeug vor sich hin brüllt. „Das könnte eigentlich jeder von uns sein“.

Drinnen, im Fall der Capital One Arena eher unten, läuft zwischenzeitlich das Spiel. Basketballtypisch wogt es hin und her, es gibt die berühmten Läufe, doch letztendlich bleibt es eng. Das ist gut für die Stimmung und da es zudem um den direkten Einzug in die Playoffs gegen das beste Team des Ostens, die Toronto Raptors, geht, liegt förmlich Elektrizität in der Luft. Schlussendlich werden die Wizards begeistern, sie gewinnen und ziehen somit in die Runde der besten 16 Teams der NBA ein. Doch für die meisten Zuschauer, gerade auf den günstigeren Rängen, scheint das Spielende nicht maßgeblich zu sein. Sie würden am liebsten endlos zusehen, anfeuern, sich mit ihren Freunden unterhalten und dabei die kulinarischen Angebote genießen. Hauptsache, dem Elend draußen einen Korb geben, der Tristesse noch etwas länger entfliehen und einer Gemeinschaft anzugehören, um dem ganzen einen Sinn zu verleihen.

„Go buy me some food!“

Nach dem Spiel sollte der traditionelle Fastfood-Burger folgen, die Stimmung in der Stadt aufgesogen werden. Rasch war Wendy‘s in der New York Avenue Northwest angesteuert, vor dem es nach dem Trubel nur wenige Blocks zuvor überraschend dunkel und still war. Ein erster persönlicher Eindruck der Stadtflucht, die auch unmittelbar nach dem Spiel ihre Fortsetzung gefunden hatte. Bereits auf dem Parkplatz nahm mein Washington-Trikot einem knapp dreißigjährigen Radfahrer die Scheu der Ansprache fremder Leute, er stellte zunächst einige unverbindliche Fragen zum Spiel, um dann nach einer ihn augenscheinlich nicht zufrieden stellenden Antwort ein paar Beschimpfungen loszulassen. „Dumb shit, motherfucker“, war noch das Verständlichste, für das er sich interessanterweise direkt mit der Begründung entschuldigte, er stamme aus einem rauen Umfeld. Sein Alkoholgeruch war schier umwerfend, so beließ ich es dabei, reagierte gelassen und betrat den Laden, ohne dabei zu bemerken, dass mir der Pöbler mitsamt seinem Bike auf den Fersen war. Erst sein Ausruf „Go buy me some food“, ließ mich aufschrecken und erstmal die Lage checken. Er blieb zwar im Vorraum, versperrte mit dem Rad jedoch den Ausgang und begann ein Telefonat mit seinem Smartphone. Aus dem Ladeninneren war keine Hilfe zu erwarten, Mitarbeiter und Gäste gehörten eindeutig seiner Klasse der schwarzen Unterschicht an und würden sich vermutlich nicht für einen weißen Besucher opfern, der eindeutig zur falschen Zeit am falschen Ort war. Paranoia? Nun, Washington D.C. gehört zu den fünf gefährlichsten Städten der USA, Gewaltverbrechen sind an der Tagesordnung und manchmal muss man auch auf seinen Bauch hören. Dieser drängte zur Flucht und zum Glück gab es auf der anderen Seite des Lokals einen zweiten Ausgang, der außer Sicht des ersten lag und direkt auf den Parkplatz führt. Mit dem Auto auf die Straße bretternd, konnte man im Rückspiegel nur noch einen fluchenden Pöbler kleiner werden sehen, der lautstark entweder um eine Mahlzeit, oder vielleicht auch das Bargeld in meiner Tasche trauerte. Das war gefühlt denkbar knapp, den Burger gab es dann in einer anderen Filiale der benachbarten Kleinstadt.

selfpGenerell ist die Armut in DC überall sichtbar, sobald das Licht verlischt. Obwohl das Machtzentrum des Landes samt seines Oberhauptes nur wenige Blocks entfernt liegt, scheint sich eine deprimierende Parallelwelt aufzutun. Es sind nicht nur Kriminelle, die die Straßen bevölkern, es sind die Ärmsten der Armen. Kaum steht man mit dem Auto an einer Ampel, schon kommen sie in Scharen, sind zumeist freundlich, halten einen Becher in den Wagen und fragen nach ein paar Münzen. Man gibt sie ihnen, aus Mitleid und weil sie einem selbst nicht weh tun. Doch andere Fahrer sind so abgestumpft, rücksichtslos, dass sie einfach los fahren, so dass den meist älteren Bittstellern vom Autofenster fast der Arm aus dem Gelenk gerissen wird. Sie taumeln mit unbewegten Gesichtern Richtung Mittelstreifen und warten auf die nächste Rotphase. Doch vielleicht ist es seitens der Fahrer auch gar keine Rücksichtslosigkeit, sondern ein alternativer Umgang mit einer alltäglichen Konfrontation, in welcher sie Unmengen an Kleingeld zu zahlen hätten, würden sie jeden Tag an jeder Ampel Mildtätigkeit beweisen wollen. Man steckt in ihren Köpfen ja nicht drin.

„Die Politik lässt Kontinuität vermissen und versagt somit“

Spricht man jedoch über Washington D.C., darf das Versagen der Politik hier im Zentrum der Macht des mächtigsten Staats der Erde nicht verschwiegen werden. Es sind schließlich nur wenige Schritte von der Capital One Arena bis zum Capitol Hill, den ganzen Monumenten siegreicher Feldzüge und der Darstellung jedweden patriotischen Zusammenhalts, der nach Einbruch der Dunkelheit konterkariert wird. Es existieren große Probleme im Land und die Politik versagt seit Jahrzehnten beim Versuch, sie in den Griff zu bekommen. Man sollte meinen, gerade in der Hauptstadt sei ein guter Start machbar, doch offensichtlich wurde stillschweigend vereinbart, die Stadt sich selbst zu überlassen, zurück in die eigenen „Gated Communities“ zu fahren und abzuwarten, wie sich das Problem entwickelt. Nur wird es ohne soziale Programme, verstärktes Streetworking, ohne Perspektiven und Hilfen für die Hilflosen nicht funktionieren. Nirgends in der westlichen Welt trifft man so viele Menschen mit offensichtlich geistigen Einschränkungen auf den Straßen, und erschütternderweise sind die meisten von ihnen Schwarz. Der aktuelle Präsident, Mr. Donald Trump, der sich mehr um persönliche Kriegsschauplätze, Mauern und Zölle, als um sein eigenes Volk zu interessieren scheint, kann noch so oft fehlenden Patriotismus und die Proteste schwarzer Profisportler wie Colin Kaepernick, LeBron James und Steph Curry per Twitter anprangern. Doch würde er sich mal die wenigen Meter aus seiner weißen Festung hinaus wagen und inkognito durch die Straßen der Stadt ziehen, er müsste ob des überall sichtbaren Elends vor Scham im Boden versinken, bitterlich weinen oder endlich seiner Verantwortung gerecht werden, ein multikulturelles Land zu einen, statt zu spalten. Barack und Michelle Obama haben es versucht, doch selbst sie sind ob der tiefen Gräben zwischen den Ethnien und Schichten, sowie der jahrzehntelangen politischen Konflikte nur in Schrittgeschwindigkeit vorangekommen. Jemand hätte den von den Obamas gespielten Ball aufnehmen und den eingeschlagenen Weg fortsetzen müssen, doch hat sich das US-amerikanische Volk blenden lassen und für das Gegenteil, den Rückschritt und die Spaltung, entschieden. Diese bietet in DC ein besonders gravierendes Kontrastprogramm, doch finden sich die Gräben nahezu überall im Land. Die USA sind arm in ihrem Reichtum und blind gegenüber den Interessen seiner Bedürftigsten, die die Quittung zu zahlen haben und ein Leben unterhalb von Würde und Ehre führen. Es ist eine Schande!

cof

Von der Qual des Verhaltens!

Verbindungen. Die Welt ist ein seltsamer Ort. Wir alle haben unsere Unzulänglichkeiten, mehr oder weniger davon, doch sind wir viel zu selten in der Lage, sie auch tatsächlich wahrzunehmen. Und werden wir, meist von den engsten Vertrauten, doch mal darauf hingewiesen, werten wir dies in der Regel als persönlichen Angriff, obwohl es doch eigentlich nur darauf abzielt, uns die Chance der Entwicklung zu einem noch besseren Menschen zu ermöglichen. Aber weil wir aggressiv, frustriert, zickig oder todtraurig reagieren, uns oft im Modus eines Gegenangriffs einnisten, resignieren diese wahnsinnig liebevollen Menschen und weisen uns nicht mehr darauf hin, was möglicherweise gerade nicht unsere angenehmste Verhaltensweise gewesen sein mag. Ironischerweise führt das dazu, dass manchmal hinter dem Rücken darüber gesprochen wird und teilweise sogar eine emotionale Distanz im Inneren aufgebaut wird, um die Augenblicke eben jener störenden Charaktereigenschaften so gut wie möglich auszublenden.

Macht euch da keine Illusionen, wir alle besitzen solche Negativkünste. Zumindest bin ich davon überzeugt. Selbstverständlich kann ich mich davon auch nicht mal ansatzweise ausschließen, ganz im Gegenteil. Es gibt so vieles, auf das ich schon mal hingewiesen wurde und auch noch so manches, was ich gerne selber korrigieren würde. Das gelingt mal besser und mal schlechter, doch fällt auf, dass eine Justierung in fortgeschrittenem Alter immer komplizierter wird. Sie haben sich eingeschlichen, die inneren Programme, und lassen sich nicht so einfach wieder deaktivieren. Sie sind wie ein Virus, haben sich tief in das Betriebssystem eingenistet und lassen sich nicht vollständig deinstallieren. Zwar gibt es körpereigene Antivirenprogramme, doch gerade in spontanen Augenblicken rutscht so manches aus der Versenkung hervor, dass man bereits überwältigt geglaubt hatte.

Beispiele? Nun, meine dummen Sprüche, mit denen ich rund um die Familie und meinen Sportverein aufgewachsen bin, die mich bis heute oft tief treffen, wenn ich selber welche abkriege, stecken so tief in mir drin, dass ich immer mal wieder mir wirklich wichtige Personen damit konfrontiere und sie so verletze. Denke ich vorher nach, was ich sage, geschieht das nicht, aber in einem Schlagabtausch, als Reaktion auf spontane Situationen, sind sie einfach da. Ich schäme mich dafür schon in der Sekunde danach und sie (ich) tragen mit Sicherheit eine gewisse Verantwortung für negative Entwicklungen im zwischenmenschlichen Bereich, aber ich kriege den Schalter nicht komplett auf „off“ gestellt. Es regt mich auf, es beschäftigt mich nächtelang, doch ist es leider auch jahrzehntelange Prägung von Kindesbeinen an.

Darüber hinaus bin ich im privaten Bereich harmoniebedürftig bis zur Selbstaufgabe und möchte es gerade meinem engsten Kreis immer Recht machen. Dabei ist es völlig egal, ob ich persönlich völlig ausgelaugt und eigentlich gar nicht in der Lage bin, mich um die Belange anderer Menschen zu kümmern. Nichts ist mir wichtiger, als das Glück der wenigen wirklich nahestehenden Personen und ich kann gar nicht anders, als all meine Bedürfnisse dahinter zurück zu stellen. Denn wenn ich das tue (dann und wann habe ich es versucht), ging es mir in der Regel emotional noch schlechter, also hätte ich auch gleich das vermeintlich Richtige tun und für meine Freunde da sein können. Dennoch wäre es für alle Seiten von Zeit zu Zeit vermutlich besser, in solchen Fällen anders zu agieren.

Genauso fallen mir eben auch bei anderen Dinge auf, die für ein harmonisches Zusammenleben nicht immer hilfreich sind. Ich werde natürlich hier nichts ausspeichern, aber mich belasten immer mal wieder diverse Situationen, in denen ich gerne irgendwie eine Veränderung anstoßen würde, mir dies aber nicht gelingt. Das kann daran liegen, dass ich schon die Ansprache scheue, oder auch, dass mir der richtige Ansatz fehlt. Ich möchte auch nicht so rüberkommen, als hätte ich die Weisheit mit Löffeln gefressen und die einzig richtige Sichtweise gepachtet. Dass dem nicht so ist, habe ich oben ja hinlänglich bewiesen.

Doch wie geht ihr mit solchen Situationen um? Insbesondere wenn ihr wisst, dass auf eine Ansprache eben in der Regel eine derartige Enttäuschung bei eurem Gegenüber ausgelöst wird, wie ganz oben skizziert? Ich bin tatsächlich lost und ratlos, es hält mich auch mal wieder wach. Vielleicht habt ihr ja einen Trick auf Lager, der mir bislang durchgegangen ist. Falls ja, wäre ich begeistert, davon zu hören. In diesem Sinne, gehabt euch wohl und alles Gute bei der Bewältigung eurer persönlichen Herausforderungen.

Keep on rockin´
Ree

Musikprojekt Teil 2!

Gedacht. Es ist ein paar Wochen her, da habe ich euch erstmals konkret von einem sehr emotionalen Song berichtet, der meine Gefühlswelt der letzten 18 Monate ziemlich gut zusammenfasst und für mich damit von besonders hoher Bedeutung ist. Damals sagte ich euch, dass noch die Videoproduktion ansteht und genau diese ist nun finassiert worden. Ergo präsentiere ich euch heute Track Nummer 2 meines Projekts, bin besonders stolz auf das Ergebnis und hoffe, ihr freut euch so wie ich.

Also, habt Spaß damit, teilt es gerne mit der ganzen Welt und keep on rockin‘
Ree

P.S.: Hier noch die Lyrics für euch. Enjoy!

Hab gedacht, endlich rum, eine Last fällt ab
Hab gedacht wenn es weg ist komm ich damit klar
Hab gedacht dass es besser ist weil Liebe starb
Doch jetzt weiß ich sehr genau, man, das ist nicht wahr
Hab gedacht, ein Zuhause, das sind doch nur Steine
Aber wenns so wär, warum sitz ich hier und weine
Hab gedacht, diese Hütte hat keinen Wert ohne dich
Ganz alleine dort zu Hausen wär zu schwer für mich
Hab gedacht die ganze Kohle man, das ist es nicht wert
Aber leider setzt man häufig nicht aufs richtige Pferd
Hab gedacht wenn es verkauft ist ist die Story geschlossen
Denn in Monaten sind viel zu viele Tränen geflossen
Hab gedacht, nun gibt es Neuland, ja nun ziehe ich weiter
Aber freuen kann ich mich nicht, nein, mein Herz wimmert leider
Hab gedacht dass ich nun endlich mal das richtige tue
Doch fühlts sich falsch an und die Seele gibt nicht annähernd Ruhe
Hab gedacht, vor langer Zeit mal, hier drin werde ich alt
Doch dann wurde erst Familie, dann die Räume auch kalt
Hab gedacht hier drin find ich endlich das ewige Glück
Doch gefunden hab ich gar nichts, nur der Schmerz ist zurück
Hab gedacht er vergeht, ist das Haus erst verkauft
Doch mir scheint das war falsch, denn er hört nicht mehr auf
Hab gedacht, man wird frei, lässt man los den Ballast
Doch im Innern bleibt er hängen, darum reicht es nur fast

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

Hab gedacht sei extrem, ändere völlig Dein Leben
Hab gedacht irgendwie muss ich nach anderem streben
Hab gedacht ohne Ballast geht es leichtfüßig weiter
Doch nun tret ich auf der Stelle rum und quäle mich leider
Hab gedacht, ganz alleine tut mir niemand mehr weh
Doch alleine merk ich manchmal dass mir irgendwas fehlt
Hab gedacht, ohne Regeln kann ich tun was ich will
Um zu merken, ohne Regeln wird erst gar nicht gespielt
Hab gedacht, dieses Leben man, es lacht Dich nur aus
Also musste ich aus dieser ganzen Scheiße mal raus
Hab gedacht, wenn ich fliehe, ja dann gibt’s endlich Ruhe
Doch Probleme folgen einem notfalls bis in die Truhe
Hab gedacht, dass ich mich dann auf Zuhaus konzentrier
Denn nur Eltern stehen immer wie ein Fels hinter mir
Hab gedacht, das wird reichen für ein paar Jahre Glück
Doch es hilft nichts ich will auch voran und nicht nur zurück
Hab gedacht, nun mal Achtsam sein, trainieren, meditieren
Hab gedacht, so kann man sich in Gedanken verlieren
Hab gedacht dass dies der Seele etwas richtiges gibt
Und muss feststellen dieser Weg ist in der Tat ein Antrieb
Hab gedacht es geht nur weiter wenn ich alles zerstöre
Und vergessen dass ich damit auch manch gutes verlöre
Und nun denke ich tagtäglich wie das alles begann
Nehm den Schmerz bei der Hand und fang mit ihm neu an

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

Musikprojekt Teil 1!

Weltenbunt. Manche machen Kunst, andere schreiben Texte und wieder andere müssen das Geschriebene von Zeit zu Zeit zudem verbunden mit Musik ausdrücken. Zu letzterer Gattung gehöre auch ich und da ich mein musikalisches Herz zudem bereits sehr früh an Black Music verlor, bietet es sich an, nach Jahren im stillen Kämmerlein auch mal den ein oder anderen Song mit euch zu teilen.

So gibt es nun als Auftakt einer kleinen Reihe einen der ersten Songs aus dem geplanten Album. Er liegt mir sehr am Herzen, greift er doch sehr wichtige Themen der letzten Jahre auf. Das Video dazu ist zwar nicht wirklich professionell, doch für die heutige Zeit unabdingbar 🙂

Ich freue mich über euer Feedback, ein wenig Unterstützung und bei Gefallen kräftiges teilen. Vielleicht mag ein Studio es ja professionalisieren und auf den Markt bringen 😉

In diesem Sinne, danke euch und keep on rockin´
Ree

PS: Der vor einigen Wochen schon mal angekündigte emotionsgeladene Song („Gedacht“) ist ebenfalls fertig, hier soll das Video aber aussagekräftiger werden und befindet sich daher noch im Dreh. Folgt aber unmittelbar nach Fertigstellung.

PPS: Hier noch der Weltenbunt-Songtext, nur für den Fall 🙂

Reeorchs: Weltenbunt

Geh doch mal mit offenen Augen
Durch die Straßen von zu Hause
Streif durch Wälder, Wiesen, Felder
Steig ins Flugzeug, find Dich selber
Lerne andere Menschen kennen
Wie sie Leben, was sie denken
Betrachte Tiere mal mit Liebe
Schon merkst Du, beknackt sind Kriege
Auf der Welt ist Platz genug
Wer anderes sagt verheißt Betrug
Und auch vom Geld ist nicht zu wenig
Nur ist die Verteilung dämlich
Können Wenige alles haben
Schürt das Neid, Hass, Kopfversagen
Zeig dem armen Mann das Fischen
Nicht wie wir die Welt vernichten

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Mächtig ist das Tier im Wald
Das mit für unseren Unsinn zahlt
Der Mensch ist Raubtier ohne Grenzen
Lädt nur ein zu Totentänzen
Forstet auf für den Profit
Bis es von allem nichts mehr gibt
Und Zieht dann weiter, startet neu
So ists bald mit der Welt vorbei
Öffnet eure Herzen nun
Denn es gibt noch so viel zu tun
Wollen wir alle glücklich leben
Müssen wir lernen abzugeben
Wissen teilen und auch Geld
Hey! Es geht um unsere Welt
Sie darf nicht in Flammen stehen
Ist von den Kindern doch nur geliehen

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Terror ist der neue Krieg
Sagt Gott schickt euch auf diesen Weg
Blind seid ihr, total zerrüttet
Köpfe mit Dreck zugeschüttet
Habt Respekt vor nichts und niemand
Rächt euch nur an irgendjemand
Und der Westen hilft dabei
Reagiert mit Waffen und Geschrei
Checkt die Lage einfach nicht
Der Krieg zeigt hier sein Angesicht
Jahrzehntelange Invasionen
Erschufen Terorismuszonen
Doch zerstört man die nur schwer
Für Frieden muss Perspektive her
Noch mehr Bomben bringens nicht
Die Welt gehört ins Gleichgewicht

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Alles auf Null!

Wendepunkte. Wann hat man als gesetzter Erwachsener schon mal die Gelegenheit, wirklich alles mehr oder minder ohne Risiko auf den Kopf zu stellen und sich quasi wieder in einem Zustand wie nach der Schule zu befinden? Vermeintlich sogar mit besseren Voraussetzungen, da ein gewisser finanzieller Background und ein größerer Erfahrungsschatz vorhanden sind. Gut, Nachteile gibt es auch, nämlich die negativen Eindrücke vieler Jahre, die zu Zurückhaltung, Vorsicht und übergroßer Achtsamkeit führen, aber letztendlich liegt in der Neuerfindung rund um das 40. Lebensjahr durchaus ein gewisser Charme.

Nicht dass ich irgendwem die Erfahrungen der letzten zwei Jahre wünschen würde, regelmäßige Blogleser wissen ja von meinen Schmerzen, aber dennoch folgt aus manch Schlechtem natürlich auch das ein oder andere Gute. So habe ich mich durch die erfolgte Trennung meiner Ex-Frau von mir bekanntermaßen zum Ausstieg bei meinem geliebten langjährigen Arbeitgeber entschieden, was mir adäquat vergütet wurde und für einen jahrelang nicht gekannten (und manchmal gar belastenden) beruflichen Freiraum gesorgt hat. Zu meinem Bedauern wurde mir aber ja das gemeinsame Haus aufgedrückt und somit eine massive Belastung auferlegt – finanziell und emotional.

Also standen plötzlich einige Monate unter dem Druck, dieses Haus zu veräußern, da es zu meiner neuen Lebenssituation einfach nicht mehr gepasst hat – Traumhaus hin oder her. Nach unzähligen Besichtigungen, einigem hin und her, sowie viel Papierkram, war es zum 01. August dann tatsächlich soweit: Verbunden mit gewissen finanziellen Verlusten konnte ich das Objekt einer wunderbaren Familie übergeben, die hoffentlich dort jene Träume leben können, die mir vor Ort letztendlich verwehrt geblieben sind. Und so rollte ein weiterer Stein von meinem Weg und eröffnete den Blick auf eine flexiblere Zukunft.

btyHeute startete dann zudem das Job-Consulting, welches als Teil des Abschieds von meinem Arbeitgeber vereinbart war und mir Unterstützung bei der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bieten soll. Die ersten drei Stunden waren vielversprechend, anstrengend und sogar mit Hausaufgaben verbunden. Wir haben mein Profil geschärft, meine Schwerpunkte herausgefiltert und meine Lieblingseinsatzgebiete extrahiert. Ich hätte diese Effizienz nicht erwartet und war daher positiv überrascht. Über Einsatzorte oder konkrete Stellenangebote haben wir zwar noch nicht gesprochen, da der Fokus aber auf einem Neustart in 2018 liegt, ist es noch nicht dramatisch.

Parallel bringe ich meine weiteren Projekte voran, wie die http://www.urlaubslust24.de, meine eigene Consulting-Firma (aktuell schwerpunktmäßig im Sportbusiness-Bereich), ein Facebook-Projekt und mein Journalismus-Studium. Zudem konzentriere ich mich auf mein Sport-Programm, plane einen Urlaubstrip mit meinen Eltern (die Zeit ist reif) und unterstütze meine drei allerbesten Freunde in ihren jeweiligen persönlichen Angelegenheiten wie Umzug, Firmengründung und Krankheitsbewältigung. Eigentlich viel zu tun, aber doch genau richtig für mich: Ich brauche nämlich stets eine Menge paralleler Themen, um nicht in Gedanken zu versinken und auf der Couch zu versacken.

So stehe ich also an Wendepunkten, gerade sogar ohne eigenes Domizil (Couchsurfing ist auch mit fast 40 noch in), mache mir tagtäglich Gedanken, wo es hingehen soll und was man als Lebensziele definieren sollte (keine Ahnung) und bin doch irgendwie ruhiger als noch vor einigen Wochen. Ich merke, wie sehr mich die ungeklärte Haussituation belastet hat. Sogar der Song dazu ist fertig. Aber ob ich den je veröffentliche? Wer steht schon auf deutschen Rap? 🙂

Keep on rockin´
Ree