Von alter und neuer Heimat!

Dortmund. Immer, wenn ich durch die Straßen dieser Stadt laufe, die verbliebenen Läden meiner Kindheit betrachte und mich über Veränderungen im Stadtbild wundere, weiß ich, wo ich herkomme. Irgendwo, tief drinnen, bleibt Dortmund wohl stets meine historische Heimat. Obwohl ich schon seit 2005 nicht mehr hier wohne, ist es mit all den wunderbaren Erinnerungen einer sehr schönen Kindheit und den ersten wesentlichen Schritten des Erwachsenenlebens verbunden. Hier habe ich in der Bundesliga gerungen, Schulden gemacht (wegen derer ich heute gut mit Geld umgehen kann), großartige Freund(Inn)en gehabt und eine beschwerliche Schulzeit verbracht. Ich trat meine ersten Jobs an und ließ mich von einem hinfort führen, in die ehemalige Hauptstadt, nach Bonn.

Doch Dortmund ist Heimat geblieben, schon weil meine Eltern noch immer hier leben und sie über die Jahre so viel mehr geworden sind, als einfach nur Erziehungsberechtigte. Und spreche ich mit alten Freund(Inn)en, was, ehrlich gesagt, viel zu selten vorkommt und oft genug auch an mir liegt, dann ist da eine tiefe historische Verbundenheit, die andernorts nur schwer nachzuvollziehen und außerhalb der Stadt lediglich mit einer Handvoll anderer Menschen möglich ist. Doch man kann nicht immer nur zurück blicken. Die letzten fast 14 Jahre haben neue Perspektiven eröffnet, ließen mich alternative Städte entdecken. Köln und Berlin waren nie mein Fall, in beide kann ich zwischendurch gut verreisen, doch Leben wollte ich nicht (mehr) dort. Wiesbaden und Mainz haben ihre schönen Seiten, für ein Bleiberecht reicht es aber nicht.

Bleibt eben doch Bonn und seine nähere Umgebung. Hier habe ich viele schöne und schmerzvolle Erlebnisse des jungen Erwachsenen durchlebt, mit Niederkassel, Beuel, Bad Godesberg, Windhagen und Bad Honnef in unterschiedlichen Gegenden gewohnt, die mir sämtlich gut gefallen haben. Trotz echter Tragödien zieht es mich wie magisch zurück an dieses Kleinod am Rhein und so ist es nur konsequent, dass ich gerade ernsthaft erwäge, hier echte Zelte aufzuschlagen und eine Basis zu errichten. Wieder woanders, Königswinter wäre die Wahl, doch nah genug an allem, was mir rund um Bonn lieb und teuer ist. Und selbst Dortmund ist dann nur eine Stunde Fahrt entfernt. Ich glaube, es fühlt sich richtig an. Nun muss nur noch alles klappen. Und dann gibt es endlich zwei Orte, die ich mit Fug und Recht Heimat nennen darf. Erleichternd.

Keep on rockin‘
Ree

Ein armselig Tässchen Schokowasser!

Klein Petersberg. Es hätte auch nicht Groß Petersberg heißen dürfen, denn große Kunst war es nicht, was da heute in Form einer vermeintlichen heißen Schokolade kredenzt wurde. Nicht genug, dass man sich in einem leeren Restaurant an einen Tisch zu quetschen hatte, der durch die deckenhohe Säule schwer zugänglich war, nein, das freudig erwartete Heißgetränk hatte mit seinem Namen so viel gemein, wie eine Rheinfähre mit Eiskunstlauf. Wobei, wenn der Rhein zugefroren sein sollte, käme die Fähre damit sicher besser klar, als die Crew des Klein Petersberg mit der Zubereitung eines vermeintlich simplen Traditionsgetränks.

Was mich so aufregt? Nun, der Laden am Rheinufer von Bonn-Bad Godesberg-Rüngsdorf, gegenüber dem einstmals malerischen Königswinter, das nach und nach zu einem Geisterdorf mutiert, ist per se kein besonders preiswertes Etablissement. Dementsprechend, und auch den vielen Aufklebern mit dem Hinweis auf Erwähnung in kulinarischen Speiseführern suggerierend, habe ich gehobene Zubereitungsqualität erwartet. Wird dann aber ein Getränk serviert, welches im Geschmack zu 95% aus lauwarm gebrühtem Wasser und zu 5% aus einem Hauch synthetischem Schokoladenersatz zu bestehen scheint, falle ich nicht nur vom Glauben an gute Gastronomie, sondern auch an gesunden Menschenverstand ab.

Wenn ich schon keine qualitativ hochwertige Kakaomaschine mein Eigen nenne, dann sollten die Mitarbeiter doch wenigstens ein Tässchen Milch in der Mikrowelle erwärmen können, in welches sie danach eine ordentliche Portion Kakaopulver einrühren. Zumal wir die einzigen Gäste waren! Da spielt selbst die Kakaomarke übrigens kaum eine Rolle, es könnte auch ein Discount-Angebot sein. Doch wenn es sich um eine wässrige Fertigmischung handelt, die schmeckt, als habe eine Kakaobohne mal kurzzeitig neben dem Wasserkocher gelegen, sei dem Gebräu aber nie wirklich nah gekommen, dann ist das einfach nur peinlich.

Also, liebes Klein Petersberg: Mich habt ihr als Gast für eine ganze Zeit verloren. Ist es euch wirklich wert, für eine zugegeben gigantische Gewinnspanne (denn mehr als ein paar Cent dürfte der Fertigbeutel nicht gekostet haben), aber eben doch nur einige Euro, einen nachhaltig zahlenden Kunden aufs Spiel zu setzen? Euren Kakao würde ich nicht mal einem Handelsvertreter in meinen eigenen vier Wänden servieren. Gratis. Und ohne Sympathie. Ich war und bin entsetzt.

Keep on rockin‘
Ree

Schwergewicht sucht alte Form! (2/52)

Knarz. Macht die Waage, die ich zum Abschluss meines Engagements bei meiner langjährigen Firma noch erhalten habe. Dieses intelligente Beurer-Gerät misst neben dem Gewicht noch einen Haufen anderer Werte und ließ es sich nicht nehmen, mir absolut desolate Werte zu präsentieren. Ein standesgemäßer Start in ein neues Jahr, das sowieso schon unter dem Schlagwort „Veränderungen“ steht; „einschneidende“ sollte ich wohl noch davorstellen. Nun wird dieser Blog also wohl primär meine Fitnessbemühungen begleiten, da ich diesen nun endlich wieder einen standesgemäßen Platz in jeder Woche einzuräumen gedenke.

Die Startwerte am 10.01. waren übrigens folgende: 93,3kg, ein BMI von 31,5, Körperfettanteil „sehr viel“, Körperwasser „schlecht“ und Muskelanteil „wenig“. Desaströs, wie gesagt, wer aber nun Interesse an der Waage entwickelt, um sich selbst quälen zu lassen: Die gibt es hier.

Seitdem habe ich mein Sportprogramm wieder aufgenommen und zudem eine Ernährungsumstellung in die Wege geleitet; ich habe auf (wenige) Fruchtsäfte und Wasser umgestellt und sogar selbst gekocht. Letzteres wird in München zwar etwas schwieriger, aber es gibt ja Alternativen. Zum Glück schmeckt mir Almased mit Milch ganz hervorragend, außerdem finde ich Snacks von Datteln, Walnüssen und Feigen großartig. Na, und ein paar Hähnchenfiletstücke finden sich eigentlich in jedem gut sortierten Supermarkt, die es bekanntlich auch in München gibt.

Nun aber zum Sport. Eine Woche ist vergangen, seit das Wiegedesaster seinen Anfang genommen hat und ich war zweimal auf meinem Wohnzimmercrosstrainer aktiv und zwei weitere Male im Bad Godesberger John Reed. Das Studio habe ich ja bereits mehrfach im Blog beschrieben, so dass es wenige sinnvolle Egänzungen gibt. Nur soviel, die Parkplatzsituation ist weiterhin mies, aber die Gerätebezeichnungen sind inzwischen angebracht. Das Training war ein Mix aus Kraft und Ausdauer, mit dem Fokus auf (für mich) wenig Gewicht und vielen Wiederholungen an den Geräten. Für die Ausdauer habe ich auch im Studio einen Crosstrainer gewählt, der gefällt mir einfach am besten und schont zudem die Gelenke.

Heute habe ich darüber hinaus erstmals eins der McFit-Studios in München getestet, konkret das in Laim, welches unmittelbar neben meinem aktuellen Einsatzort liegt. Auch hier gibt es durchaus Parkplatznot und außerdem bestätigte sich die Online-Recherche, die mir ein sehr gut besuchtes Studio prophezeit hat. In der Tat war es gerade an den Geräten sehr voll, doch wenn man eine gewisse Flexibilität in der Reihenfolge besitzt, kommt man auch überall gut dran. Dennoch habe ich mit 45 Minuten auf dem Crosstrainer begonnen, um die neue Umgebung erstmal wirken zu lassen. Abgesehen von den Besuchermassen ist es ein sehr gut durchdachtes und top modernes Studio, in welchem das Training sehr motivierend sein kann.

Während meiner Tage in der bayerischen Landeshauptstadt möchte ich höchst regelmäßig trainieren, so dass ich morgen mal einen Versuch vor dem Job starten möchte. Vielleicht ist es da leerer und man hat unter anderem zum Duschen mehr Freiraum. Ich hoffe, ich komme rechtzeitig aus dem Bett. Und wenn ich den Einsatz dann erstmals für einen kurzen Trip ins Rheinland unterbreche und dort meine Waage konsultiere, haben sich die Benühungen hoffentlich entsprechend ausgezahlt; mein Ziel ist ambitioniert und bleibt noch etwas mein Geheimnis. Aber ich will es schaffen, das ist ja schon ein guter Anfang. Zumal es schon etwas deprimierend ist, beruflich aktuell tagtäglich kraftstrotzenden Profisportlern zu begegnen; also genau die richtige Motivation.

Keep on rockin´
Ree

 

Und weil man mich immer häufiger nach passendem Equipment fragt, habe ich nun noch ein paar Produkte für euch verlinkt. Es handelt es sich hierbei ausschließlich um Dinge, die ich ebenfalls nutze. Viel Spaß wünscht euch Ree!

 

John Reed (McFit) ist ziemlich überzeugend! (177/366)

Motivation. Das ist es, was ein Fitnessclub bestmöglich in einem hervorruft. Die Lust, regelmäßig zum Training zu gehen, vielleicht auch mal etwas Neues auszuprobieren. Dies als Messlatte anlegend muss ich nach knapp einwöchigem Exkurs sagen: Bislang gelingt das dem McFit Premiumclub John Reed in Bonn-Bad Godesberg bestens. Wer den Blog verfolgt, konnte bereits meinen Day-1-Bericht lesen, in welchem ich den Ersteindruck beschrieb, der einen überkommt, wenn man McFit erwartet und etwas völlig anderes bekommt. Geflashed, teilweise auch verwirrt und erschrocken ob der Lautstärke, war es im Großen und Ganzen ein visuelles Erlebnis, weniger ein Bericht über Trainingsinhalte und (Langzeit)motivation.

Das soll sich nun ändern. Sechsmal habe ich den Club in den vergangenen neun Tagen besucht, unterbrochen nur von der unsäglichen „der Zahn muss gezogen werden“-Geschichte. Was habe ich erlebt? Zunächst, weil jeder meiner Besuche eben auch genau damit startet: Meine Parkplatzsorge war bis dato komplett unbegründet. Völlig egal, ob am Wochenende oder unter der Woche nach der Arbeit, es war jedesmal kein Problem, einen der wenigen Stellplätze zu ergattern. Manchmal wirklich eng, aber auf jeden Fall machbar. Bravo, das darf gerne so bleiben. Weiteres Plus, vom dritten Tag an funktionierte auch das Schließfachsystem tadellos. Endlich keine Taschenschlepperei quer durch das Studio mehr.

Was habe ich alles ausprobiert? Fast alles, von freien Gewichten mal abgesehen, damit bin ich bislang noch nicht so richtig warm geworden. Im Cardio-Bereich war ich auf dem Crosstrainer und dem Laufband, beide sind total einfach zu bedienen und bieten eine Vielzahl an abwechslungsreichen Programmen, von Fatburning über Abwechslung bis hin zu echten Herausforderungen. Kombiniert mit einem Pulsgurt kann man hier echt gute Trainingserfolge erzielen. Ein weiteres, für mich echt maßgebliches Goodie, ist die Halterung für ein Tablet; so kann ich die mir in der Regel langweilig erscheinenden Trainingseinheiten durch vorher heruntergeladene Serienfolgen für mich deutlich abwechslungsreicher gestalten. Besetzt waren alle Geräte bislang auch noch nie gleichzeitig, so dass man stets die Variante seiner Wahl benutzen konnte. Top.

Die Standardmaschinen für das geführte Krafttraining unterscheiden sich nur marginal, im Wesentlichen farblich, von ihren Kameraden in den Standard-McFit-Studios. Natürlich sind sie neuer, doch hinsichtlich Einstellmechanismus und Widerstand hat sich glücklicherweise nichts verändert. Ein paar Geräte sind gar hinzugekommen, so für das Rücken-, Bizeps- und seitliche-Bauchmuskeltraining. Sehr schön und in ihrer räumlichen Anordnung auch prima durchdacht. Das Einzige was mir fehlt: Bei McFit waren die Geräte alphanumerisch gekennzeichnet, was jemandem wie mir, der ein Trainingstagebuch führt, die Aufzeichnung wesentlich erleichtert. Nun muss ich beispielsweise „Bauchtrainer“ schreiben, statt „F10“. Vielleicht könnt man das noch irgendwie updaten. Mehr gibt´s hier aber nicht zu meckern.

Ordentlich sind auch die Bereiche für das Functional Training, ebenfalls ein Upgrade gegenüber McFit. John Reed bietet hier Slingtrainer, Kettlebells, Medizinbälle, Seile, Kisten, Taschen und was das Trainingsherz auch sonst noch wünscht. Dazu gibt es ein multifunktionales Display, auf welchem Übungen abrufbar sind und somit einige Dinge offenbart, an die man (zumindest ich) von selbst nicht gedacht hätte. Einziger Nachteil hier, der Bereich ist ziemlich beliebt und daher oft sehr gut gefüllt. Der bislang einzige Ort, an dem ich mal etwas auf mein Trainingsgerät warten musste. Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt.

Wirklich überzeugt haben mich aber in den vergangenen beiden Tagen die Kursräume des Cybertronics-Programms. Für mich eine Neuheit, war ich doch bisher in keinem McFit, wo diese Art des Trainings angeboten wurde, überwog zu Beginn eine gewisse Skepsis. Doch nachdem ich mich durch das Kursprogramm durchgeklickt und für mich passende Varianten ausgewählt hatte, ließ ich mich gerne positiv überraschen. Im Raum für die „echten“ Kurse stolperte ich in die letzten Minuten eines Ballet-Workouts und habe mal spontan mitgemacht (dass ich alleine im Raum war, ist dafür sicherlich nicht unpraktisch gewesen :-)), wobei mir die Verrenkungen schon echt weh taten und mich die Limits meiner Dehnbarkeit haben spüren lassen. Das wurde beim folgenden „Yoga Spirits“-Kurs zwar nur unwesentlich besser, doch durch die herausragende Technik und Platzierung von Spiegeln war dies bislang die beste, weil anfängerfreundlichste Art des Yoga-Erlebnisses. Selbst aus obskuren Positionen heraus konnte man irgendwie einen Blick auf die virtuelle Trainerin erhaschen und wurde so zumindest optisch nicht abgehängt – natürlich aber durchaus körperlich 😉 Nichtsdestotrotz ein großer Spaß und das Körperfeedback, wirklich etwas getan zu haben.

Heute steigerte ich die Chose dann im Spinningbereich und muss sagen: Ich bin begeistert. Die Fahrräder sind, wenig überraschend, in einem wahrhaft erstklassigen Zustand, aber auch die Aufmachung gefällt. Auf der Ablagefläche können Getränke und Handtuch bequem platziert werden und es ist auch eine Aussparung zur Fixierung meiner Pulsuhr vorhanden. So habe ich Herzfrequenz und Trainingslevel stets im Blick, perfekt. In meinem Überschwang habe ich dann direkt zwei aufeinanderfolgende Kurse absolviert, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Beim ersten, „Valley Cycling“, ist man Teil einer Radsportgruppe und fährt einfach durch ein wunderbares Tal. Die Schwierigkeit stellt man dabei individuell ein, ich habe für mich versucht, ungefähr die Trittfrequenz der virtuellen Mitfahrer nachzubilden und kam schon nach wenigen Minuten sehr gut damit klar. Irritierend war das Eintauchen in das Geschehen. Je mehr ich mich auf den Bildschirm konzentrierte, desto mehr dachte mein Gehirn wohl, dass ich tatsächlich auf dieser Strecke fahren würde. Automatisch legte sich der Körper in Kurven manchmal auf die Seite, was mich einmal fast vom Bike fallen ließ. Gut, dass ich auch hier allein war. Der zweite Kurs, „Cyber Cycling“, nervte mich optisch etwas, da man durch eine computeranimierte Stadt fuhr und alles sehr unwirklich wirkte. Die Ansprachen waren allerdings höchst motivierend, so dass ich in diesen 26 Minuten nochmal alles aus mir rausholte und nach einer anstrengenden Jagd durch Cybercity in einer virtuellen Paradieslandschaft anlangte. Alles in allem ein wirklich herausragendes Erlebnis, da die Raumgestaltung einen nahezu auf die Strecke beamt. Mein Eindruck, dass es in den Kursräumen zu kalt sei (beide sind stark klimatisiert), relativierte sich übrigens jeweils rasch, da die Einheiten allesamt wahrhaft schweißtreibend sind.

Gibt es denn beim guten John Reed nichts Negatives? Nun ja, wenig. Mir persönlich ist die Musik zu laut, was vielleicht zum Kauf eines kabellosen Noise Cancelling-Kopfhörers führen wird (Ausnahme Kursräume, hier ist die Beschallung genau richtig und eigene Musik eher unnötig), aber das ist subjektive Wahrnehmung. Ob die Loungebereiche ihre Schönheit werden kompensieren können, wenn hunderte schweißgetränkte Körper auf ihnen Platz genommen haben, wird sich ebenfalls zeigen. Drei Duschen wirken etwas knapp bemessen, eng wurde es aber erst einmal. Na ja, und zur Preispolitik kann ich als Bonner Bestandsmitglied noch nicht viel sagen. Da muss ich echt mal Erkundigungen einziehen.Summasummarum möchte ich aber festhalten, dass meine Vorbehalte sämtlich ausgeräumt sind und ich wirklich gerne zum Training gehe. Das Studio motiviert mich, wie es bislang noch kein anders geschafft hatte, und das will durchaus etwas heißen, bin ich doch seit über 30 Jahren sportlich aktiv und habe mich unter anderem in der Ringer-Bundesliga herumgetrieben. Somit möchte ich als Zwischenfazit nach einer Woche sagen: Klasse Konzept, tolles Ambiente, herausragende Abwechslung. John, Du bist wirklich cool.

Keep on rockin´
Ree

Und weil man mich immer häufiger nach passendem Equipment fragt, habe ich nun noch ein paar Produkte für euch verlinkt. Es handelt es sich hierbei ausschließlich um Dinge, die ich ebenfalls nutze. Viel Spaß wünscht euch Ree!

McFit erfindet sich (leider?) neu! (173/366)

Südostasien. Eine Region, die ich in nur zwei Besuchen wirklich lieben gelernt habe, Sehnsuchtsreiseziel der kommenden Monate und Besitzer faszinierend kulturhistorischer Schätze. Wenn ich nur an Laos denke, wo die nettesten und glücklichsten Menschen leben, denen ich je begegnen durfte (und das obwohl deren Land als eines der Ärmsten der Welt klassifiziert wird), dann bin ich geneigt, sofort einen Flug zu buchen und dorthin aufzubrechen. Doch noch nicht, es muss zuvor noch einiges geregelt werden. So bleiben mir bis dahin nur Bücher, Bilder, Fundstücke, denn ich kann mich ja nicht hinein versetzen.

So dachte ich zumindest. Bis heute. Um acht Uhr betrat ich das unter einem völlig neuen Konzept errichtete McFit-Sportstudio in Bad Godesberg (heute ist Tag 1) und war erstmal … verwirrt. Nahezu gar nichts erinnert an die Standardausstattung von Europas größter Fitnesskette, nicht einmal der Name, denn das Konzept nennt sich John Reed und wird konsequent verfolgt. McFit versucht hier scheinbar, eine hippe Premiummarke zu etablieren, die sich an ein trendbewusstes Publikum richtet und nicht mehr auf „pure sports“ fokussiert zu sein scheint. Zu Beginn fallen, das ist menschlich, die negativen Punkte ins Auge. Ist die fehlende Funktionalität der Schließfächer und Spinde zwar ärgerlich (immer die Tasche mit allen Klamotten mitschleppen ist nervig), aber unter Kinderkrankheiten abzuheften, dürfte die erschreckend geringe Zahl an Parkplätzen (ca. 50) zu Stoßzeiten für Frustration sorgen.

Auch Nachtschwärmer bleiben enttäuscht zurück, konzentrieren sich die John Reed-Öffnungszeiten doch auf 6-24 Uhr unter der Woche, 8-22 Uhr am Wochenende. Nichts mehr mit 24/7, was McFit unter anderem groß gemacht hat. Da bleibt als Bonner nur noch das Ausweichen in die City, für mich käme auch noch das Studio in Neuwied als Alternative in Frage. Ebenso scheint es ein neues Preiskonzept zu geben, aber das habe ich noch nicht völlig durchdrungen. Als McFit-Bonn-Altmitglied steht mir die Nutzung des Studios zu Standardkonditionen zu, für neue Kunden gibt es aber wohl ein differenziertes Preismodell, das bei 20 EUR für die Basic Mitgliedschaft startet und sich bis auf 40 EUR steigert (was in- oder exkludiert ist, weiß ich allerdings nicht).

Ok, das war das Studiobashing, nun kommen wir zum Studio an sich. Warum überkam mich nach dem Betreten fernöstliche Wehmut? Nun, das Studio folgt einem höchst interessanten Einrichtungskonzept, welches mit Buddha-Statuen, geschmackvollen Möbeln, asiatischen Kampfkunstgeräten und wirklich schönen Bildern, Karten und Dekoartikeln aufwartet. Dabei ist das nicht irgendwie hingeklatscht worden, sondern ganz offensichtlich mit Liebe designt, fühlt man sich doch in jedem Abschnitt förmlich von Zen umgeben und vergisst beinahe, dass man zum Training gekommen ist. Ein Loungebereich mit schweren Möbeln empfängt einen und lädt zum Verweilen ein; so bequem, dass man es sinnvollerweise erst nach den Übungseinheiten nutzt, da die Trainingsmotivation ansonsten spürbar sinkt. Hier werden sicherlich einige Schwätzchen und Flirts stattfinden, da bin ich sicher.

Die Trainingsbereiche selbst sind in relativ kleine Zonen unterteilt, so dass in der Regel maximal 10 Personen aufeinander trainieren, was ich als sehr angenehm empfinde. Jede Zone hat widerum ihren eigenen Stil, immer noch fernöstlich angehaucht, nun aber stellenweise erweitert um industrielle oder koloniale Elemente. Dazu hämmern trendige Beats aus den zahlreichen Boxen, immerhin handelt es sich ja um einen Fitness Music Club (nur auf den Toiletten geht es mehr in Richtung Chillout, ebenso passend wie angenehm). Wie verhält es sich aber mit dem Wichtigsten, dem Trainingsequipment? Erwartungsgemäß sind die Geräte nagelneu, top modern und lassen keine Wünsche offen. Ich musste teilweise ein wenig suchen (das Studio läuft über drei Etagen), doch alles war gut aufzufinden und hielt sogar einige Überraschungen, will sagen zusätzliche Geräte gegenüber dem Standard-McFit, parat.

Darüber hinaus bietet das Studio einen Bereich mit Slingtrainern, virtuelle Kursräume und, besonders schön für mich, einen Functional Trainingsbereich für Crossfit und Co. Dass die Umkleidekabine und Duschen schick und sauber waren, ist fast überflüssig zu erwähnen; was sollte am ersten Tag auch schon passiert sein? Summasummarum bleibt festzuhalten: Ein tolles Studio, das Konzept ist wirklich stimmig, mich spricht es sehr an und motiviert mich zusätzlich. Dennoch bleibt natürlich die Frage: War das wirklich nötig, braucht man so ein Ambiente für effizientes Training? Ich glaube nicht. Niemand hätte sich beschwert, wäre einfach ein weiteres, moderneres McFit-Studio entstanden. Die Goodies sind top, aber nicht trainingswichtig. Der Parkplatz könnte sich zu einem Problem entwickeln.

ABER: Möchte McFit sich erweitern, weiterentwickeln, teilweise auch Premium-Kundschaft anziehen, die sich aktuell vom Low Budget-Konzept der Muttermarke hat abschrecken lassen, dann hat das Management alles richtig gemacht. Der Wohlfühlfaktor ist hoch, die Trainer nett und die Ausstattung erstklassig. Auch wenn sich über die Lage streiten lässt, könnte sich schon rasch der gewünschte Erfolg einstellen. Ich jedenfalls werde wiederkommen. Regelmäßig.
Keep on rockin´

Ree

Und weil man mich immer häufiger nach passendem Equipment fragt, habe ich nun noch ein paar Produkte für euch verlinkt. Es handelt es sich hierbei ausschließlich um Dinge, die ich ebenfalls nutze. Viel Spaß wünscht euch Ree!

Treiben im Schnee

Schneeteppich. Schon wieder versinkt die Welt in einem Meer aus weißem Pulver, das, wäre es Koks, alle Dealer des Landes auf Lebenszeit versorgen würde. Schon stellte sich auch das inzwischen bereits bekannte Phänomen der über- oder unvorsichtigen Autofahrer ein, die den routinierten und selbstbewussten Wagenlenkern das Leben erschweren und in kürzester Zeit kilometerlange Staus verursachen. Heute ist den Unbeholfenen nicht einmal ein Vorwurf zu machen, da der Schnee so schnell und reichhaltig einsetzte, dass man förmlich bei voller Fahrt von der plötzlichen Fahrbahnveränderung überrascht wurde. Einfach rechts ranfahren hilft da nicht, schließlich will ein jeder bei diesem Wetter erstmal sicher im Warmen sitzen.

Ist man dort dann angelangt, besitzt der glitzernde Schnee eine besondere Anziehungskraft, irgendwas magisches, das einem zuruft, in die seltene, wunderbare Welt einzutauchen. Wenn ihr diesem Ruf nachgegeben habt, ihr die stille Straße betratet, ist euch dann aufgefallen, dass sich alles wie in Watte eingehüllt anfühlt? Schritte klingen dumpf, die Luft scheint zu flüstern und man hört kaum Stimmengewirr, selbst wenn Menschen in der Nähe sind, da der geballte Schnee sie zu verschlucken scheint. Mit jedem weiteren Schritt wird es wärmer und das Auge schärft sich, sieht Details. Der Löwe vor dem gleichnamigen Godesberger Hotel hat eine beeindruckende weiße Mähne erhalten, der Bahnhof wirkt wie im Märchen und die Glascontainer sehen wie bepelzte, stämmige Gesellen aus.

Man kann von diesem Wetter halten, was man möchte, doch gerade ein Weihnachtsmarkt erhält durch den Puderzucker echtes, weihnachtliches Flair. Da schmeckt der Kakao mit Baileys gleich doppelt gut und auch über die nicht wirklich schmackhaften Poffertjes schaut man wohlwollend hinweg – wobei die hier in Godesberg wirklich eine Enttäuschung waren, in Bonn City sind sie um ein vielfaches besser. Auf jeden Fall fand der Tag auf dem Markt einen würdigen Abschluss, nachdem er mit ausdauerndem Sport begann, bei Saturn weiterging und nun zuhause enden wird. Eine neue Woche wartet. Keep on rockin‘ !!

Kampfeslust – Kampfesfrust

Umkämpft. In Korea ist dieser Begriff gerade mal wieder in seiner martialischsten Form allgegenwärtig geworden, nachdem der Norden den Süden vollkommen unerwartet attackiert hat und sich als Reaktion darauf südliche Truppen zusammenziehen, um für den Kriegsfall gewappnet zu sein. Dort, beim bevorstehenden Revival des Koreakrieges, zeigt sich die schlimmste Definition des Begriffs „umkämpft“, geht es doch um territoriale Belange, die in der Regel viele Menschenleben kosten. Ohne Zweifel die asozialste Eigenschaft unserer Spezies, dieses Machtstreben.

Es gibt andere umkämpfte Situationen, im Vergleich harmloser, aber dennoch nicht durchweg angenehm. So wünscht sich nahezu jedes halbwegs sozial integrierte Wesen unserer Spezies eine zumindest größtenteils harmonische Beziehung, Freundschaft oder sonstwie geartete Partnerschaft. Dies sowohl im privaten Umfeld, als auch im Berufsleben. Die Realität sind erfahrungsgemäß anders aus, denn überall existieren, martialisch gesprochen, Schlachtfelder, Tretminen und Brandherde, mit denen es umzugehen heißt. Im Job wird ständig versucht, für sich und seinen Bereich die besten Arbeitsvoraussetzungen zu erlangen, was nicht selten bedeutet, einem anderen Bereich Aufgaben und Budgets wegzunehmen. Also wird mit harten Bandagen gekämpft. In Beziehungen wird oft um Raum, Freiheiten oder auch das Fernsehprogramm gestritten, was sich grob gesagt auch als kleiner Kampf bezeichnen lässt.

Gestern, im Telekom Dome, wurde ebenfalls tough gefightet, die beiden Teams lieferten sich ein mäßig attraktives Spiel auf Augenhöhe – da beide keine wirkliche Strategie zu verfolgen schienen, wurde eben jeder Meter verteidigt und folgerichtig wechselte die Führung stetig hin und her. Das bessere Ende hatten die Bonner Baskets mit 74:72, so dass ich zufrieden nach Hause konnte.

Heute waren Sport, Relaxen und der Bonner Nikolausmarkt für mich angesagt, bevor ich einem Freudn beim Schreiben seiner Bewerbung behilflich war. Das ist nun auch abgeschlossen, so kann ich den Entspannungspart fortsetzen. Die Arbeitswoche kratzt ja schon zart an der Seele – noch kämpfe ich dagegen an 🙂 Keep on rockin´ !!