Auftakt zum Erholungsprogramm! (129/366)

Urlaub. Kleine Auszeiten aus dem Alltag, wenn man sie denn gut zu füllen weiß. Manche fliegen weit, weit weg (war der Plan, ist aber kurzfristig gescheitert), andere erledigen umfangreiche Hausarbeiten (dafür gibt es ob der aktuellen Situation keinen Bedarf), wieder andere mixen alles ein wenig und/ oder verreisen in die nähere Umgebung. So oder so ist es wichtig, möglichst rasch den Hebel von Arbeit auf Freizeit umlegen zu können und so die Zeit für sich selbst zu nutzen.

Ich kombiniere verschiedene Dinge, vom Besuch bei meinen Eltern bis zur Reise in mein Lieblingsland (auch wenn es diesmal weder Teneriffa, noch Mallorca werden wird). Den Start macht der Wochenendtrip nach Dortmund, Heimat des Herzens (nein, den Fußballverein mag ich dennoch nicht), wo ich jede Ecke kenne und mich traumwandlerisch sicher bewegen kann. Ein Segen, denke ich, denn etwas Sicherheit kann aktuell nicht schaden. Auch wenn es stellenweise Langeweile gibt, so ist die doch aktuell nicht so negativ besetzt wie ähnliche Situationen im Rheinland.

So ward es also eine abendliche Spazierfahrt über die leeren A3 und A1, die nach Ankunft  im Ruhrgebiet mit einem Besuch bei der weltweit größten Fast Food-Kette belohnt wurde. Natürlich blieb ich schlaflos, so wurde bis 3:30 Uhr Amazon Prime geschaut, bevor es um 8 schon wieder aus den Federn und gegen 9 zum Frühstück Richtung City ging. Unser neues Lieblingscafé mitten in der City bot heute neben dem stets ausgezeichneten Essen einen netten Ausblick auf einen TESLA-Showroom. Eines dieser Autos hätte ich ja schon gerne und das Probesitzen im Model S hat nicht gerade dazu geführt, dass ich weniger begeistert wäre…

Nun gut, man kann nicht alles haben und da ich vergessen habe, Lotto zu spielen, wird das mit dem Auto wohl in absehbarer Zeit erstmal nichts. Egal, als Ersatz gab es einen Stadtbummel, die Fußball-Bundesliga bei Sky, ein hervorragendes Tapas-Mahl bei La Bodega in Unna und final ein leckeres Eis mit der Mama in der Thier-Galerie. Zusammenfassend also ein erfüllender und dabei doch sehr entspannter Wochenendauftakt. Mal sehen, wie es morgen weitergeht. Genießt euren Abend.

Keep on rocking´
Ree

Wenn das Zuhause fehlt! (097/366)

Zuhause. Ein Rückzugsort, den man gerne besucht, in dem man sich verschanzen kann und sich nicht verstellen muss. Die Wagenburg, die vor allem “dort draußen“ Schutz verspricht und Sicherheit birgt.

“Sach ma, hast Du kein Zuhause“ wurde ich heute von meinem besten Freund mal wieder gefragt. Er fragt das häufig, vielleicht kam mir deshalb der Impuls, darüber nachzugrübeln. Denn er hat Recht. Einen Ort, den ich Zuhause nennen kann, habe ich derzeit nicht. Die Wohnung, in der ich aufgewachsen bin, war es für lange Zeit. Allerdings wohnen meine Eltern dort nicht mehr und auch wenn ich quasi immer bei ihnen daheim bin, ist die neue Wohnung nie ein Zuhause geworden.

Mein persönliches Wohnungshopping war dafür auch nicht hilfreich, so dass erst das Haus im vergangenen Jahr einen Hauch von “das könnte Deine Heimat werden“ ausstrahlte und Hoffnung auf mehr gemacht hat. Tja, falsch gedacht. Vielleicht mag sich in der Zukunft da noch etwas neu erschaffen lassen, doch heute ist das Gefühl nicht Wohnungslos, aber doch ohne Zuhause.

Teneriffa hätte die Qualität, bei jedem meiner zehn Aufenthalte stellte sich dieser Moment ein, in dem es sich nach “angekommen“ anfühlte. Doch war das Urlaub und für ein Zuhause bedarf es mehr als zwei oder drei kurzer Wochen. Die Suche geht also weiter und ich bin überzeugt, sie wird mich immer mal wieder belasten. Aber es hilft ja nichts, ohne ist auch nicht schön.

Keep on rockin‘
Ree

Du komms ja nich wech! (061/366)

Zuhause. Das ist sehr schnell dort, wo man wohnt. Ich bin zum Beispiel erst drei Wochen in der neuen Wohnung, sage aber, wenn ich mich dorthin begebe, dass ich “nach Hause“ fahre. Keine Ahnung, wieso das so ist, denn ich fühle mich in der Wohnung noch immer fremd und wenig willkommen, während ich beispielsweise Teneriffa oder das Domizil meiner Eltern durchaus als Heimat empfinde. Egal, ich kam darauf, weil ich heute eine höchst interessante Reportage auf WDR5 (ja, ist mein Lieblingsradiosender und in meiner aufgezwungenen Lethargie besonders wertvoll) gehört habe.

Die aus Bochum stammende Autorin Lena Breuer, inzwischen für den WDR in Köln aktiv, hat ein sehr interessantes Porträt der Dortmunder Nordstadt, mit Schwerpunkt Mallinckrodtstraße, geschaffen, in der die unterschiedlichsten Charaktere zu Wort kommen und die Umgebung sehr anschaulich beschrieben wurde. Man lernt die beste Pommes von Dortmund kennen, erfährt etwas über den Salon Fink und kriegt vom Polizeichef aus erster Hand einen Einblick in die täglichen Herausforderungen eines vermeintlichen Problemviertels.

Als Dortmunder kenne ich die Nordstadt ganz gut und habe mich in jeder Minute dorthin versetzt gefühlt, ohne Pathos, aber mit viel Wiedererkennungswert. Sehr spannend auch die Entwicklung des Restaurant Yüksel, einer Institution und hervorragendes Beispiel erstklassiger Integration, inzwischen über Generationen hinweg. Das kann über die Reportage hinaus Ängste bezüglich der aktuellen Situation abbauen (wobei die im Ruhrgebiet sowieso deutlich weniger ausgeprägt sind).

Demzufolge empfehle ich euch heute, den Podcast der Sendung anzuhören, insbesondere für meine Dortmunder Leserschaft sicherlich eine coole Sache. Ganz wie eine Protagonistin der Reportage sagte: „Hier ist es offen, ehrlich und ein bisschen lauter“.

Keep on rockin´
Ree