Von alter und neuer Heimat!

Dortmund. Immer, wenn ich durch die Straßen dieser Stadt laufe, die verbliebenen Läden meiner Kindheit betrachte und mich über Veränderungen im Stadtbild wundere, weiß ich, wo ich herkomme. Irgendwo, tief drinnen, bleibt Dortmund wohl stets meine historische Heimat. Obwohl ich schon seit 2005 nicht mehr hier wohne, ist es mit all den wunderbaren Erinnerungen einer sehr schönen Kindheit und den ersten wesentlichen Schritten des Erwachsenenlebens verbunden. Hier habe ich in der Bundesliga gerungen, Schulden gemacht (wegen derer ich heute gut mit Geld umgehen kann), großartige Freund(Inn)en gehabt und eine beschwerliche Schulzeit verbracht. Ich trat meine ersten Jobs an und ließ mich von einem hinfort führen, in die ehemalige Hauptstadt, nach Bonn.

Doch Dortmund ist Heimat geblieben, schon weil meine Eltern noch immer hier leben und sie über die Jahre so viel mehr geworden sind, als einfach nur Erziehungsberechtigte. Und spreche ich mit alten Freund(Inn)en, was, ehrlich gesagt, viel zu selten vorkommt und oft genug auch an mir liegt, dann ist da eine tiefe historische Verbundenheit, die andernorts nur schwer nachzuvollziehen und außerhalb der Stadt lediglich mit einer Handvoll anderer Menschen möglich ist. Doch man kann nicht immer nur zurück blicken. Die letzten fast 14 Jahre haben neue Perspektiven eröffnet, ließen mich alternative Städte entdecken. Köln und Berlin waren nie mein Fall, in beide kann ich zwischendurch gut verreisen, doch Leben wollte ich nicht (mehr) dort. Wiesbaden und Mainz haben ihre schönen Seiten, für ein Bleiberecht reicht es aber nicht.

Bleibt eben doch Bonn und seine nähere Umgebung. Hier habe ich viele schöne und schmerzvolle Erlebnisse des jungen Erwachsenen durchlebt, mit Niederkassel, Beuel, Bad Godesberg, Windhagen und Bad Honnef in unterschiedlichen Gegenden gewohnt, die mir sämtlich gut gefallen haben. Trotz echter Tragödien zieht es mich wie magisch zurück an dieses Kleinod am Rhein und so ist es nur konsequent, dass ich gerade ernsthaft erwäge, hier echte Zelte aufzuschlagen und eine Basis zu errichten. Wieder woanders, Königswinter wäre die Wahl, doch nah genug an allem, was mir rund um Bonn lieb und teuer ist. Und selbst Dortmund ist dann nur eine Stunde Fahrt entfernt. Ich glaube, es fühlt sich richtig an. Nun muss nur noch alles klappen. Und dann gibt es endlich zwei Orte, die ich mit Fug und Recht Heimat nennen darf. Erleichternd.

Keep on rockin‘
Ree

Laufend Sorgen verdrängen! (078/366)

Bewegung. Einfach nur die Maschinerie Körper in Aktion halten, den einen Fuß vor den anderen setzen und sich so per Krafteinsatz vorwärts bewegen. Diese älteste menschliche Variante des von A nach B kommens scheint gerade in Zeiten der persönlichen Krisen, Ängste und Nöte wie geschaffen, um zumindest ein wenig Abstand zu finden und zeitweilig etwas runter zu kommen. Deshalb joggen viele Firmenchefs vermutlich so häufig.

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Bei mir war es auch heute eine Wanderung, die gleich zweierlei bewirkte: Der Wuffmaster bekam die nötige Bewegung und ich konnte zumindest für knapp zwei Stunden verdrängen, dass ich ihn im Anschluss für wiederum einige Zeit (für mich eine Ewigkeit) abgeben musste. So ging es die paar Schritte von meiner Haustür ins Siebengebirge, wo mich direkt der erste Stein am Wegesrand begrüßte und seine Auswahl präsentierte.

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Die Entscheidung bezüglich des Ziels der Wanderung musste allerdings kurzzeitig vertagt werden, da der werte Herr Hund unmittelbar nach für den Moment geplantem Ablegen der Leine von zwei Rehen in den Wald gelockt wurde … zu seiner Ehrenrettung sei aber gesagt, dass ein hinterher hechelnder schwarzweißer Artgenosse die Wildtiere wohl aufgescheucht hatte und, im Gegensatz zu meinem Monster, keine Anstalten machte, auf meinen Ruf hin wieder umzukehren. Dass der Wuffmaster allerdings so folgsam war, ließ mich sprachlos verharren.

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Ok, Schock überwunden, Weg ausgesucht. Über den Logebachtalparkplatz in einer Runde nach Aegidienberg und dann heim. Gesagt, getan und wirklich viel Freude gehabt. Suchspiele veranstaltet, dem sprudelnden Bachlauf gefolgt und gemeinsam die Welt um uns herum vergessen. Es war erstaunlich leer auf den Wegen, nur am Pferdehof wurden gut hundert Hottehüs gestriegelt, aber auch das interessierte meinen Kleinen wenig.

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Viel zu schnell verging die Zeit und just als die Sonne sich blicken ließ, kam die Wohnung ins Blickfeld. Eine kurze Rast auf der Couch und schon bald hieß es Abschied nehmen. Auch wenn der Wuffmaster natürlich freiwillig mitgefahren ist, so hatte ich doch das Gefühl, dass er mich nicht zurück lassen wollte. Aber das liegt ja nicht in meiner Macht. So war es ein hartes Ende des wohl schönsten Wochenendes dieses Jahres, was mir jetzt noch schwer im Magen liegt. Ich kann es nicht erwarten, ihn wieder zu sehen, meinen geliebten Dufti.

Keep on rockin‘
Ree

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Es geht nicht voran

Zwischenzustand. Nichts Halbes und nichts Ganzes, nichts wirklich Konkretes, wenig Greifbares, das dem Tag eine deutliche Entwicklung beschert. Irgendwie kein klarer Start, weil es nichts wirklich Abgeschlossenes gibt. Ob das mit der nächtlichen Zeitumstellung zusammenhängt? Vielleicht ist zuviel Zeit eben auch nicht ratsam. Wenn dann noch kleinere Magenbeschwerden und Kopfschmerzen hinzukommen, ist so ein Tag eigentlich bereits gelaufen, bevor er richtig begonnen hat.

Heute war zwar so ein Tag, nur habe ich mich nicht den Zwängen meines Körpers gebeugt, sondern bin morgens mit Girly und Buddy zu McFit gefahren. Hier habe ich aber schnell gemerkt, dass ein Training auf Standardniveau nicht möglich ist. So wurde es nur ein wenig Ausdauer auf dem Ergometer und etwas Bauchtraining, bevor ich kapituliert und auf die beiden gewartet habe.

Vom Sport ging es nach dem Duschen direkt nach Kölle, mit dem Girly bei Woytons chillen und Heißgetränke genießen, bevor wir noch ein paar Läden unsicher machten – für mich gab’s ne coole Jacke von Jack&Jones, zu der es noch kostenlos Headphones dazu gab. Anschließend gings noch zum Saturn in Sankt Augustin, um die BluRay-Sammlung etwas aufzustocken, bevor wir unseren Buddy erneut einsammelten und gemeinsam den Martinimarkt in Bad Honnef unsicher machten. Hierbei handelt es sich um einen Vorweihnachtsmarkt, dessen Highlight eigentlich das Gerich „Kesselsknall“ ist – darauf freue ich mich das ganze Jahr. Passend zum Wochenende war das aber natürlich schon ausverkauft … Shit!

Als Ergebnis daraus sitzen wir nun bei McDonalds und haben einen McCafe-Schlemmerabend hinter uns – auch nicht zu schlecht. Gleich bringen wir den Best Buddy wohl wieder heim und werden unsererseits nach Hause fahren, da sich beide weigern, mit mir noch Halloween zu feiern. Schade für mich, aber alleine ist das eher spaßlos. So bleibt nur, den Abend trotzdem zu genießen und sich auf den Feiertag zu freuen … der Zwischenzustand löst sich aber nicht mehr auf, leider. Naja. Gebt den Geistern Saures von mir… Keep on rockin‘ !!