Wühlen in alten Gefühlen!

Tagebücher. Eine heutzutage auf den ersten Blick etwas antiquiert wirkende Art, Erlebnisse und Gedanken festzuhalten, denkt man doch möglicherweise direkt an das pinke Büchlein mit einem Schloss an der Seite. Hier sollten die privatesten Gedanken festgehalten, Sehnsüchte, Gefühle und Sorgen aufbewahrt werden. Ein bester Freund, eine beste Freundin, wo Geheimnisse sicher sind und keine Vorwürfe gemacht werden. So etwas wirkt in der heutigen, digitalen und schnelllebigen Zeit altmodisch und so ein Blog wie dieser, der ja auch jede Menge persönliche Eindrücke festhält, entspricht dem nur bedingt. Immerhin kann hier theoretisch jeder mitlesen, nichts bleibt wirklich privat. Darum halte ich übrigens viele Gedanken auch noch analog in diversen Notizbüchern fest, woraus ich auch meine Hoffnung ziehe, dass diese Art der Gedankenfreigabe noch nicht vollends untergegangen ist. Schreibt von euch noch jemand Tagebuch?

In meinem Besitz befindet sich ein ganz besonderer Schatz, nämlich exakt so ein von mir oben beschriebenes Büchlein, das die Gedanken meiner Mama beinhaltet, die von meiner Geburt bis zum achtzehnten Lebensjahr vieles aufgeschrieben hat, was sich in unserem Leben getan hat. Es ist ein unfassbar schönes, manchmal auch aufwühlendes Gefühl, das durchaus auch einiges an schlechtem Gewissen hervor holt, wenn ich so lese, wie schwierig ich zwischendurch als Kind gewesen bin. Dies trägt viel zu dem fantastischen Verhältnis von mir zu meinen Eltern bei, da ich ihre unfassbare Kraft, ihr Durchhaltevermögen und ihre unbändige Liebe irgendwie zurück geben möchte. Es war nicht leicht mit mir, aber meine Gedanken an die Kindheit sind ausnahmslos positiv.

An alle (werdenden) Eltern da draußen, ein schöneres Geschenk kann man seinem Kind mit 18 kaum machen. Gerade weil sich schaurige Momente, schwierige Phasen und große Herausforderungen drin stehen, schweißt es umso mehr zusammen (wie oft ich über Tische und Bänke gegangen bin, Schule geschwänzt habe, beim Ladendiebstahl erwischt wurde oder auch einen heftigen Stromschlag bekommen habe – wir haben erstaunliche Abenteuer erlebt und sind gemeinsam daran gewachsen). Ich habe euch mal den Link zu den ersten paar Jahren rein kopiert, denn ich habe vor Jahren mal begonnen, es zu digitalisieren. Vielleicht gefällt es euch ja, was meine Mom da geschrieben hat. Habt Nachsicht, aber auch Spaß beim Lesen. Wohlgemerkt, 1978, im Startjahr, war meine Mama 19. Es ist für mich immer noch unbegreiflich, wie sie das alles gemeinsam mit meinem Dad gemeistert hat. Alles, was ich bin, verdanke ich ihnen.

Keep on rockin‘

Ree

Was, wenn der Geist streikt?

Strebsam. Engagiert und verlässlich. Das sind Charakteristika, mit denen man mich in der Regel beschreibt. Bisher war ich stets in der Lage, nahezu jede Aufgabenstellung in kürzester Zeit zu bearbeiten und dabei beachtliche Erfolge zu erzielen. Wie von selbst, ganz ohne großes Nachdenken, ziemlich problemlos. Das hat mich ausgezeichnet, Kollegen verwundert und Freunde durchaus mal beeindruckt.

Plötzlich merke ich aber, was echter Druck ist. Wie es sich anfühlt, mental blockiert zu sein, weil etwas anderes so krass in den Vordergrund drängt, dass kaum ein alternativer Gedanke durchzudringen vermag. Wie Optionen auf das Tableau kommen, die ich so früh nicht erwartet hatte, von raschem Ortswechsel über erneuter Auszeit hin zu völligem Bruch mit der bisherigen beruflichen Pseudosicherheit hin zur Umsetzung lang gehegter Vorstellungen. Aber was ist mit dem Geld? Was sagt Papa? Und wie sieht es dann im Alter aus?

Aber wer sagt, dass es ein bestimmtes Alter gibt? Wer kann mir garantieren, dass ich es nicht bereuen werde, noch etwas mehr gewagt zu haben, als jetzt schon? Und wie passt das damit zusammen, dass ich vom Fleck weg zu meinem alten Arbeitgeber in Bonn zurück kehren würde, weil mir dieses Unternehmen mit seiner Kultur und seinen Mitarbeitern wirklich fehlt? Kurios, schräg, verdreht. Zumal ich noch zwei Jahre gesperrt bin.

Vielleicht aber ist das die Lösung?? Bis 2021 aussteigen und dann eine Rückkehr zu meinem Herzensarbeitgeber anstreben?! Und wenn sie mich dann nicht wollen? Fürwahr, der Kopf treibt seine Spielchen mit mir. Doch am Wichtigsten bleibt, Mama bestmöglich bei ihrer Herausforderung zu unterstützen. Was auch immer der Geist dazu sagt.

Keep on rockin‘

Ree

Von einer Mutter zu ihrem Kind (Übersetzung)

Berührend. Den folgenden Text habe ich zufällig auf einer englischen Seite entdeckt und direkt übersetzt. Leider finde ich das Original gerade nicht, hoffe aber, den Link nachreichen zu können. Mich hat es beim Lesen wirklich berührt, obwohl meine eigene Situation kaum unterschiedlicher sein könnte (weil ich weder Mutter bin, noch Kinder habe). Aber meine Eltern hätten die Verfasser sein können… Alsdann:

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Mein geliebtes Kind,

gestern kam mir ein Gedanke, der mich traurig werden ließ: Ich werde Dich niemals als alten Menschen erleben!

Mein Auftrag als Mutter ist nicht, Dich zu lehren, ein tolles Kind zu sein, sondern ein außerordentlicher Erwachsener. Ich möchte Dich da hin geleiten, so dass Du im Alter auf Dein Leben zurück blicken kannst und fühlst, dass es wertvoll gelebt wurde.

Wenn Du selbst alt geworden bist, wünsche ich Dir:
– dass Deine Augen strahlen, wie sie es heute tun, auch wenn Dein Haar grauer und Deine Haut faltiger ist
– dass die schönen Momente die Sorgen überwiegen
– dass Du jeden Tag tanzt, wenn auch etwas langsamer
– dass die Welt gut ist und Du von netten Menschen umgeben bist
– dass Du einen Gefährten hast, egal ob Partner, Kind oder Freunde
– dass Deine Fehler längst vergessen sind
– dass Du jeden Geburtstag mit denen feierst, die Du liebst
– dass Du gereist bist, gelacht und aus voller Kehle gesungen hast
– dass Dir Deine Arbeit Freude bereitet hat und Du anderen Menschen helfen konntest
– dass Du wenige Schmerzen hast
– dass Du Deine Kinder lange wach bleiben lässt, damit sie sich unter der Decke Geheimnisse anvertrauen können.

Die Jahre vergehen und mein größter Wunsch ist, dass ich Dich gut gelehrt habe. Dass Du zu kämpfen in der Lage bist, wenn es notwendig ist und dass Du klein beigeben kannst, wenn Du es möchtest. Ich hoffe, dass Du anderen hilfst und rücksichtsvoll gegenüber Dir selbst bist.

Ich hoffe, Du strahlst.
Ich weiß, dass Du strahlst.

Und ich hoffe. ich hoffe wirklich sehr, dass ich Dich gut gelehrt habe. Ich liebe Dich.

Deine Mama
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Mom, Dad, das könnte von euch sein. Ihr seid die Besten und wir sind auf einem guten Weg. Lasst uns noch eine ganze Weile gemeinsam älter werden, denn ihr seid die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ohne jeden Zweifel. Ich liebe euch!

Keep on rockin´
Ree

Und plötzlich einfach fort!

Lebensende. Auch wenn es uns alle ereilt, früher oder später, und wir uns theoretisch jederzeit darauf vorbereiten könnten, scheint es doch selbst bei geliebten Menschen in gehobenem Alter irgendwie überraschend, dass derjenige nicht unsterblich gewesen ist. Erinnert man sich doch noch an die eigenen, nicht allzu lange zurückliegenden Worte über die Zähigkeit, den unerschütterlichen Atem, die Vermutung, dass die Hundert locker zu überschreiten sind. Gerade wenn es sich um ein so zartes Persönchen wie meine Oma handelte, die trotz ihrer nachteiligen Physis erstaunlich vielen Rückschlägen getrotzt hatte, war man geneigt zu denken, dass sie nichts in die Knie zwingen könnte.

Welch fataler Irrtum, wie mir heute früh die Kurznachricht meiner Mama, mit dem unverblümten Inhalt „Oma ist gestorben“, in all ihrer Gnadenlosigkeit mitteilte. Nicht sanft eingeschlafen, leider, sondern durch eine fatale Fehlentscheidung der Ärzte aus dem Leben gerissen worden, die sie gestern trotz heute posthum diagnostizierter Lungenentzündung und gegen den Widerstand der Familie nach Hause geschickt haben. Ich bin unfassbar sauer darüber, da es somit vermeintlich vermeidbar war, doch wird das nun Teil von Ermittlungen, die der heutige Arzt eingeleitet hat und soll(te) eigentlich nicht Bestandteil dieses Blogeintrags werden. Ok, der Frust hat gesiegt.

Doch es geht darum, einem Menschen zu gedenken, dessen Selbstlosigkeit mehr als bemerkenswert war, ein paar Worte zu verlieren, auch um meine Erinnerung zu konservieren. Vielleicht der für mich persönlichste Beitrag, möglicherweise für keinen anderen Leser irgendwie von Bedeutung. Doch bin ich zu einem großen Teil bei meiner Oma aufgewachsen, habe viele Stunden und Tage an Wochenende und in den Ferien mit ihr verbracht, habe mir unzählige Benjamin-Blümchen-Kassetten kaufen lassen und gelacht, so unfassbar viel gelacht.

Es war mir eigentlich immer unbegreiflich, wie sie es stets fertiggebracht hat, mit dem wenigen Geld, den vielen (Enkel-)Kindern so viele Herzenswünsche zu erfüllen und Augen zum Glänzen zu bringen. Wie sie fried- und freudvolle Weihnachtsfeste veranstalten und sich wie ein Kesselflicker streiten konnte – vorzugsweise mit ihrem leider viel zu früh verstorbenen Mann, meinem Opa. Geldnot, ein vorherrschendes Thema in Kindertagen, wurde von ihr mit dem letzten Pfennig gelöst, so dass man sich nur wundern konnte, wie sie sich überhaupt die letzten Lebensmittel hat leisten können; doch dann kommt wieder die Erinnerung, an die vielen im Stillen verrichteten Arbeiten bis ins hohe Alter, beispielsweise vom frühmorgendlichen Putzen eines großen Supermarkts.

Sie wurde in eine Zeit geboren, die wir uns alle heute nicht mehr vorstellen können (manchen rechtsgedrehten Hohlbratzen täte ein Flashback allerdings mal recht gut) und die bedrohlicher und beschwerlicher gewesen sein dürfte, als alles, was um uns herum aktuell passiert. 1930 entbunden, während des Krieges per Landverschickung in vermeintliche Sicherheit gebracht, durfte sie nach 1945 in eine völlig zerstörte Heimatstadt zurückkehren. Die Nazis hatten Deutschland zugrunde gerichtet und sie zeitlebens zu einer Verfechterin von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit gemacht. Etwas Gutes im Schlechten. Vielleicht kam daher auch ihre Geradlinigkeit, die durchaus schon mal in wenig charmanten Konfrontationen enden konnte.

Mit 21 dann ist sie erstmalig Mutter geworden, normal in der damaligen Zeit, und ab diesem Moment zählte nur noch die Familie, für die sich aufgeopfert und als Gastwirtin (im legendären Bickefelder Tor) bis spät in die Nacht malocht wurde. Vier Jungs hat sie groß und stattlich erzogen, auch wenn es Rückschläge gab, doch alle schenkten sie ihr Enkel, reichlich in Summe, so dass es auch später nicht langweilig (aber auch finanziell nicht besser) wurde. Urlaube waren nicht drin, aber Dortmund war stets Wohlfühlort und Heimat zugleich. Die Wohnung mit kleinem Garten entpuppte sich insbesondere in den 80er und 90er Jahren zu einem Treffpunkt voller Kinderlachen und Erwachsenengespräche.

In den vergangenen Jahren wurde das dann seltener, die Kinder wurden groß, verteilten sich und der Umzug in eine neue Wohnung sorgte aus unerfindlichen Gründen dafür, dass die Besuche nachließen und das Heimatgefühl verschwand. Oma hatte immer Verständnis, dafür, dass alle ihrer Wege gingen, ihr eigenes Leben gestalteten und nur selten von sich hören ließen, doch bin ich sicher, im Stillen hat sie es schon bedauert. Mit den Jahren (und schwindendem Gehör) zog sie sich auch aus Gesprächen mehr und mehr zurück und obwohl sie immer noch Freude auszustrahlen wusste, nahm sie einen passiveren Part ein, den man so von ihr nicht kannte.

Hatte man kurz vorher noch nach 90 Minuten am Telefon krampfhaft nach einem Ausweg zum Auflegen gesucht, war es nun schwierig, sie zu mehr als zwei Minuten am Hörer zu bewegen. Das war schade, aber auch selbst verursacht. Warum sind wir so unregelmäßig erschienen, warum habe allein ich sie nur maximal fünfmal in den letzen drei Jahren gesehen? Das bleibt für mich ein Schandfleck, der nicht zu bereinigen ist. Ich hatte stets das Gefühl, durch meine Mama an ihrem Leben teilzuhaben, weil sie mehrfach wöchentlich dort war und alles berichtete – aber das ersetzt keine persönliche Begegnung, das weiß ich jetzt und wusste es immer. Nur habe ich es nicht in Energie umgesetzt und schäme mich dafür; vor mir selbst, niemandem sonst.

Doch bleiben werden die Erinnerungen an den wichtigsten Menschen neben meinen Eltern. An Übernachtungsparties in einem Zelt aus Bettdecken. Spaziergänge durch Hördes Straßen. Diskussionen über die Marotten der Nachbarn. Und so unfassbar vieles mehr. Fehlen wird sie mir, sehr, auch wenn es zu meinem Bedauern zuletzt vordergründig eher das Wissen war, dass in der fernen Heimat diese stets vertraute Person lebt und auf ein erfülltes Leben zurück blickt. Aus jedem Urlaub habe ich ihr eine Karte geschickt, nur ihr und meinen Eltern. Es wird seltsam sein, demnächst nur noch eine zu verschicken.

Was bleibt, ist Gewissheit. Darüber, dass mein Verhältnis zu meinen Eltern, so bizarr es manch einem wegen seiner Enge erscheinen mag, genau richtig für mich ist. Die innere Sicherheit, dass ich niemals eine Partnerschaft haben möchte, die in Konkurrenz zu dieser Verbindung steht; nein, wenn ich mich nochmal binden sollte, möchte ich, dass das in einem tiefen Verständnis darüber wurzelt, dass mir meine engste Familie über alles geht – man kann Teil davon werden und ich war fest davon überzeugt, dass dies in den vergangenen Jahren beidseitig erfolgt war, möglicherweise zu unrecht. Doch bin ich frohen Mutes, dass, sollte es sich für mich irgendwann mal wieder dahin entwickeln, jemand, der sich für mich entscheidet, auch meine Eltern ins Herz schließen würde. Denn ohne sie wäre ich nicht(s), ich verdanke ihnen alles und werde das in der uns gegebenen Zeit bewahren. „Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.“ – Augustinus Aurelius. Ich möchte hinzufügen: „Bis ins hohe Alter!“. Oma, rock den Himmel und geh dem Opa mal wieder richtig auf den Keks. Wir sehen uns … irgendwann!

Keep on rockin´
Ree

Oma_Ree

Der Kopf macht Angst zu Wahn! (182/366)

Angst. Wo wären wir ohne sie? Vermutlich lange ausgestorben, denn es ist ja ein Zustand der erhöhten Wachsamkeit, völligen Konzentration und verstärkten Ausschüttung von Adrenalin. So gesehen ist Angst ein freundliches, gar wünschenswertes Momentum, würden wir doch ohne sie weniger aufmerksam und vorausschauend unterwegs sein. Oder ist das in Wahrheit gar nicht so toll? Ist es vielleicht sogar das, was uns hemmt, zurück hält, abwarten und Chancen verpassen lässt? Weil wir so sehr auf Sicherheit und Verlustvermeidung bedacht sind, dass uns der Zauber des Neuen überhaupt nicht mehr ereilen kann, weil wir ihn nicht zulassen?

Schlimmer noch, steigern wir uns in unseren Ängsten doch manchmal in wahrhafte Wahnzustände. Verliere ich meine Frau, werde ich nie wieder eine neue, so tolle und faszinierende Beziehung führen können (stimmt meist nicht). Kündige ich meinen Job, werde ich nie wieder eine neue Beschäftigung finden und muss mein Leben fortan in bitterer Armut verbringen (unwahrscheinlich). Zahle ich nicht genug und regelmäßig in die Rentenkasse ein, werde ich im Alter verhungern (möglich, aber ist bei der zu erwartenden staatlichen Rente auch trotz fortlaufender Zahlung nicht unrealistisch). Genau das macht der Kopf, nimmt sich Ängsten an und überführt sie sukzessive in eine Art Wahnzustand, bis es möglicherweise wirklich zu spät für Veränderungen, Abenteuer und neue Erlebnisse ist. Bis wir alt sind, auf dem Sterbebett liegen und dort all die Dinge bereuen, die wir nicht gemacht haben.

  Ich möchte daraus ausbrechen, obwohl ich (was auch sonst) Angst davor habe. Obwohl mich die oben genannten Punkte sämtlich selbst verfolgen, beschäftigen und, ja, auch bremsen. Doch nun ist es Zeit, einen brachialen Schritt zu unternehmen. Hat mir das vergangene Jahr gezeigt, was für ein Arschloch das Leben sein kann, möchte ich dem nun vorbeugen und selbst ein Wagnis eingehen. Es muss einfach sein, ich muss mal wieder spüren, wie man lebt. Wie ich lebe. Und wie ich mein Leben selbst in die Hand nehme. Es fühlt sich, trotz der Angst, jetzt schon gut an. Obwohl noch die ein oder andere Formalie zu erledigen ist. Aber das wird sich regeln und spätestens im Oktober bin ich das erste Mal nach 22 Jahren im Berufsleben für ein paar Monate Herr meiner Dinge. Strange. Aber bestimmt auch extrem spannend.

Eine weitere Bestätigung dieser Richtung kam in dieser Woche, von meiner geliebten Mama, die, obwohl nochmal 20 Jahre älter, den Sprung in einen anderen Bereich gewagt hat und bislang nur Positives zu berichten weiß. Nette Menschen drumrum, offenbar eine spannende Aufgabe und, das Allerwichtigste, ein deutlich optimistischeres Zukunftsbild. Parallel folgte gleich ein ernüchterndes Gegenbeispiel, meiner ebenfalls geliebten Oma. Hier zeigt sich deutlich der Abbau des menschlichen Körpers, fremde Hilfe wird in einer stetig wachsenden Frequenz nötig. Und ich bin mir sicher, sie hätte die vergangenen Jahre lieber anders, lebhafter, unternehmungslustiger gelebt. Das kann man nun leider nicht mehr ändern (und ich bin Teil dieser Verfehlung, was ziemlich schmerzt), doch kann man für sich Schlüsse daraus ziehen. Offenherzig leben, etwas wagen und, ganz wichtig, niemals den Kontakt zu den Eltern abreißen lassen. Wir sprechen täglich, was ich auch beibehalten will, sehen uns regelmäßig und tauschen uns über nahezu alles aus. Ein Ankerpunkt, den ich niemals missen möchte. Und mit diesem im Rücken und Zuversicht im Herzen, vermag der Körper hoffentlich, die Wandlung von Angst zu Wahn weitestgehend zu vermeiden. Klingt doch gut, oder?

Keep on rockin´

Ree