Die Wahl zu haben heißt nicht, dass man die Kontrolle hat!

Jobwechsel. Mal etwas Neues sehen, etwas Anderes wagen, die Routine aufbrechen und den Blickwinkel verändern. Vielleicht auch einfach einen weiteren Karriereschritt unternehmen oder nach mehr Geld streben. Es gibt viele Gründe, um sich nach Alternativen umzuschauen und wenn man sich einen gewissen Status erarbeitet hat, wird auch das ein oder andere Angebot entstehen. Doch ist es immer sinnvoll, aus dem sicheren Hafen heraus zu segeln und die Perspektive zu wechseln? Kann es nicht auch mal schön sein, morgens bereits zu wissen, welche Anforderungen über den Tag hinweg zu bewältigen sind und Gewissheit zu haben, diesen auch gewachsen zu sein? Nicht jede Woche muss mit neuen Herausforderungen aufwarten, nicht immer ist die Extrameile das Mittel der Wahl. Der Druck, den wir uns durch Veränderungen auferlegen, nämlich seinen vormaligen Status zu bestätigen, neue Kolleg(inn)en von sich überzeugen und mit Leistung glänzen, kann uns auch einknicken lassen. Und dann haben wir gar nichts gekonnt, sondern hängen womöglich in einer Spirale fest, in welcher wir den altbekannten Arbeitgeber mit all seinen positiven Faktoren vermissen – die negativen werden dabei natürlich vom Gehirn ausgeblendet. Also, selbst wenn ein Jobwechsel attraktiv erscheint: Nach bereits zwei Fehlentscheidungen diesbezüglich empfehle ich euch, nicht nur eine Nacht, sondern eher einen ganzen Monat darüber zu schlafen.

Therapievarianten. Es gibt so viele Ansätze und Meinungen, wenn es um physische oder psychische Verletzungen geht, dass man rasch den Durchblick verliert. So können muskuläre Beschwerden, eingeklemmte Nerven oder ähnliches mit Wärme, Kälte, Elektronik, Massagen etc. behandelt oder die Psyche über Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und vieles mehr geheilt werden. Und steckt man in einer der oben skizzierten Drucksituationen, kann sogar beides, muskuläre und psychische Beschwerden, dadurch ausgelöst werden. Dummerweise lassen Ärzte uns häufig selbst entscheiden, was wir für die bessere Behandlungsmethode halten. Als hätte ich diesen Studienzweig beschritten, nicht die vor mir sitzende Heilkraft. Da Massagen nichts gebracht haben, genauso Elektronik und Wärme, bat ich um eine Spritze. Pustekuchen, es gab Muskelrelaxan. Warum fragt sie dann? Möglicherweise hilft es, vor jedwedem Praxisbesuch mal einen Ratgeber zu den Beschwerden zu lesen. Nur nicht über google, in 90% der Fälle führt gemäß der Top-Suchergebnisse des Onlinegiganten jedes Zipperlein unmittelbar ins Verderben. Das gute, alte Medizinlexikon reicht da wohl völlig…

Wohnort. Das Heimatthema hatten wir ja gerade erst, aber auch ein Wohnortwechsel ohne emotionale Zerrissenheit kann anstrengend sein. Auch wenn ein neues Umfeld belebend und erfrischend sein kann, so sorgt es doch für vielerlei beängstigende Momente. Die Herausforderung, auf sich allein gestellt zu sein, sich zurechtfinden und neue Lieblingsplätze finden zu müssen, falsche Gegenden zu meiden und mit den Einheimischen Kontakte zu knüpfen, ist gerade für introvertierte Zeitgenossen nicht einfach. Gehört man dann noch zu einer Altersklasse jenseits der 35, fallen auch viele Freizeitaktivitäten aus, bei denen vormals quasi spielend neue Bekanntschaften entstanden sind: Sport, Discobesuche, Partygänge. Und selbst, wenn man die Stadt nicht allein gewechselt hat, entstehen kriselnde Situationen, denen man sich zuvor nicht ausgesetzt sah. Es kann belastend sein, nur eine wirkliche Vertrauensperson in der näheren Umgebung zu haben, denn kleinere Reibungspunkte sind völlig normal; doch ist es fatal, wenn dann kein bester Freund oder keine beste Freundin zu einem spontanen Treffen vor Ort ist. Das Telefon kann das nur bedingt ersetzen und so beginnt manchmal eine schleichende Entfremdung, die tragisch enden kann. Wenn der neue Wohnort gewisse Attraktivitätsfaktoren wie eine hübsche Innenstadt oder einen hohen Freizeitwert besitzt, hilft das aber häufig bereits. Dennoch bleibt, ein Wohnortwechsel ist ein elementarer Eingriff in die persönliche Komfortzone.

Beziehungen. Oft schon habe ich von Singles gehört, dass sie sich nach der Zweisamkeit sehnen, ebenso aber auch mit Paaren gesprochen, die ihren Freiraum vermissen und immer mal wieder darüber nachdenken, einfach auszubrechen – nur um sich, so sie es tatsächlich vollzogen haben, später dann doch wieder nach Geborgenheit zu sehnen. Ist das Gras in Nachbars Garten wirklich immer grüner oder kommt es einem, gefangen im persönlichen Alltag, nur grüner vor? Warum will man so oft genau das haben, was gerade unerreichbar scheint und sehnt sich nach Vergangenem zurück, wenn man es erreicht hat? Macht es nicht viel mehr Sinn, einfach mal glücklich im Hier und Jetzt zu verweilen, die Gegenwart zu genießen und auf das Universum zu vertrauen. Veränderungen geschehen trotzdem, erfahrungsgemäß schleichend, und sie können genauso zu großen Umwälzungen führen, wie der Big Bang – nur eben nicht so plötzlich, nicht so dramatisch. Ich bin ja auch nicht von heute auf morgen 20kg schwerer geworden und genauso wenig werde ich die wieder los, wenn ich heute wie ein Irrer trainiere. Das muss in kleinen, nachhaltigen und wohl geplanten Schritten verlaufen. Also keine Hektik, Nachbars Gras ist nicht grüner. Es ist nur Dein Verlangen, diesen Rasen zu besitzen. Doch wenn Du ihn dann hast, lässt seine Attraktivität rasant nach.

Urlaub. Reist Du auch mal allein? Oder macht Dir das eher Angst? Willst Du Erlebnisse unmittelbar teilen, oder kannst Du sie kompensieren und bist bereit, sie den Daheimgebliebenen nach Deiner Rückkehr zu erzählen? Ein wenig hängt es vermutlich sogar von Deinem Geschlecht ab, müssen Frauen doch vermeintlich größeren Gefahren ausweichen, als Männer. Doch auch für mich (Mann) verursachte alleine zu verreisen zunächst ein unangenehmes Gefühl. Ich war dreimal ohne Begleitung weg und die ersten beiden Tage waren immer zittrig, verwirrend und unschön. Kurzum, ich wollte direkt wieder zurück fliegen. Glücklicherweise bin ich geblieben, denn die Erfahrungen ab Tag drei sind sehr wertvoll gewesen. Nicht nur habe ich auf einer Reise ein Kinderbuch geschrieben und auf einer anderen viel Sport getrieben. Nein, ich habe mir intensiver Gedanken über mein Leben gemacht, als jemals zuvor und konnte Antworten auf lange gehegte Fragen finden. Das hat mich nicht nachhaltig glücklicher gemacht, diese Illusion will ich Dir nehmen, aber in den jeweiligen Momenten habe ich mich anders, stärker gefühlt. Ich habe auf jeden Fall vor, in diesem Jahr nochmal eine Woche mit mir selbst zu verbringen und kann es Dir nur wärmstens empfehlen. Aber natürlich sind gemeinsame Reisen ein ganz besonderes Vergnügen. Egal, ob mit dem Partner, besten Freunden oder den Eltern: Jede Konstellation hat eigene Reize und manchmal sieht man sogar den immer gleichen Urlaubsort mit völlig anderen Augen.

So gibt es also viele Situationen, in denen man die Wahl hat. Aber kann man alles kontrollieren? Niemals. Du hast die Wahl, links oder rechts abzubiegen, aber welche Route die Schönere ist, weißt Du vorher oft nicht. Du kannst es nur ausprobieren und wirst vielleicht nie erfahren, was Dich auf dem anderen Weg erwartet hätte. Also mach das Beste aus der Route, die Du tagtäglich für Dich selbst wählst. Für heute ist es nämlich die einzige, erst morgen kannst Du einen alternativen Pfad versuchen.

Keep on rockin‘
Ree

Was, wenn der Geist streikt?

Strebsam. Engagiert und verlässlich. Das sind Charakteristika, mit denen man mich in der Regel beschreibt. Bisher war ich stets in der Lage, nahezu jede Aufgabenstellung in kürzester Zeit zu bearbeiten und dabei beachtliche Erfolge zu erzielen. Wie von selbst, ganz ohne großes Nachdenken, ziemlich problemlos. Das hat mich ausgezeichnet, Kollegen verwundert und Freunde durchaus mal beeindruckt.

Plötzlich merke ich aber, was echter Druck ist. Wie es sich anfühlt, mental blockiert zu sein, weil etwas anderes so krass in den Vordergrund drängt, dass kaum ein alternativer Gedanke durchzudringen vermag. Wie Optionen auf das Tableau kommen, die ich so früh nicht erwartet hatte, von raschem Ortswechsel über erneuter Auszeit hin zu völligem Bruch mit der bisherigen beruflichen Pseudosicherheit hin zur Umsetzung lang gehegter Vorstellungen. Aber was ist mit dem Geld? Was sagt Papa? Und wie sieht es dann im Alter aus?

Aber wer sagt, dass es ein bestimmtes Alter gibt? Wer kann mir garantieren, dass ich es nicht bereuen werde, noch etwas mehr gewagt zu haben, als jetzt schon? Und wie passt das damit zusammen, dass ich vom Fleck weg zu meinem alten Arbeitgeber in Bonn zurück kehren würde, weil mir dieses Unternehmen mit seiner Kultur und seinen Mitarbeitern wirklich fehlt? Kurios, schräg, verdreht. Zumal ich noch zwei Jahre gesperrt bin.

Vielleicht aber ist das die Lösung?? Bis 2021 aussteigen und dann eine Rückkehr zu meinem Herzensarbeitgeber anstreben?! Und wenn sie mich dann nicht wollen? Fürwahr, der Kopf treibt seine Spielchen mit mir. Doch am Wichtigsten bleibt, Mama bestmöglich bei ihrer Herausforderung zu unterstützen. Was auch immer der Geist dazu sagt.

Keep on rockin‘

Ree

Echte Wendepunkte lauern (nicht) überall.

Zweifelnd. Immer mehr Menschen, denen ich alltäglich begegne, sind in Gedanken gefangen, die sich um Sinn und Unsinn, Richtig und Falsch des eigenen Handelns, des täglichen Daseins, der Entwicklung ihres Lebens befinden. Bin ich im richtigen Job? Verhalte ich mich meinen Mitmenschen gegenüber angemessen? Schlage ich die richtigen Wege ein, wird mein Leben rückblickend als erfüllend anzusehen sein? Der Jahreswechsel ist geradezu prädestiniert, um über Vergangenes zu reflektieren und Neues in Augenschein zu nehmen. Kaum jemand, der nicht insgeheim irgendeinen Vorsatz fasst und damit eingesteht, eben nicht vollends zufriedenstellend zu leben. Doch ist dies aus meiner Sicht eher der Gruppendynamik geschuldet, der Tatsache, dass Medien, Freunde, Influencer und wer sonst noch alles genau danach fragen: Wie war Dein letztes Jahr, wie wird Dein nächstes.

Was aber, wenn Du eigentlich glücklich bist? Wenn so, wie Du lebst, nichts gravierendes schief geht und der Alltag gut zu bewältigen ist? Warum streben dennoch so viele nach Veränderung, nach mehr oder fühlen zumindest eine irgendwie geartete Unruhe in sich? Vielleicht würde es helfen, nicht nur an diesen paar Tagen von altem zu neuem Jahr darüber nachzudenken, sondern immer mal wieder die eigene Situation zu analysieren, um Kleinigkeiten zu justieren oder auch große Veränderungen in Ruhe anzugehen. Das nimmt dem Jahresende seinen Aktionismus.

Hat sich aber der Dezember derart turbulent entwickelt, sind so viele außerplanmäßige Dinge geschehen, die nicht in Deiner Macht lagen, Dein Leben aber irgendwie erschüttern, dann, ja dann, ist die Selbstanalyse zum Jahresende nicht nur unumgänglich, sondern auch nötig. Was bringen die Veränderungen mit sich und wie möchtest Du darauf reagieren? Welche neuen Erkenntnisse über Dich und auch andere bringen sie mit sich? Und wie lässt es sich mit Deinem Dasein vereinbaren, wie kannst Du auf die neue Situation reagieren, wie zu Deinem persönlichen Wohlsein agieren?

Ich stehe vor diesen Fragen, andere mir nahe stehende Personen genauso. Der Alltag ist in solchen Situationen mal Halt und mal Last, Veränderung zwingt sich förmlich auf. Nur wie, wenn Kontakte fehlen, Zeit davon schleicht und Unsicherheit vorherrscht? Das Gehirn kreist um das Thema, rotiert fast, kommt aber nicht zu einer klaren Aussage. Das wird wohl noch eine ganze Zeit dauern. Und kann sich jeden Tag ändern, je nach aktueller Entwicklung.

Ich hoffe, ihr kamt gut in das neue Jahr.

Keep on rockin‘
Ree

Lethargie  durch zu viel Planung!

Ziele. Sind etwas richtig Gutes,  um dem Leben einen Rahmen zu geben,  Struktur zu verleihen und  die einzelnen Tage gegebenenfalls  mit etwas Sinnvollem  zu füllen. Ob es sich dabei um berufliche oder private Vorhaben handelt,  kurz-  oder mittelfristige Erreichbarkeit angestrebt ist und man sie sich alleine oder im Team  gesetzt hat,  ist dabei eher sekundär;  nur bei Langfristzielen  mit Fokus  über die nächsten zwölf  Monate hinaus ist zu empfehlen,  noch einige kleine Meilensteine und Zwischenschritte  einzubauen,  da Erfolgserlebnisse  maßgeblich für eine andauernde Motivation sind.

So ein  Ziel kann die Absolvierung eines Kochkurses  sein (vielleicht zusammen mit Freunden),  die Effizienzsteigerung  der  täglichen Arbeit,  die Umgestaltung der Wohnung oder auch die Aneignung von neuen Fertigkeiten,  für die  man immer schon ein Interesse hegte.  Es dürfte auch nichts dagegen sprechen,  diverse Ziele parallel zu verfolgen,  insbesondere,  wenn sie unterschiedliche Lebensbereiche wie beispielsweise Beruf, Wohnumfeld  und Freundeskreis umfassen. Zu  Anfang mag man zwar beim Blick in den Terminkalender ob  der vielen Einträge etwas erschrecken,  aber die Abwechslung führt rasch zu einer Entspannung und  bestmöglich Erhöhung der persönlichen Zufriedenheit.

Allerdings kann  ich auf Basis meiner eigenen Erfahrungen der letzten Wochen auf keinen Fall empfehlen, sich zu viele Themen  aufzuladen,  die permanente Aufmerksamkeit erfordern und dazu auch noch in einen unkonventionellen Tagesablauf passen  sollen.  Warum schreibe ich das,  was habe  ich geplant Nun, ich begann zum 01.10.  ein  neues Fernstudium,  das viel Lesen und Anwenden erfordert,  möchte aus innerem Drang eine  Fremdsprache erlernen,  was natürlich tägliches Üben und einen langen Atem voraussetzt, dazu mein eigenes Business aufbauen,  wofür der Tag allein zeitlich kaum ausreicht, und zu guter  Letzt ein Praktikum in meiner Lieblingsbranche vorbereiten, weil man eine solche Chance wohl nur einmal im Leben erhält.

Da ich aber darüber hinaus  auch noch neue und alte Freundschaften  pflegen möchte,  die aktuelle Auszeit für Reisen zu nutzen gedachte,  ein Haus verkaufen und die Wohnung dekorieren muss,  bei den Eltern vorbeischauen,  täglich Sport treiben und eine Finanzplanung erledigen will,  komme ich überhaupt nicht mehr vorwärts.  Im Gegenteil.  Im Studium ist ein Modul halb fertig,  statt der geplanten zwei kompletten.  Für das Business steht gerade mal die Startseite  und die Sprache plätschert so dahin.  Zum Sport  raffe ich mich vielleicht zweimal die Woche auf,  im Ausland bin ich ebenfalls nicht und alles andere liegt genauso brach.  Es ist ein Elend und ich befürchte es als Gewissheit ansehen zu können:  Die Masse  ist schuld und sorgt dafür,  dass nahezu nichts erledigt,  geschweige denn gestartet wird.

Heißt für die kommende Woche: Prioritäten setzen und  die Konzentration auf die wesentlichen Punkte lenken.  Ziele nacheinander anzugehen  scheint nicht,  wie ursprünglich angenommen,  ein Zeichen von Schwäche zu sein,  sondern vielmehr der einzig realistische Weg zu einer vernünftigen Zielerreichung  inklusive Steigerung der persönlichen Zufriedenheit.  Mit der Priorisierung  werde ich dann direkt mal starten und hoffe,  euch dann in einigen Wochen von entsprechend positiven Auswirkungen berichten zu können.  Habt ihr zusätzliche Ideen oder Anregungen für mich, wie  man besser oder effizienter plant?  Würde mich interessieren.

Keep on rockin‘

Ree

Sometimes it hurts instead!

Ambivalent. Es bewegt sich etwas, in der Regel geht´s dann vorwärts und normalerweise sollte man sich doch darüber freuen. Warum tue ich es dann momentan nicht? Die Woche ist sehr anstrengend, emotionale Aufs und Abs prägen die Stunden, doch wiegen sie eigentlich nicht schwerer als das, was ich in den Monaten zuvor erleben musste. Die Zeit soll Wunden heilen und oft fühlt es sich auch entsprechend an, aber immer, jeden Tag, gibt es diese fiesen Momente, in denen alle Zweifel hochkommen und für jene Sprunghaftigkeit, jene Verzweiflung sorgen, die meinem Umfeld so oft auf den Keks gehen.

Ich habe mich bekanntermaßen beruflich entschieden, ich bin darüber auch erleichtert, oftmals gar erfreut, doch blitzen auch immer wieder diese unsicheren Zukunftsaussichten auf, die Frage, ob ich Abenteuern überhaupt gewachsen bin. Nun rückt die offizielle Verkündung näher und mir schlottern die Knie. Normal, werden die Meisten sagen. Schwer zu ertragen, erwidere ich. Am Wochenende ist es aber durch, vielleicht beruhigt sich das Innere dann auch wieder.

Seltsam ist, dass ich eine wenig erwartete Zusage erhalten habe, die eine wirklich spannende Perspektive eröffnet, und ich dennoch auch dadurch nicht aus den sorgenvollen Gedanken aussteigen kann. Obwohl es etwas ist, was ich schon immer extrem spannend fand und nie eine Idee hatte, wie man den Fuß in diese Branche kriegen sollte. Ich erzähle mehr, sobald es spruchreif ist, ich also ein definitives Go inklusive Einsatzplan habe.

Nun, und dann ist da natürlich noch das Haus, welches wir aktuell ohne Makler loszuschlagen versuchen und wo es in den kommenden Tagen einige Besichtigungstermine geben wird. Das lässt eine extreme mentale Belastung erwarten, da ich mein Traumhaus anbieten muss, in dem ich eigentlich das Leben zu verbringen gedachte. Fiese Nummer. Positiv könnte allerdings sein, dass ich dieses Haus wirklich liebe und entsprechend positiv darstellen kann. Ich hoffe sehr, dass sich ein Käufer findet, der dort das Glück erleben darf, welches ich mir so sehr selbst gewünscht hatte.

Tja, tatsächlich strange. Eigentlich ein paar gute Entwicklungen, doch alles zieht mir den Boden nicht wirklich unter den Füßen weg, lässt ihn aber durchaus erheblich vibrieren. So dass ich ins Schwanken gerate und bereits getroffene Entscheidungen permanent wieder in Zweifel ziehe. Aber ich werde mich bemühen, standhaft zu bleiben und daran festzuhalten. Die Zukunft hält bestimmt einige richtig interessante und schöne Momente für mich bereit. Darauf lohnt es sich hinzuarbeiten; auch wenn der Sport in diesem Chaos mal wieder etwas zu kurz kommt.

Keep on rockin´

Ree

Der Kopf macht Angst zu Wahn! (182/366)

Angst. Wo wären wir ohne sie? Vermutlich lange ausgestorben, denn es ist ja ein Zustand der erhöhten Wachsamkeit, völligen Konzentration und verstärkten Ausschüttung von Adrenalin. So gesehen ist Angst ein freundliches, gar wünschenswertes Momentum, würden wir doch ohne sie weniger aufmerksam und vorausschauend unterwegs sein. Oder ist das in Wahrheit gar nicht so toll? Ist es vielleicht sogar das, was uns hemmt, zurück hält, abwarten und Chancen verpassen lässt? Weil wir so sehr auf Sicherheit und Verlustvermeidung bedacht sind, dass uns der Zauber des Neuen überhaupt nicht mehr ereilen kann, weil wir ihn nicht zulassen?

Schlimmer noch, steigern wir uns in unseren Ängsten doch manchmal in wahrhafte Wahnzustände. Verliere ich meine Frau, werde ich nie wieder eine neue, so tolle und faszinierende Beziehung führen können (stimmt meist nicht). Kündige ich meinen Job, werde ich nie wieder eine neue Beschäftigung finden und muss mein Leben fortan in bitterer Armut verbringen (unwahrscheinlich). Zahle ich nicht genug und regelmäßig in die Rentenkasse ein, werde ich im Alter verhungern (möglich, aber ist bei der zu erwartenden staatlichen Rente auch trotz fortlaufender Zahlung nicht unrealistisch). Genau das macht der Kopf, nimmt sich Ängsten an und überführt sie sukzessive in eine Art Wahnzustand, bis es möglicherweise wirklich zu spät für Veränderungen, Abenteuer und neue Erlebnisse ist. Bis wir alt sind, auf dem Sterbebett liegen und dort all die Dinge bereuen, die wir nicht gemacht haben.

  Ich möchte daraus ausbrechen, obwohl ich (was auch sonst) Angst davor habe. Obwohl mich die oben genannten Punkte sämtlich selbst verfolgen, beschäftigen und, ja, auch bremsen. Doch nun ist es Zeit, einen brachialen Schritt zu unternehmen. Hat mir das vergangene Jahr gezeigt, was für ein Arschloch das Leben sein kann, möchte ich dem nun vorbeugen und selbst ein Wagnis eingehen. Es muss einfach sein, ich muss mal wieder spüren, wie man lebt. Wie ich lebe. Und wie ich mein Leben selbst in die Hand nehme. Es fühlt sich, trotz der Angst, jetzt schon gut an. Obwohl noch die ein oder andere Formalie zu erledigen ist. Aber das wird sich regeln und spätestens im Oktober bin ich das erste Mal nach 22 Jahren im Berufsleben für ein paar Monate Herr meiner Dinge. Strange. Aber bestimmt auch extrem spannend.

Eine weitere Bestätigung dieser Richtung kam in dieser Woche, von meiner geliebten Mama, die, obwohl nochmal 20 Jahre älter, den Sprung in einen anderen Bereich gewagt hat und bislang nur Positives zu berichten weiß. Nette Menschen drumrum, offenbar eine spannende Aufgabe und, das Allerwichtigste, ein deutlich optimistischeres Zukunftsbild. Parallel folgte gleich ein ernüchterndes Gegenbeispiel, meiner ebenfalls geliebten Oma. Hier zeigt sich deutlich der Abbau des menschlichen Körpers, fremde Hilfe wird in einer stetig wachsenden Frequenz nötig. Und ich bin mir sicher, sie hätte die vergangenen Jahre lieber anders, lebhafter, unternehmungslustiger gelebt. Das kann man nun leider nicht mehr ändern (und ich bin Teil dieser Verfehlung, was ziemlich schmerzt), doch kann man für sich Schlüsse daraus ziehen. Offenherzig leben, etwas wagen und, ganz wichtig, niemals den Kontakt zu den Eltern abreißen lassen. Wir sprechen täglich, was ich auch beibehalten will, sehen uns regelmäßig und tauschen uns über nahezu alles aus. Ein Ankerpunkt, den ich niemals missen möchte. Und mit diesem im Rücken und Zuversicht im Herzen, vermag der Körper hoffentlich, die Wandlung von Angst zu Wahn weitestgehend zu vermeiden. Klingt doch gut, oder?

Keep on rockin´

Ree

  

Die lange Leitung! (178/366)

Langwierig. So gestaltet sich mein Entscheidungsprozess aktuell, weil es einfach unfassbar viele zu berücksichtigende Komponenten, Einflussfaktoren und Varianten gibt, dass es mir schier den Kopf zum Bersten bringt. Steuerrechtliche Möglichkeiten, berufliche Entwicklungschancen, Wohnsituationen, Handlungsvarianten mit dem Haus, private Wunschvorstellungen und, und, und.

Das alles unter einen Hut zu bringen, zu ordnen und in absehbarer Zeit in geregelte Bahnen zu lenken, kostet aktuell erheblich mehr Kraft, als mir eigentlich zusteht und sorgt dafür, dass ich zu ganz banalen Dingen wie meinem Vorsatz des täglichen Blogartikels kaum mehr komme. Das tut mir leid, mehr noch, es frustriert mich zusätzlich. Denn eigentlich ist es das, was ich am Liebsten mache. Schreiben, Gedanken teilen, euer Feedback lesen und über das Verfassen der Texte auch etwas innere Klarheit erlangen.

Bitte verzeiht, wenn mir das aber gerade nicht gelingt. Eine erste richtungsweisende Entscheidung steht kurz bevor, heute gab es ein erhellendes Gespräch dazu, morgen könnte ein weiteres folgen. Somit besteht eine realistische Chance, zumindest den beruflichen Grundstein zu legen. Dem schließen sich dann die Urlaubsvorbereitungen an, aus welchem ich hoffentlich auch etwas ausführlicher berichten kann. Aber erstmal male ich nun ein Mind Map, um meine Gedanken etwas zu Clustern und vielleicht die ein oder andere Eingebung zu erhalten. Habt Geduld mit mir. Danke!

Keep on rockin´
Ree