Vorbei am Lanstroper Ei! (077/366)

Wandern. Für viele der ideale Ausgleich zu einem stressigen oder körperlich wenig forderndem Alltag. Man kann schön abschalten, Gedanken laufen und sich selbst treiben lassen (beziehungsweise dem Wanderführer Folge leisten).
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Zur Feier des Hundewochenendes habe ich mich auch mal wieder aufgemacht, die Mama und den Rother Wanderführer Ruhrgebiet geschnappt und die Tour rund um das Lanstroper Ei ins Auge gefasst. Der Wuffmaster jauchzte bereits beim Anlegen des Geschirrs als wüsste er, dass nun eine besondere Tour anstand.
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Der Weg war rasch gefunden, nicht mühselig und die Duftnase erfreute sich an den vielen neuen Gerüchen. Nach einem kurzen Anstieg auf die Halde konnten wir einen tollen Rundumblick genießen, sahen den Florianturm, eine alte Zeche, Berge und auch das Ei in der Ferne.
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Allerdings entschlossen wir uns, die eigentliche Route zu halbieren, direkt den See anzusteuern und so 90 statt 180 Minuten unterwegs zu sein. Es ging durch Wald, Wiesen und Felder, an einem stimmungsvollen Friedhof vorbei und entlang eines stilvollen Bauernhofes. Von fast überall gab es etwas spannendes zu sehen und der Wuffmaster genoss die Tour sichtlich.
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Zurück am Auto lümmelte er sich direkt müde in den Sitz und ließ die Runde vermutlich Revue passieren. Mama und mir hat es auch sehr gut gefallen und ich habe ja sowieso zum Ziel, meine diversen Wanderführer wieder ausgiebiger zu nutzen. Der Wuffmaster wäre bestimmt dabei. Wer kommt von euch noch mit?

Keep on rockin‘
Ree

Etwas Besonderes (er)schaffen! (065/366)

Speziell. Kein Mainstream. Leidenschaft, eigene Wege gehen, Identifikation mit dem was man tut, mit dem was man ist. Seine Richtung bestimmen und jeden Tag Zeit mit persönlichen Vorlieben verbringen. Nur dann wird sich Erfolg einstellen, wird etwas Besonderes erschaffen – Dein erfülltes Leben.

Nur Gerede? Motivation aus dem Philosophielehrbuch? Allgegenwärtiges BlaBla? Glaube ich nicht, nein. Ich glaube nicht daran, dass jeder seinen Traumjob ausüben kann, ungebremst Erfüllung findet in dem was man tut oder pausenlos glücklich werden wird. Im Gegenteil, ein gewisses Maß an Frustration, Unglück und Enttäuschung ist sogar essenziell, um wahres Glück erkennen zu können, wenn es einem begegnet. Um es schätzen zu lernen.

Was ich meine ist folgendes: Auch wenn man in einem Job feststeckt, der einen nicht ausfüllt, private Rückschläge zu verdauen hat, einsame Momente überwinden muss oder von unerklärlicher Traurigkeit heimgesucht wird, gibt es irgendwas auf unserem bisherigen Lebensweg, an das wir uns klammern können. Etwas, dass uns verlässlich Freude bereitet hat, wenn wir uns nur darauf eingelassen haben. Und nun zwingt man die Magie. Überwindung gehört dazu.

Hast Du gerne Sport getrieben? Zieh Trainingsklamotten an und lass sie wirken. Fang mit wenig Bewegung an, ein paar Minuten, und sei überrascht von der Reaktion. Lesen war immer Dein Hobby, eintauchen in fremde Welten? Kauf Dir die aktuellen Bestseller Deines Lieblingsgenres und lies in sie rein. Du wirst gar nicht merken, wie Du immer tiefer in der Geschichte versinkst. Als Kind war Lego Dein ein und alles? Dann ab in den Spielzeugladen, kaufe 1-2 komplexe Modelle, die man auch gut in einer Vitrine präsentieren kann. Zelebriere das Auspacken und genieße es, kindliche Erinnerungen abzurufen. Und dann bau drauf los. Du wirst Dich konzentrieren, wirst fluchen, lachen und Freude verspüren. Vieles andere ist möglich, wichtig ist: Geh Deiner Leidenschaft nach, wecke die Erinnerung an schöne Erlebnisse, sei Du selbst, unbeeinflusst von der Umwelt.

Bist Du soweit gekommen, kannst Du auch einen Schritt weiter gehen und Dir darüber Gedanken machen, was Dir sonst noch wichtig im Leben ist. Ein Ehrenamt ausüben? Deinen Traumjob ohne finanziellen Hintergedanken angehen (bei mir ist es das Schreiben, womit ich aktuell keinen Cent verdiene und dennoch Stunden damit verbringe)? Die Umgebung erwandern? Was auch immer es ist, geh es an. Denn morgen ist auch nur ein Tag wie heute und die Rente ist noch weit entfernt. Nicht immer ist nach der Arbeit für alles Energie vorhanden, aber insbesondere positiv besetzte Aktivitäten bieten tagtäglich die Gelegenheit, etwas Besonderes zu schaffen – die Kreation Deines eigenen Glücks.

Keep on rockin´
Ree

Es weihnachtet schwer

Besinnlichkeit. Besinnlichkeit bis zur Besinnungslosigkeit, scheint diesmal eher das Motto zu sein. Überall Hektik, Zwangseinkäufe und gehetzte Gesichter. Kommt es mir nur so vor, weil ich in diesem Jahr eine 0,0-Weihnachtsmotivation habe und daher meine Umgebung nüchterner als sonst betrachte oder war ich in den vergangenen Jahren einfach nur selber so drauf und habe es nicht gemerkt?

Wie dem auch sein mag, ich habe in meiner dreistündigen Tour durch die Innenstadt Dortmunds so gut wie keine offensichtlich fröhlichen Menschen erblickt, waren doch alle darauf fixiert, dem jeweils anderen auszuweichen und das nächste Geschäft zu erreichen.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei vielen meiner Artgenossen um eine Art Überkompensation, sei es aus dem Wunsch, tatsächlich glücklich zu sein oder auch dem schlechten Gewissen, seinen Liebsten im vergangenen Jahr (wieder?) zu wenig Zuneigung gezeigt zu haben, was nun durch ausgefallene Geschenke und Hardcore-Zeitverbringing wieder gut gemacht werden soll.

Natürlich vergesse ich auch die andere Seite nicht, Menschen, die tatsächliches Glück verspüren und sich daher ungemein herzlich darauf freuen, den Ihren eine besondere Freude zu machen. Auch wenn es davon (zumindest auf den prüfenden Blick hin) eher wenige zu geben scheint, sind diese doch die angenehme Ausnahme. Da wird eher geschlendert, als gehetzt, eher mit leuchtenden Augen ausgewählt, als hektisch an der Kasse bezahlt, mal ein Kakao getrunken, anstatt der arme Verkäufer angerempelt und insgesamt ruhen diese Menschen augenscheinlich in sich selbst.

Auch das kann ein Grund für die allgemeine Atmosphäre der Panik und Unzufriedenheit sein: Alle wollen sein wie der kleine Rest, doch in der Regel finden die wenigsten in der Hektik des Alltagslebens zu sich selbst und können sich so zu wenig auf das eigene Glück konzentrieren. Das allerdings ist Grundvoraussetzung, um zu innerer Ruhe zu kommen und sein Glück entspannt mit anderen zu teilen. Und dann gibt es natürlich noch das vermeintliche Schicksal, welches dafür sorgt, dass einige viele Menschen nicht in der Lage sind, eine für Familien gemachte Zeit mit Freuden zu genießen. Wenn Verluste ins Spiel kommen, egal wie endgültig, wenn einen traurige Nachrichten erreichen oder man unter einer persönlichen Niederlage leidet, dann fällt es schwer, sich selbst und anderen unbeschwert etwas Gutes zu tun und die notwendige innere Gelassenheit zu finden. Eine unfassbar schwere, gemeine Situation.

Final daher eine Selbstreflexion: Vermutlich waren sie doch alle fröhlich und ich bin aktuell der Grinch, der das nicht bemerkt hat. So muss es sein. Frohes Fest, ich geb mir den Rest.

Keep on rockin´
Ree

Schenk ein Stück Glück

Neujahrsglück. Was versteht
man wohl darunter und warum soll Glück ausgerechnet dadurch
entstehen, dass der Wechsel von Dezember zu Januar vollzogen wurde?
Gibt es ein solches Phänomen wirklich? Nein, das ist wenig
vorstellbar, die „normal“ glücklichen Menschen wären auch ohne
Jahreswechsel happy. Bei den anderen handelt es sich vermutlich um
eine emotionale Reaktion, die auf dem Wunsch beruht, dass
tatsächlich eine Veränderung, eine Art Neuanfang, entsteht. Sie
stricken sich ihr augenblickliches Glück mit zukünftiger Wolle, was
ein gewisses Risiko mit sich bringt – gerne mal ist die Realität
schneller und fieser als ein Traum und das Glück wandelt sich um in
Ernüchterung. Muss aber natürlich nicht so geschehen. Und dann,
dann gibt es auch noch die, die unabhängig vom Neujahrsbeginn kein
Glück verspüren und ohne große Hoffnung einfach ihrer Wege ziehen.
Hier ist mehr gefragt, als nur Träume. Hier geht es um neue Wege,
Perspektiven, die Frage nach dem Sinn. Warum fortschreiten, für
welches Ziel? Hier sind Freunde wichtig, Kameraden, gerade in
schlechten Zeiten unverzichtbare Gefährten. Denn allein, da ist auf
Dauer alles Trauer. Lasst uns Freunde sein. Alle. Für irgendwen.
Und eine glücklichere, lebenswerte Welt. Auf geht’s. Keep on
rockin‘ !!