Marilyn

Der Glaube an dies Leben

Vom Schaffen und vom Streben

Der Antrieb und der Schwung

Das alles hält uns jung

Doch stetig wächst der Druck

Man findet nicht zurück

Die Zeit geht rasch herum

Und plötzlich stirbt man jung

Inspiriert von der Marilyn Monroe Aufstellung im historischen Museum Speyer.

Keep on rockin‘

Ree

Angst vor der Gegenwart!

Wie mächtig, flüchtig, plötzlich fort
Ist jeder Augenblick
Egal warum, an welchem Ort
Verweilt er nur ein Stück

Momente in der Gegenwart
Die zu Geschichte werden
Egal ob gut, ob schlechte Tat
So läuft es hier auf Erden

Man schätzt nicht hoch was gerade ist
Oft lebt man vor sich hin
Versucht mit jeder kleinen List
Zu mehren den Gewinn

Ein scharfer Blick, des Tages Wert
Kommt viel zu oft abhanden
So wird das Jetztsein sinnentleert
Verloren, was wir fanden

Keep on rockin‘

Ree

4:30 Uhr: Eine Zwischenzeit!

Tiefschwarz. Es ist dunkler, als man es gewohnt ist. Stiller, der Kopf möchte auch unheimlicher daraus machen. Nur wenige Menschen sind um diese Zeit unterwegs, bevorzugt späte Clubgänger oder deren Transporteure. Nur vereinzelt macht sich jemand auf den Weg zur Arbeit, es ist noch keine Startzeit. Die Nachtschicht muss noch etwas arbeiten, die Frühschicht kann die Wärme des eigenen Bettes noch etwas genießen. Und so bleibt man ein einsamer Wolf, der bei einem Grad an jeder Ecke auf das Schlimmste gefasst ist, hier, in der Nacht, wo das Gute schläft und das Böse wacht.

Tiefschlaf. Ganz langsam schwindet diese Phase, weicht dem Druck der Blase und lässt so manches Mal ein erstes kurzes Aufstehen unvermeidbar werden. Der Blick schweift rüber zur Uhr und ein erleichtertes Lächeln breitet sich auf dem schlaftrunkenen Gesicht aus. Zwar nicht mehr mitten in der Nacht, aber doch noch Stunden vom Wecker entfernt. Nach dem Badezimmerbesuch verbleibt noch genug Zeit, um einen Traum fortzusetzen und die wohlige Wärme der Laken erneut genießen zu können. Eine gute Zeit.

Tiefenrausch. Der Club vibriert. Das lang erwartete Set des Hauptacts nähert sich seinem unvermeidbaren Ende, die Masse ist elektrisiert, der Boden bebt. Die Zeit spielt keine Rolle, der Raum verschwimmt im Nebel und Lichtblitze lassen gleichsam erschöpfte, wie befriedigte Gesichter erstrahlen. Das ekstatische Verlieren in Musik und Rhythmus, in Bass und Beat, bleibt ein berauschendes Erlebnis, das die Sorgen und Aufgaben des Alltags für den Moment vergessen lässt. Nur noch die Enthusiasten, die Genießer, sind im Club und erhalten das Privileg, die wunderschönen lila Wolken betrachten zu dürfen. 4:30 Uhr, wer bis dahin ausgehalten hat, erlebt die beste Zeit, die ein erstklassiger Club zu bieten hat. Schwer zu beschreiben, es will erlebt werden.

Keep on rockin‘

Ree

Aua, mein Arsch! (170/366)

Radtour. Rentnerparty. Sonntagsausflug. Die nervigen Gruppen von mittelalten Männern, die ihre langsame Verwesung nicht akzeptieren wollen und daher voller Tatendrang in ein Alltagsabenteuer stürzen. Dabei versperren sie dann der dynamischen Jugend den Radweg, verbauen den Familien den Blick auf den Fluss und lassen verschreckte Rentnerpärchen ob ihrer riskanten Überholmanöver schimpfend zurück. Unverantwortlich, selbstüberschätzend und … auch mal ganz lustig. Warum?

Naja, ich war heute Teil einer solchen Unternehmung und sollte mich mit den Schimpftiraden daher wohl lieber zurückhalten. Ganz bestimmt waren wir sowieso ganz anders, völlig manierlich und im Einklang mit der ganzen Umwelt befindlich. Immerhin sind wir stets vorbildlich hintereinander her gefahren, zwei unserer Fünfergruppe hatten sogar einen Helm auf und einer die 40 Jahre noch nicht einmal erreicht (ich gehöre zu beiden Kategorien :-)). Es ging von Bonn, konkreter Beuel-Ramersdorf, am Rheinufer entlang bis nach Köln, und ich sage euch: Mein Hintern wird morgen Feurio schreien und unseren Wahnwitz verfluchen.

An und für sich klangen die geplanten 60 km gar nicht so dramatisch, auch wenn ich aus der Erfahrung weiß, dass ich bereits bei 40 eine halbwegs zerknitterte Rückansicht abgebe und die Schritte am Folgetag nicht so recht passen wollen. Nun wurden daraus allerdings sukzessive mehr, war die Brücke immer ein Stück weiter entfernt, als ursprünglich auf den Karten von Google dargestellt. So überquerten wir erst nach gut 38 (!!!) km die Rheinbrücke und meine Mitstreiter durften sich in der Folge mehr als einmal den oben bereits erwähnten Ausruf anhören: Aua, mein Arsch.

War die erste Pause, idyllisch auf einem großen Platz an einem Nebenarm des Rheins gelegen, noch echt erholsam (auch da waren wir schon fast zwei Stunden unterwegs), zeigte mir mein Gesäß bereits nach Beendigung ebendieser, was er von einer Fortsetzung der Tortur hielt. Er machte Anstalten, sich in der Satteltasche zu verstecken und wurde auf dem restlichen Weg nicht müde, mir seinen Unmut mit kontinuierlichen Schmerzensstichen kundzutun. Das sorgte in der Folge dafür, dass trotz wirklich wunderschöner Panormafahrt jede Ankündigung einer erneuten Rast zu nicht durch die Fahrtanstrengung resultierenden Schweißausbrüchen führte. Der Arsch hatte Angst vor der Fortsetzung nach der Pause 🙂

Dennoch waren es alle Unterbrechungen wert, aus dem Sattel zu steigen, innezuhalten und sowohl Leute, als auch Landschaft zu begutachten. Schiffchen zuckelten vorbei, die Abenteurer erkundeten den Fluss auf Jet-Skis oder Stand-Up-Paddles und Verliebte nutzten den wahrhaft schönen Tag, um die ganze Welt an ihrer trauten Zweisamkeit teilhaben zu lassen (ok, der Part gefiel mir nicht übermäßig gut). Wir vertilgten jede Menge Eis, tranken diverse Etablissements leer und verteilten unsere Körpersäfte (nein, nur Schweiß) gemächlich auf dem Rheinufer. Als wir zu einem finalen Weizen (gut, und einem Kölsch) im „Blauen Affen“ die Runde Revue passieren ließen, stellte sich eine gewisse Ruhe ein. Fast 74 km waren vollendet worden, und auch wenn sowohl Rücken, als auch Arme (Sonnenbrand), Beine (args) und vor allem … Arsch … morgen an das Datum im eigenen Pass erinnern werden, so war es zumindest für mich eine tolle Art, den Sonntag zu verbringen. Danke Jungs!
Keep on rockin´

Ree

Und dann hat´s geknackt! (163/366)

Crack. Das war das Geräusch. Sofort war klar, das hatte nichts mit dem Baguette oder dem darauf befindlichen Belag zu tun, war auch kein versteckter Kieselstein oder ein sonstiges Mysterium, nein. Das war der Zahn. Es war nur eine Frage der Zeit, aber trotz des bewussten Schiebens auf die lange Bank kam es schon irgendwie überraschend. Eine Krone hatte sich verabschiedet und damit leider eine Angriffsfläche eröffnet. Tja, und heute hat eben das Baguette eine Hebelwirkung entfacht und dafür gesorgt, dass sich die linke Hälfte des Zahns von der rechten löst. Knack.

Seichtere Gemüter dürfen nun wegschauen, für alle anderen: Ich habe dann ein wenig am wackelnden Zahn herumgeruckt, die leichten Schmerzen ignoriert und schlussendlich das Bruchstück aus dem Gebiss herausbefördert. Noch rasch die sich in Grenzen haltende Blutung gestoppt, eine Ibuprofen geschluckt und schon ist erstmal alles ok. Ich weiß gar nicht, was die Leute im Mittelalter hatten: So dramatisch war es doch gar nicht 😉 Ok, dennoch halte ich mal nach einem Zahnarzt Ausschau, um eine irgendwie geartete Maßnahme zu erdenken, da bin ich in unseren Zeiten vermutlich im Vorteil. Aber ansonsten war die Not-Selbst-OP doch recht erfolgreich.

Dieses Ereignis beiseite ist heute nicht mehr so wahnsinnig viel passiert. Natürlich, das Gedächtniskarussel läuft noch, Antworten auf meine gestrigen Fragen gibt es noch keine und die Zerrissenheit hält an. Aber der Tag verging rasch, daher möchte ich nicht klagen. Meine Spanier sind raus und Island führt gerade. Seltsame Europameisterschaft, vermutlich gewinnt Belgien tatsächlich noch den Titel…für mich geht es morgen weiter, ein Gespräch mit dem Chef steht an, dazu soll es mal wieder zum Sport gehen (heute war Regeneration) und mein Wochenende möchte auch geplant werden: Montag steht ja ein Horrortag für mich an, an dem ich mich am Liebsten tief verkriechen oder völlig verausgaben möchte. Ich habe aber noch keine Idee, nur präventiv schon mal freigenommen. Naja, irgendwie wird auch dieser Tag vergehen, hat ja ebenfalls nur 24 Stunden.

Ich widme mich nun noch der Herzreparaturlektüre und versuche, einige hilfreiche Schlüsse für mich zu ziehen. Dazu werde ich mal die Reiseplanung für Ende des Jahres fortsetzen. Thailand über Kuwait klingt reizvoll, mal sehen ob das realisierbar ist. Wenn ihr Inspirationen oder Ideen habt, immer her damit. Möglicherweise ist ja auch Blind Booking oder ein Dartpfeil eine Idee. Lustig wär´s – zumindest in der Theorie.

Keep on rockin´

Rede

Mal ein Testballon! (157/366)

Ausprobieren. Versuchen. Mal ausloten, was möglich ist. Schauen, wo es lang gehen könnte. Ein paar Kontakte ansprechen und schauen, ob es irgendwo einige versteckte Optionen gibt. Wenn man gerade verloren, aber frei ist, dann hilft es wohl, in alle Richtungen zu blicken und zu denken. Deshalb werde ich jetzt aktiv und schaue mir das ein oder andere an. Es gibt so viel, was uns von Veränderungen abhält, doch oft nur, weil man sich nur oberflächlich mit den lebensverändernden Themen beschäftigt. Das will ich nun ändern.

Ein weiser Freund hat mir parallel den Rat mitgegeben, mich dennoch rasch und intensiv meinen Problemen zu stellen, sie zu verarbeiten und mit den schmerzhaften Situation abschließen zu lernen, da ansonsten die Gefahr bestünde, dass sie mich begleiten werden. Egal, wo es hingeht. Das ist nicht unrealistisch, daher werde ich auch das nochmal intensiver versuchen. Danke für den Rat. So ist derzeit einiges zu lesen, zu recherchieren, auszuprobieren und so. Daher komme ich vielleicht sogar seltener zum Schreiben. Aber meine 366 werde ich dennoch erreichen, das ist mir wichtig.

Jetzt schaue ich mir aber erstmal das Länderspiel an und hoffe auf eine gute Partie mit fairen Fans und schönem Fußball. Ihr sicher zum größten Teil auch, daher viel Spaß dabei. Und nicht zu sehr aufregen. Ist nur ein Spiel.

Keep on rockin´

Ree